Der Zauberer von Oz (1939)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Zauberer von Oz
Alternativtitel
Das zauberhafte Land
Originaltitel The Wizard of Oz
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1939
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK ohne Altersbeschränkung
Stab
Regie Victor Fleming
Richard Thorpe
King Vidor (nicht erwähnt)
Drehbuch Noel Langley
Florence Ryerson
Edgar Allan Woolf
u. a.
Produktion Mervyn LeRoy
Musik Harold Arlen
Herbert Stothart
Kamera Harold Rosson
Schnitt Blanche Sewell
Besetzung
Die roten Schuhe von Dorothy (Design: Gilbert Adrian)

Der Zauberer von Oz (Original The Wizard of Oz), im deutschsprachigen Raum auch bekannt unter dem Alternativtitel Das zauberhafte Land, ist ein US-amerikanischer Musicalfilm aus dem Jahr 1939 mit Judy Garland in der Hauptrolle des Mädchens Dorothy. Er ist als einer der großen bunten amerikanischen Farbfilme in Dreistreifen-Technicolor berühmt geworden und zählt in den USA bis heute zu den bekanntesten Filmen überhaupt. Der Anfang und der Schluss des Filmes, der in der Heimatstadt des Mädchens Dorothys spielt, ist als Schwarzweißfilm gedreht worden. Die Handlung in Oz wurde als Farbfilm gedreht.[1] Als Vorlage diente das Kinderbuch Der Zauberer von Oz von Lyman Frank Baum.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt als Schwarzweißfilm. Das Mädchen Dorothy lebt in Kansas bei ihrer Tante Emily und ihrem Onkel Henry auf einer Farm. Befreundet ist sie mit den drei erwachsenen Farmarbeitern Hunk, Hickory und Zeke. Eines Tages läuft Dorothy davon, um ihren geliebten Hund Toto davor zu bewahren, ihr von der unfreundlichen Almira Gulch weggenommen zu werden, die den Hund als Bedrohung sieht. Dabei trifft Dorothy auf den freundlichen Schausteller Professor Marvel. Dieser findet heraus, dass Dorothy weggelaufen ist und bei ihrer liebevollen Tante lebt und überlistet sie wieder heimzugehen, indem er behauptet, mit seinen hellseherischen Fähigkeiten wahrzunehmen, dass Tante Emily aus Sorge um Dorothy krank würde. Als Dorothy sich auf den Heimweg macht, zieht ein Sturm auf. Zuhause auf der Farm bringen sich alle in einem Schutzkeller in Sicherheit. In diesem Moment erreicht Dorothy die Farm und sucht im Haus nach ihrer Familie. Da erfasst ein Wirbelsturm das Holzhäuschen, reißt es in die Höhe und transportiert Dorothy und Hund Toto mitsamt dem Haus in das magische Land Oz. Danach wird der Film zu einem Farbfilm.[1]

In Oz angekommen, landet Dorothy mit dem Haus genau auf der bösen Hexe des Ostens, die das nicht überlebt. Die gute Hexe Glinda erscheint und warnt Dorothy vor der bösen Hexe des Westens, die versuchen wird, ihre Schwester zu rächen und Dorothy die mächtigen magischen roten Halbschuhe abnehmen möchte. Diese trug eigentlich die böse Hexe des Ostens an ihren Füßen. Nachdem sie von Dorothy mit dem Haus erschlagen wurde, erscheinen die Schuhe jedoch auf magische Weise an Dorothys Füßen. Zwar feiert das kleinwüchsige Volk der Munchkins, das von der Hexe unterdrückt wurde, Dorothy für den Tod der Hexe und erklärt sie zur Nationalheldin, doch diese will nur wieder heim nach Kansas. Glinda sagt ihr, Hilfe könne sie vom Zauberer von Oz bekommen. Diesen könne sie einfach finden, indem sie der gelben Steinstraße bis zur Smaragdstadt folge.

