Biała Nyska

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Biała Nyska
Biała Nyska führt kein Wappen
Biała Nyska (Polen)
Biała Nyska
Biała Nyska
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Nysa
Gmina: Nysa
Geographische Lage: 50° 26′ N, 17° 18′ O50.43333333333317.306111111111Koordinaten: 50° 26′ 0″ N, 17° 18′ 22″ O
Einwohner: 851 (31. Dez. 2007[1])
Postleitzahl: 48-351
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Nysa-Kałków
Nächster int. Flughafen: Breslau

Biala Nyska (deutsch Bielau) ist eine Ortschaft der Landgemeinde Nysa (Neisse) in Polen. Sie liegt im Powiat Nyski (Kreis Neisse) der Woiwodschaft Oppeln.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt 6 km südwestlich von Nysa, 200 m über NN. Westlich des Dorfs fließt die Freiwalder Biele, von der ein Mühlgraben abgezweigt ist, der durch das Dorf führt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Bielau wird 1231 das erstmals in zwei Urkunden als "Bela" erwähnt. Der Ort hatte damals bereits einen Scholzen; und Bischof Lorenz überließ das Gelände einem Grafen Siegfried zur Umsetzung nach deutschem Recht. 1284 wird Bielau unter den 65 Dörfern genannt, die Herzog Heinrich IV. vom Bischof Thomas II. von Breslau zurückforderte, weil die Breslauer Bischöfe im Zuge der Besiedlung des Bistumslandes diese Orte auf dem Gebiet des herzoglichen Grenzwaldes angelegt hatten. Bischof und Herzog führten einen erbitterten Streit (Kirchenstreit 1282–1288), der mit dem großen Kirchenprivileg des Herzogs 1290 ein Ende fand. Durch das Privileg erhielt der Bischof eine weitgehende Landeshoheit im Bistumsland; die 65 umstrittenen Dörfer blieben bischöflich.

Als Neisse 1807 von den Franzosen belagert wurde, legte General Vandamme sein Hauptquartier in das Bielauer Schloss. 1945 erlitt das Dorf schwere Zerstörungen.

Die katholische Kirche wird zum ersten Mal 1296 in einer Urkunde genannt, bereits für 1284 ist für Bielau ein Pfarrer bezeugt. Die Kirche wurde 1892/93 neu erbaut; der vorige Bau stammte vom Ende des 16. Jahrhunderts. Die nächstgelegene evangelische Kirche befand sich in Neisse.

Für 1592 ist ein Schreiber bezeugt, der sicherlich Schule abhielt. Das zweistöckige Schulhaus wurde 1842 errichtet. 1925 besuchten 166 Kinder die fünfklassige Schule.

Das Rittergut (310 Hektar) war seit 1851 im Besitz der Familie von Falkenhausen. Zur Herrschaft Bielau gehörten noch die Rittergüter Eilau, Mohrau und Steinhübel (insg. 875 Hektar). Das Bielauer Schloss lag in einem Landschaftspark von 150 ha; es brannte 1945 aus.

1937 gab es einen Tierarzt, einen Bäcker, zwei Fahrradhandlungen, eine Färberei, drei Fleischer, drei Friseure, zwei Gasthöfe, drei Gemischtwarenläden, eine Molkerei (Gut), eine Ölmühle, ein Sägewerk, zwei Schlosser, eine Schmiede, drei Schneider, zwei Schuhmacher, zwei Tischler, eine Spar- und Darlehenskasse.[2]

Bewohner und Häuser[Bearbeiten]

  • 1784; 0511 Einwohner, 71 Feuerstellen
  • 1845: 0900 Einwohner, 108 Häuser
  • 1895: 1362 Einwohner, 123 Häuser, 351 Haushalte
  • 1939: 1157 Einwohner, 327 Haushalte
  • 2007: 0851 Einwohner[1]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Stand am 31. Dezember 2007, Website der Gemeinde Nysa (BIP), Miasto i Gmina, abgerufen am 18. März 2011
  2. Franz-Christian Jarczyk: Die Dörfer des Kreises Neisse. Hildesheim: Selbstverlag des Neisser Kultur- und Heimatbundes. 1982. S. 37 f.