Billie Burke

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Billie Burke um 1916
Grab von Billie Burke

Billie Burke (* 7. August 1884 in Washington, D.C.; † 14. Mai 1970 in Los Angeles, Kalifornien; als Mary William Ethelbert Appleton Burke) war eine US-amerikanische Film- und Theaterschauspielerin sowie Ehefrau des Theaterproduzenten Florenz Ziegfeld Jr.. Sie erhielt eine Oscar-Nominierung für den Film Wie leben wir doch glücklich! und war als Hexe Glinda in Der Zauberer von Oz zu sehen.

Leben[Bearbeiten]

Billie Burke wurde als Tochter eines Zirkusclowns in Washington geboren. Später zog sie mit ihrer Familie nach England. Sie startete im Alter von 18 Jahren ihre Bühnenkarriere in einer Londoner Aufführung des Stücks The School Girl, in dem sie neben Edna May auftrat.[1] 1907 kehrte sie in die USA zurück und gab an der Seite des Theaterstars John Drew in My Wife ihr Broadway-Debüt. Burke hatte den Ruf einer Bühnenschönheit und wirkte als Hauptdarstellerin in vorwiegend komödiantischen Stücken mit.[2] Zu ihren Förderern gehörte Charles Frohman.[3] Insgesamt trat sie am Broadway bis 1944 in 27 Stücken auf. 1914 heiratete Billie Burke den berühmten Revue- und Theater-Impresario Florenz Ziegfeld Jr., aus der Ehe kam Tochter Patricia (1916-2008) zur Welt. Die Ehe mit Ziegfeld soll problematisch gewesen sein, es gab finanzielle Probleme und er hatte zahlreiche Affären.[3] Dennoch hielt die Ehe bis Ziegfelds Tod im Jahre 1932. Das Leben von Ziegfeld wurde 1936 als Der große Ziegfeld verfilmt, mit Myrna Loy als Billie Burke.

Der Regisseur Thomas Ince überredete Billie Burke 1916, auch im Film aufzutreten. Für den Film Peggy bekam sie 40.000 US-Dollar, die höchste Summe die eine Schauspielerin bis dahin als Gage für einen einzigen Film erhielt. Bis 1922 drehte sie über ein Dutzend Stummfilme, zog sich dann jedoch wieder ans Theater zurück. 1932 hatte Billie Burke ihr Comeback in Hollywood als Filmmutter von Katharine Hepburn in Eine Scheidung. Oftmals war Burke als High-Socity-Lady zu sehen, etwa in Dinner um acht als statusbewusste Ehefrau eines Reeders, die regelmäßig kostspielige Dinnerpartys gibt. 1937 spielte sie in der Komödie Topper – Das blonde Gespenst eine Bankiersfrau, der Film zog zwei Fortsetzungen nach sich, an denen Burke ebenfalls mitwirkte. Bei der Oscarverleihung 1939 war sie als Beste Nebendarstellerin für ihre Leistung in Uns geht’s ja prächtig nominiert. 1939 verkörperte sie als gute Hexe Glinda im Filmklassiker Das zauberhafte Land eine ihrer bekanntesten Rollen. Burkes Markenzeichen war ihre außergewöhnlich hohe Stimme.

Ab den 1940er Jahren hatte Burke eine eigene Radioshow, für die sie unter anderem mit Eddie Cantor zusammenarbeitete. 1950 spielte sie die Schwiegermutter von Spencer Tracy in Vater der Braut sowie der Fortsetzung ein Jahr später. In den 1950er-Jahren hatte Burke einige Gastrollen im Fernsehen und wirkte weiterhin in Theaterstücken mit. 1960 zog sie sich nach einer größeren Nebenrolle im Western Der schwarze Sergeant von John Ford ins Privatleben zurück. Sie starb 1970 im Alter von 85 Jahren und liegt auf dem Kensico Cemetery in New York begraben.

Billie Burke auf dem Plakat zum Stück Mind the Paint (1912)

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Billie Burke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “The School Girl”. A Hit. In: The New York Times, 10. Mai 1903.
  2. Billie Burkes Nachruf in der New York Times
  3. a b Beschreibung der Theaterkarriere Burkes