So begibt sich Dorothy auf den Weg dorthin und trifft auf ihrer Wanderung auf die Vogelscheuche, die statt nur Stroh im Kopf gerne Verstand hätte, den Zinnmann, der seine hohle Brust gern mit einem Herz füllen möchte, und den ängstlichen Löwen, der sich mehr Courage wünscht. Mit diesen drei Begleitern muss das Mädchen sich einiger Hinterhalte der bösen Hexe erwehren, so treffen sie auf ein Mohnfeld, durch welches sie rennen, wobei allerdings Dorothy, Toto und der Löwe in einen tiefen Schlaf fallen. Da erscheint kurz Glinda und lässt es schneien, wodurch die in Tiefschlaf Verfallenen wieder erwachen. Das Quartett erreicht die Smaragdstadt, wo sie zwar freundlich empfangen, aber nicht zum herrschenden Zauberer von Oz vorgelassen werden sollen. Nachdem Dorothy in Tränen ausgebrochen ist, weil sie ihre Tante Emily nicht wieder sehen würde und sie annimmt, diese sei im wahrsten Sinne krank vor Sorge, lässt die Wache sie aus Mitleid zum Zauberer in den Thronsaal. Der Zauberer erscheint ihnen als schwebender Kopf in einer Rauchsäule mit bedrohlich lauter Stimme. Er sagt, er werde ihnen ihre Wünsche erfüllen, wenn sie ihm den Besen der bösen Hexe brächten.

So macht sich das Quartett erneut auf den Weg. Als sie im verwunschenen Wald ankommen, schickt die böse Hexe, die die Reisenden mit ihrer Kristallkugel beobachtet hatte, ihre Armee geflügelter Affen, die Dorothy entführt. Um sich der roten Halbschuhe zu bemächtigen, will sie Dorothy töten. Doch anstatt entmutigt aufzugeben rücken Dorothys Begleiter alleine bis zur Burg der Hexe vor, um Dorothy zu retten. Dank einiger Listen, die sich die Vogelscheuche ausgedacht hat, und dem Löwen, der das verbliebene Trio mutig in die Burg führt, gelingt es ihnen, Dorothy aus dem Zimmer, in dem sie gefangen gehalten wird, zu befreien. Beim Versuch aus der Burg zu fliehen werden sie von der Hexe und ihren Wachen in die Enge getrieben. Die Hexe möchte Dorothy nun umso mehr leiden lassen, indem sie zuerst ihre Begleiter und erst danach sie tötet. Als sie das Stroh der Vogelscheuche in Brand setzt, greift Dorothy zu einem nahestehenden Eimer Wasser und löscht die Vogelscheuche direkt wieder. Dabei überschüttet sie versehentlich auch die Hexe mit Wasser. Daraufhin schmilzt die Hexe zu einer Pfütze ein. Die Wachen lassen das Quartett schließlich mit dem Besen der Hexe in die Smaragdstadt zurückkehren.

Wieder in der Smaragdstadt angekommen, treten die vier wieder vor den Zauberer, der etwas überrascht darüber, dass das Quartett seine Aufgabe erfolgreich bewältigt hat, einen Tag nachdenken möchte, ob er ihnen hilft. Da entdeckt das Quartett zufällig, dass hinter einem Vorhang jemand versteckt ist. Es zeigt sich, dass der Zauberer eigentlich gar kein echter Zauberer ist, sondern ein Jahrmarktschausteller aus Kansas, der sich Oz nennt und sein Gesicht mittels einer speziellen Apparatur, die auch seine Stimme verstärkt, in eine Rauchsäule projiziert. Vor Jahren hat es Oz mit einem Heißluftballon in das Zauberland verschlagen. Er kann dennoch die Wünsche des Quartetts erfüllen. Er erklärt der Vogelscheuche, dass es, wo er herkomme, viele Menschen gäbe, die als sehr schlau angesehen würden, obwohl sie nicht mehr Verstand hätten als die Vogelscheuche, deren cleveren Einfällen Dorothys Rettung zu verdanken ist. Sie unterschieden sich von der Vogelscheuche nur dahingehend, dass ihnen ihr Verstand von einer Universität bescheinigt wurde. So schenkt der Zauberer der Vogelscheuche ein Diplom als Symbol für ihren Verstand. Dem Löwen erklärt er, dass sich, wo er herkomme, viele Leute für ihren Mut feiern ließen, die nicht mehr Courage hätten als der Löwe. Das einzige, was sie vom Löwen unterschiede, der durch seinen Mut maßgeblich zu Dorothys Rettung beigetragen hat, sei, dass ihnen ihr Mut durch einen Orden bestätigt wurde. So schenkt er dem Löwen einen Orden als Symbol für seinen Mut. Dem Zinnmann erklärt er, dass es, wo er herkomme, viele Gutmenschen gäbe, die nicht mehr Herz hätten, als er bei der Rettung Dorothys gezeigt hätte. Um dies zu symbolisieren, schenkt er dem Zinnmann eine schlagende Uhr in Herzform an einem Band zum Umhängen.

