Bayernoil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH
Bayernoil-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1. Januar 1998
Sitz Vohburg, Deutschland
Leitung Karl Strummer
Michael Raue
Mitarbeiter 728 (2012)[1]
Umsatz 2.849,73 Mio (2012)[2]
Branche Mineralölindustrie
Website www.bayernoil.de
Raffinerie Vohburg 48° 45′ 46″ N, 11° 35′ 38″ O48.76277777777811.593888888889Koordinaten: 48° 45′ 46″ N, 11° 35′ 38″ O
Raffinerie Neustadt Donau 48° 47′ 13″ N, 11° 45′ 4″ O48.78680611.750994

Die Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH mit Sitz in Vohburg an der Donau, Landkreis Pfaffenhofen, Oberbayern ist am 1. Januar 1998 durch den Zusammenschluss der Raffineriegesellschaft Vohburg-Ingolstadt mbH (RVI) mit Standorten in Vohburg und Ingolstadt und der Erdölfraffinerie Neustadt GmbH (ERN) mit Standort in Neustadt an der Donau entstanden.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1961 gründeten die Südpetrol AG für Erdölwirtschaft in München und die ANIC (Tochter von ENI) gemeinsam mit einem Konsortium aus Bayerischer Hypotheken- und Wechselbank, Bayerischer Staatsbank und der Außenhandelsbank Schacht und Co. die Erdölraffinerie Ingolstadt AG, um am Auwaldsee in Ingolstadt eine Erdölraffinerie zu errichten und zu betreiben. Sie ging 1965 in Betrieb. Zu Beginn hielten Südpetrol 50%, ANIC 25% und das Bankenkonsortium 25% der Anteile. Ab 1979 gehörten 50% der Anteile der ENI-Tochter Agip Deutschland GmbH und 50% der Deutschen BP AG. 1963 begann die Deutsche BP ihre Raffinerie Bayern in Vohburg zu planen, die 1967 in Betrieb ging. In Neustadt an der Donau gründeten 1962 die Gelsenberg Benzin AG und Mobil Oil Deutschland die Erdölraffinerie Neustadt GmbH, um auf dem Gemeindegebiet von Neustadt und des damals noch selbständigen Mauern eine Erdölraffinerie zu errichten. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage begannen ERIAG und BP Vohburg 1985 mit ihren beiden Standorten unter dem Namen Südverbund arbeitsteilig zu arbeiten, zu welchem Zweck verbindende Pipelines verlegt wurden. In Ingolstadt wurde vor allem Ottokraftstoff erzeugt, in Vohburg lag der Schwerpunkt auf Diesel und Heizöl. Dieser technische Verbund führte im Jahr 1989 mit der Gründung der Raffineriegesellschaft Vohburg - Ingolstadt GmbH (RVI) mit Sitz in Vohburg zum vollständigen Verschmelzen der beiden Unternehmen. An der RVI hielt die Deutsche BP AG 62,5% der Anteile und die Agip Deutschland GmbH 37,5%. Zum 1. Januar 1998 vereinten sich RVI und ERN zur Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH. Durch weitere Pipelines wurde die Raffinerie in Neustadt in den technischen Verbund eingegliedert. Durch gesetzliche Auflagen zur Qualität der Treibstoffe (Absenken des Schwefelgehaltes, Verminderung des Aromatenanteils usw.) wurden tiefgreifende technische Neuerungen notwendig. Es stellte sich heraus, dass in Zukunft wohl nicht mehr alle drei Standorte in Ingolstadt, Vohburg und Neustat zu halten waren. Es wurde beschlossen, Ingolstadt stillzulegen und Neustadt auszubauen, wobei der Firmensitz in Vohburg bleiben sollte. Die weitreichenden Modernisierungsmaßnahmen liefen unter der Bezeichnung ISAR (Initiative für Standortsicherung, Anlagenoptimierung und Rentabilitätssteigerung) und kosteten bei veranschlagten 330 Millionen Euro schließlich rund 600 Millionen. ISAR startete 2004 und war 2008 abgeschlossen. Im August 2008 wurde der Standort Ingolstadt stillgelegt und in der Folge demontiert und einer neuen Nutzung als Sportpark und als Gewerbegebiet zugeführt. [3]

Produkte[Bearbeiten]

Das Unternehmen stellt für seine Anteilseigner folgende Produkte her: Propan, Butan, Benzin, Kerosin (Jet A1), Diesel, Heizöle (EL und S), "Solid Fuel" (ein spezielles hochviskoses Schweröl für das Kraftwerk Ingolstadt [4]), Bitumen und Schwefel. Das Unternehmen deckt etwa zwei Drittel des Bedarfs Bayerns an Mineralölprodukten. Das Rohöl wird ausschließlich durch die Transalpine Ölleitung (TAL) vom Ölhafen Triest angeliefert.

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten]

Bei der Gründung waren beteiligt: Deutsche BP AG (30%), Mobil Oil Deutschland (25%), Agip Deutschland GmbH (20%), Ruhr Oel GmbH (25%). 2000 übernahm BP den Anteil von Mobil Oil. 2003 übernahm die OMV 45% von BP und verkaufte diesen Anteil 2014 an die Varo Energy B.V. [5]


Struktur[Bearbeiten]

Die Betriebsteile an den Standorten Vohburg und Neustadt - etwa 13 km räumlich voneinander entfernt - wirken wie eine einzige Ölraffinerie, was durch insgesamt 11 Pipelines ermöglicht wird. Versorgt werden sie hauptsächlich durch die 759 km lange „Transalpine Oelleitung (TAL)“, welche von Triest über Ingolstadt nach Karlsruhe führt[6]. Im Unternehmen arbeiten 724 Beschäftigte (Stand 2013). Es verarbeitet jährlich etwa 10 Millionen Tonnen Rohöl und führt 2,6 Mrd. Euro Mineralölsteuer an den Fiskus ab.

Um der gestiegenen Nachfrage nach Diesel und Flugzeugbenzin nachkommen zu können, wurden die Betriebsteile Vohburg und Neustadt während einer 5-jährigen Planungs- und Bauphase und einem Investitionsvolumen von 600 Millionen Euro im Rahmen des Projekts „ISAR“ grundlegend erneuert. In diesem Zusammenhang wurde die ehemals ebenfalls im Besitz der Gesellschaft befindliche Raffinerie Ingolstadt ab 18. August 2008 abgestellt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH. Webseite des Unternehmens, abgerufen am 5. September 2012.
  2. Elektronischer Bundesanzeiger, 26. August 2013, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012
  3. Peter Wöllauer, 50 Jahre Erdölverarbeitung im Herzen Bayerns, die Raffinerien der Bayernoil 1964 bis 2014, herausgegeben von Bayernoil
  4. Homepage Kraftwerk Ingolstadt
  5. Peter Wöllauer, 50 Jahre Erdölverarbeitung im Herzen Bayerns, die Raffinerien der Bayernoil 1964 bis 2014, herausgegeben von Bayernoil
  6. Offizielle Vorstellungsbroschüre der Stadt Neustadt, Seite 18, Hrsg 2010