Berner Jura

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Dieser Artikel beschreibt das Berner Jura als Region des Kantons Bern. Für die gleichnamige Verwaltungsregion bzw. für den gleichlautenden Verwaltungskreis siehe dort.
Berner Jura im Kanton Bern

Der Berner Jura (französisch Jura bernois) ist ein französischsprachiger Teil des Kantons Bern mit rund 52'000 Einwohnern. Traditioneller Hauptort ist Moutier, der Sitz des Regierungsstatthalters befindet sich in Courtelary.[1] Geologisch gehört der Berner Jura zum Faltenjura.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Loslösung des Kantons Jura vom Kanton Bern im Jahr 1979 bestand der Berner Jura noch aus den Amtsbezirken Courtelary, Moutier und La Neuveville. Im Zuge der kantonalen Reform der dezentralen Verwaltung wurden die drei Bezirke per 1. Januar 2010 zum Verwaltungskreis Berner Jura zusammengefasst. Dieser ist deckungsgleich mit der gleichnamigen Verwaltungsregion.

Es besteht eine Bewegung für den Anschluss an den Kanton Jura, die aber bislang in Volksabstimmungen unterlag. Die kleine Gemeinde Vellerat allerdings, die nach der Abspaltung des Kantons Jura geographisch vom restlichen Kanton Bern isoliert war, konnte nach einer gesamtschweizerischen Volksabstimmung 1996 zum Kanton Jura wechseln. Auch in einer weiteren regionalen Abstimmung am 24. November 2013 entschied sich der Berner Jura mit 71,8 Prozent gegen den Zusammenschluss mit dem Kanton Jura.[2][3]

Seit 2006 verfügt der Berner Jura über ein regionales Parlament, den Conseil du Jura bernois.

Regierungsrat des Kantons Bern[Bearbeiten]

Der Berner Jura hatte ab 1950 zwei und hat seit 1978 einen garantierten Sitz im Regierungsrat des Kantons Bern. Er wurde bisher eingenommen von:[4]

Sprachen[Bearbeiten]

Der Berner Jura umfasst ausnahmslos alle Gemeinden des Kantons Bern, die mehrheitlich französischsprachig sind, daneben auch einige mehrheitlich deutschsprachige Gemeinden. In den drei Gemeinden Seehof, Schelten und Mont-Tramelan (Bergtramlingen) überwiegt die deutsche Sprache mit einem Sprecheranteil von über 70 % gegenüber dem Französischen klar. Immerhin eine Zweidrittelmehrheit der Deutschsprachigen gibt es in den Gemeinden Châtelat und Rebévelier. Grössere deutschsprachige Minderheiten gibt es auch in Romont (Rothmund) und Prêles (Prägelz). In diesen beiden Gemeinden existieren sprachliche Minderheiten von 30 bis über 40 %.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alain Charpilloz: Irrland Jura. Südjurassier im Konflikt. Zytglogge, Gümligen 1977, ISBN 3-7296-0064-8.
  • Marcel Schwander: Jura – Ärgernis der Schweiz. Pharos-Verlag, Basel 1971.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage des Kantons Bern: Regierungsstatthalteramt Berner Jura Abgerufen am 30. November 2013
  2. Staatskanzlei Kanton Bern - Abstimmungsergebnisse 2013
  3. Der Bund: Berner Kantonsregierung freut sich über Nein im Berner Jura
  4. Emma Chatelain, Philippe Hebeisen: Regierungsrat des Kantons Bern, Lexikon des Jura, 16. März 2006/ 25. November 2011, abgerufen am 30. März 2014.
  5. Bundesamt für Statistik – Interaktive Statistikdatenbank Abgerufen am 30. November 2013