Dorothys Wunsch will er erfüllen, indem er sie persönlich mit seinem Ballon zurück nach Kansas bringt. Bevor er losfliegt, benennt er noch die Vogelscheuche, den Löwen und den Zinnmann öffentlich zu seinen Vertretern, bis er womöglich eines Tages wiederkehre. Als Dorothy zum Zauberer in den Ballon-Korb steigen möchte, löst sich der Ballon und fliegt ohne sie davon. Dorothy glaubt nun, nie mehr heim zu kommen, was sie sehr traurig macht, denn obwohl sie sich in Oz sehr wohlfühlt, ist es ihr sehnlichster Wunsch wieder heimzukehren. Da erscheint Glinda und erklärt ihr, dass sie nur die Hacken der roten Halbschuhe drei Mal zusammenschlagen und sich nach Hause wünschen müsse. Sie konnte ihr das nicht vorher sagen, da Dorothy zuerst, wie ihre drei Begleiter alleine feststellen müsse, was ihr sehnlichster Wunsch sei. Dorothy schlägt die Hacken der magischen roten Halbschuhe zusammen und denkt dabei „Es ist nirgendwo so schön wie daheim.“.

Nachdem Dorothy ihren sehnlichsten Wunsch, wieder nach Kansas heimzukehren, formuliert hat, erwacht sie in einem Bett in einem Haus in Kansas, ihre Tante Emily und ihr Onkel Henry an ihrer Seite, wobei der Film wieder zu einem Schwarzweißfilm wird.[1] Als sie den beiden von ihren Abenteuern in Oz erzählen möchte, wiegeln diese ab und sagen, das sei nur ein Traum gewesen.

Besetzung[Bearbeiten]

Mehrere Schauspieler hatten eine Rolle in Kansas sowie ein Pendant in Oz. So übernahm Frank Morgan sogar fünf Rollen. Das Volk der Munchkins wurde von der Theatertruppe des Österreichers Leopold von Singer gespielt, insgesamt waren es 124 Darsteller. Die deutsche Synchronfassung stammt vom MGM Synchronisations-Atelier Berlin.[2][3]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Dorothy Gale - ein Mädchen aus Kansas Judy Garland Margot Leonard
Professor Marvel - ein Schausteller in Kansas
Oz, der Zauberer von Oz
Torwächter der Smaragdsstadt
Kutscher in der Smaragdstadt
Wachmann vor dem Gebäude des Zauberers
Frank Morgan Georg Thomalla
Hunk - Arbeiter auf der Farm
Die Vogelscheuche
Ray Bolger Herbert Weißbach
Hickory - Arbeiter auf der Farm
Der Zinnmann
Jack Haley Walter Bluhm
Zeke - Arbeiter auf der Farm
Der Löwe
Bert Lahr Alfred Balthoff
Miss Almira Gulch - eine Landlady aus Kansas
Die böse Hexe des Westens
Die böse Hexe des Ostens
Margaret Hamilton Gertrud Spalke
Glinda, die gute Hexe des Nordens Billie Burke Agnes Windeck
Aunt Em (Emily), Dorothys Tante Clara Blandick
Uncle Henry, Dorothys Onkel Charley Grapewin
Nikko, Anführer der fliegenden Affen Pat Walshe
Hauptmann der Hofgarde der bösen Hexe Mitchell Lewis
Toto, Dorothys Hund Terry
Das Volk der Munchkins (Auswahl)
Bürgermeister der Munchkins Charlie Becker
Coroner der Munchkins Meinhardt Raabe
Berater des Bürgermeisters Billy Curtis
Lollipop-Munchkins Jakob Gerlich, Jerry Maren, Harry Earles
Ballett-Munchkins Yvonne Moray, Olga Nardone, Nita Krebs
Geiger/Stadtschreier/Soldat Mickey Carroll
Trompeter/Soldat/Schlafendes Kind Karl Slover
Dorfbewohnerin Daisy Earles
ein Teil der Munchkins The Singer Midgets (eine Theatergruppe)

Hintergrund[Bearbeiten]

Produktion[Bearbeiten]

  • Der US-amerikanische Kinderbuchklassiker Der Zauberer von Oz war das erste erfolgreiche Kinderbuch seiner Art eines US-Amerikaners.
  • Der Film kostete seinerzeit 2,777 Millionen US-Dollar (2,2 Mio. Euro; 2,7 Mio. Schweizer Franken).[4] Inflationsbereinigt stellt dies heute etwa einen Gegenwert von 48 Mio. US-Dollar (38 Mio. Euro; 46 Mio. Schweizer Franken) dar.
  • Das weltweite Einspielergebnis des Films liegt bei 17.678.431 US-Dollar (14 Mio. Euro; 17 Mio. Schweizer Franken).[5] Inflationsbereinigt stellt dies heute etwa einen Gegenwert von 308 Mio. US-Dollar (246 Mio. Euro; 295 Mio. Schweizer Franken) dar.
  • Nachdem zunächst Richard Thorpe die Regie übernommen hatte, wurde er nach einigen Wochen durch Victor Fleming ersetzt. Das führte dazu, dass die Kosten für den Film eskalierten und aus Das zauberhafte Land die teuerste MGM-Produktion seit Ben Hur machten. Nach der Premiere gab es teilweise durchwachsene bis schlechte Kritiken. Besonders Graham Greene mochte den Streifen überhaupt nicht. Am Ende spielte der Film jedoch alle Kosten wieder ein und warf sogar Profit ab.
  • Die Besetzung des Films war für MGM problematisch. Ursprünglich sollte die teure Produktion als Vehikel für Shirley Temple dienen, die von 1935 bis 1938 der beliebteste Kinostar des Landes war. 20th Century Fox wollte sich von seinem größten Kassenmagneten nur trennen, wenn MGM im Gegenzug das populäre Gespann Clark Gable und Jean Harlow für die Verfilmung des großen Feuers von Chicago in dem Henry-King-Film In Old Chicago ausleihen würde. Die Pläne scheiterten 1937 durch den überraschenden Tod von Harlow. Dann wurde überlegt, die Rolle an die damals 16-jährige Deanna Durbin zu geben, die mit ihren Musicals seit 1936 praktisch im Alleingang das Filmstudio Universal vor dem Ruin bewahrt hatte. Auch diese Pläne zerschlugen sich am Ende. Die Wahl von Judy Garland war eher eine Verlegenheitslösung, da die Schauspielerin bereits sehr weibliche Formen entwickelt hatte und es große Schwierigkeiten bereitete, aus ihr wieder eine Plain Jane, also eine graue Maus aus dem Mittelwesten zu machen.
  • Im Gegensatz zu den deutschen Buchausgaben, in denen der Holzfäller eindeutig aus Blech besteht, übersetzt die deutschsprachige Synchronfassung Tin-Man, als Zinnmann, was falsch ist, da Zinn nicht rosten kann.
  • Um den Unterschied zwischen dem eintönigen Alltag auf der Farm und der fantastischen Welt von Oz zu symbolisieren, wurden die Szenen im Land Oz farbenprächtig und aufwändig gestaltet, während jene in Kansas auf der Farm monochrom sind und schlicht erscheinen.

Kulturelle Rezeption[Bearbeiten]

  • 2003 erstellte die Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit zahlreichen Filmschaffenden einen Filmkanon für die Arbeit an Schulen und nahm diesen Film in ihre Liste auf.
  • Immer wieder tauchen Gerüchte um eine angebliche Synchronizität des Films mit dem Album The Dark Side of the Moon der britischen Rockgruppe Pink Floyd auf. Eine Reihe von Musikfans behauptet, dass bei einem parallelen Abspielen des Albums und des Films die Musik von Pink Floyd die visuellen Eindrücke des Films gelegentlich sehr deutlich wiedergibt.
  • Ein weiterer Mythos, der sich auch heute hartnäckig hält, betrifft eine Szene, in der Dorothy, der Strohmann und der Blechmann, das Lied “We’re off to see the Wizard” anstimmend, zum ersten Mal gemeinsam zur Smaragdstadt aufbrechen. In dieser Szene ist eine dunkle Gestalt zwischen den Bäumen im Hintergrund zu sehen, die anscheinend am Hals von einem Ast hängend hin und her schwingt. Diese Erscheinung ließ die Vermutung aufkommen, dass es sich dabei um einen Munchkin-Darsteller gehandelt habe, der aus Liebeskummer am Set Selbstmord begangen hätte. Nach offiziellen Studioinformationen soll es sich dabei aber um einen Laufvogel - ein Kranich - gehandelt haben, der sich (wie einige andere Vögel) als Leihgabe vom Los Angeles Zoo am Set befand, um etwas mehr Realität in den Film einfließen zu lassen.[6][7][8] Für die VHS- und DVD-Veröffentlichung wurde die Szene nachbearbeitet und ein gut erkennbarer Kranich ins Bild geschnitten, um den Mythos zu vernichten.

Filmmusik[Bearbeiten]

Folgende Lieder werden im Film gesungen:

  • Over the Rainbow – Dorothy
  • Come Out, Come Out, Wherever You Are – Glinda / Munchkins
  • It Really Was No Miracle – Dorothy / Munchkins
  • We Thank You Very Sweetly – Munchkins
  • Ding-Dong! The Witch Is Dead – Munchkins
  • As Mayor of the Munchkin City – Munchkins
  • As Coroner I Must Aver – Munchkin-Anführer
  • The Lullaby League – Munchkin-Mädchen
  • The Lollipop Guild – Munchkin-Jungen
  • We Welcome You to Munchkinland – Munchkins
  • You’re Off to See the Wizard – Munchkins
  • If I Only Had a Brain – Vogelscheuche / Dorothy
  • We’re Off to See the Wizard – Dorothy / Vogelscheuche / Löwe
  • If I Only Had a Heart – Zinnmann
  • If I Only Had the Nerve – Löwe
  • Optimistic Voices – Chor
  • The Merry Old Land of Oz – Dorothy / Vogelscheuche / Löwe / Zinnmann / Kutscher / Chor
  • If I Were King of the Forest – Dorothy / Vogelscheuche / Löwe / Zinnmann

Das bekannteste Lied des Films, Over the Rainbow wurde vom American Film Institute auf Platz 1 der 100 besten amerikanischen Filmsongs aller Zeiten gewählt. Das Lied sollte zunächst aus der Endfassung herausgeschnitten werden, da die Produzenten fanden, die Nummer klinge zu erwachsen und reif für einen Kinderfilm. Die homosexuelle Gemeinschaft der Vereinigten Staaten empfand Over the Rainbow später als perfekten Ausdruck ihrer eigenen Sehnsüchte nach einer toleranteren und besseren Welt, sodass er zu einer Art Hymne für sie wurde. Auch die Regenbogenfahne empfing hier ihre erste Anregung.

We’re off to see the Wizard wurde zur inoffiziellen Marschhymne der australischen Truppenverbände im Zweiten Weltkrieg.

Ding-Dong! The Witch Is Dead stieg als Reaktion auf den Tod der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher im April 2013 bis auf Platz 1 der britischen iTunes-Charts und der Amazon UK-Charts.[9]

Fortsetzung, Prequel und Wiederaufführung[Bearbeiten]

  • 1985 drehte Walter Murch basierend auf weiteren Buchvorlagen L. Frank Baums für die Disney-Studios Oz – Eine fantastische Welt, in der das Mädchen Dorothy Gale nach ihrer Rückkehr nach Kansas für verrückt gehalten wird, in eine Nervenklinik eingewiesen wird und anschließend erneut nach Oz gerät.
  • 2013 kam der von Sam Raimi ebenfalls für die Disney-Studios gedrehte Film Die fantastische Welt von Oz in 3D in die Kinos, der die Vorgeschichte zum Zauberer von Oz erzählt und aufklärt, wie genau der Zauberer nach Oz kam und dort zum Herrscher wurde. Hierfür wurden wesentliche Stilelemente wie insbesondere die monochrome Darstellung von Kansas im Gegensatz zur farbenprächtigen Darstellung von Oz wieder aufgegriffen. Der Film basiert jedoch nicht auf den Geschichten von L. Frank Baum.
  • 2013 feierte der Film anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums eine Wiederaufführung. Die in 3D konvertierte Neuauflage lief am 12. September in einigen Kinos in Deutschland an und erschien kurz darauf auf Blu-Ray.[10]

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein Musical-Klassiker, der einiges an Patina angesetzt hat, heute nur in Einzelszenen gelungen erscheint, aber nach wie vor gute Unterhaltung bietet.“

Lexikon des Internationalen Films[11]

„Ein Kindermärchen, das durch die zauberhafte Aufmachung […] auch Erwachsene anspricht.“

6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 497

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1998 wählte das American Film Institute den Film auf Platz 6 der 100 besten Filme aller Zeiten. (2007 auf Platz 10)
  • Außerdem wählte das Institut die böse Hexe des Westens, die von Margaret Hamilton dargestellt wird, auf Platz 4 der Top 50 Schurken aller Zeiten.
  • Das Zitat von Dorothy Gale, als sie in Oz ankommt (“Toto, I have a feeling we’re not in Kansas anymore.”, deutsch „Toto, ich habe das Gefühl, wir befinden uns nicht mehr in Kansas.“) erreichte in der Rangliste des American Film Institutes Platz 4 der 100 besten Filmzitate aller Zeiten. Es wurde, immer mindestens leicht abgewandelt, in mindestens 57 nachfolgenden Filmen und Fernsehserien verwendet.[12] Ein anderes Zitat des Films („Am schönsten ist es zu Hause.“) erreichte in derselben Liste Platz 23.
  • Das American Film Institute wählte den Film auf Platz 3 der 25 besten Musicalfilme aller Zeiten.
  • 2008 wählte das American Film Institute Das zauberhafte Land sogar auf Platz 1 der zehn besten Fantasyfilme aller Zeiten. Dabei konnte sich der Film sogar gegenüber einem teuren Leinwandepos wie Der Herr der Ringe: Die Gefährten durchsetzen, welches es „nur“ auf Platz 2 schaffte.
  • Das zauberhafte Land ist einer der wenigen Filme, die auf der Website Metacritic den höchstmöglichen Metascore von 100 Punkten erreicht haben.[13]

Medien[Bearbeiten]

DVD[Bearbeiten]

  • Der Zauberer von Oz (1 DVD), 2001
  • Der Zauberer von Oz (Special Edition, 2 DVDs), 2005
  • Der Zauberer von Oz (70th Anniversary Edition), 2010

Filmmusik[Bearbeiten]

  • Harold Arlen, E. Y. Harburg, Herbert Stothart, John Fricke: The Wizard of Oz – The Deluxe Edition. Rhino Records/Turner 1995, R2 71964
  • Harold Arlen: The Wizard of Oz. (Musiknoten). Alfred Publishing Company 1997, ISBN 0-89898-623-0

Literatur[Bearbeiten]

auf Deutsch erschienen als Out of Kansas in Überschreiten Sie diese Grenze, Schriften 1992–2002, Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg, 2004, ISBN 3-498-05773-1
  • Michael Patrick Hearn (Hrsg); Alles über den Zauberer von Oz von L. Frank Baum, Europa Verlag Hamburg, 2003, ISBN 3-203-75550-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Der Zauberer von Oz/Das zauberhafte Land – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Paul Nathanson: Over the Rainbow: The Wizard of Oz as a Secular Myth of America, 1991, S. 28 [1]
  2. Das Zauberhafte Land. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 13. Dezember 2012.
  3. Thomas Bräutigam: Stars und ihre deutschen Stimme. Lexikon der Synchronsprecher, Marburg 2009
  4. Zu den Kosten des Films (englisch); abgerufen am 11. März 2013.
  5. Einspielergebnis von Der Zauberer von Oz bei BoxOfficeMojo.com (englisch); abgerufen am 7. April 2013.
  6. Leslie Dolittle: "Really Most Sincerely, Still a Munchkin." 29. Oktober 1996.
  7. Snopes.com: "Wizard of Oz" Munchkin Suicide: Hanging Munchkin
  8. What's the myth of the hanging Munchkin?. August 2006.
  9. Spiegel.de: „Ding Dong! The Witch Is Dead“: Die tote „Hexe“ Thatcher stürmt die Charts (abgerufen am 10. April 2013)
  10. Der Zaberer von Oz 3D, digitaleleinwand.de, aufgerufen am 20.Juni 2014
  11. Der Zauberer von Oz (1939) im Lexikon des Internationalen Films
  12. Not in Kansas Anymore: a supercut, fourfour.typepad.com, 16. Dezember 2010
  13. Metacritic: The Wizard of Oz auf Metacritic.com, abgerufen am 3. April 2013