Der große Ziegfeld

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Filmdaten
Deutscher Titel Der große Ziegfeld
Originaltitel The Great Ziegfeld
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1936
Länge 176 Minuten
Altersfreigabe FSK o. A.[1]
Stab
Regie Robert Z. Leonard
Drehbuch William A. McGuire
Produktion Hunt Stromberg
Musik Arthur Lange
Kamera Oliver T. Marsh,
Ray June,
George Folsey
Schnitt William S. Gray
Besetzung

Der große Ziegfeld (OT: The Great Ziegfeld) ist ein US-amerikanisches Filmmusical des Regisseurs Robert Z. Leonard aus dem Jahr 1936 und lehnt sich an das Leben des gleichnamigen Theater- und Filmproduzenten Florenz Ziegfeld junior und seiner beiden Stars Anna Held und Billie Burke an. Die Hauptrollen spielen William Powell, Myrna Loy sowie Luise Rainer. Der Film gewann den Oscar als Bester Film des Jahres.

Handlung[Bearbeiten]

Obwohl sie Konkurrenten sind, sind die beiden Revueshow-Produzenten Florenz Ziegfeld jr. und Jack Billings befreundet. Beide Shows benötigen Stars. Ziegfelds Auffassung einer guten Show basiert auf der Anziehungskraft starker Männer, während Billings auf Musik, Tanz und schöne Frauen schwört. Wegen Schaukampfmanipulation muss Ziegfeld nach London fliehen. Dorthin will auch Billings, um eine französische Sängerin unter Vertrag zu nehmen. Doch Ziegfeld schafft es nicht nur, dass die Sängerin bei ihm unterschreibt, sondern ihn zudem auch heiratet. Zurück am Broadway nimmt Ziegfeld sein nächstes Projekt in Arbeit: Keine Einzelstars, sondern das Ensemble, die Ziegfeld Follies, bestechend durch Kostüme und Ausstattung. Mit der Zeit wird immer klarer, dass Ziegfeld zwar ein Publikumskenner ist, er aber auch über seine Verhältnisse lebt und somit seine Produktionsfirma am Rande des Bankrotts schwebt.

Gleichzeitig schildert der Streifen das verwickelte Privatleben des Impresarios. Seine erste Ehe mit Anna Held scheitert an seiner mangelnden ehelichen Treue. Er lässt sich scheiden und heiratet in zweiter Ehe die bekannte Schauspielerin Billie Burke. Auch während der Ehe mit Burke hat Ziegfeld einige Affären, darunter mit der skrupellosen Audrey Dane. Am Ende ist Ziegfeld bankrott und sieht sein Lebenswerk in Trümmern.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film basierte auf dem Leben des Broadwayproduzenten Florenz Ziegfeld jr., der für seine opulenten Revuen und Bühnespektakel und seine Showtruppe der Ziegfeld Girls bekannt war. Unter seiner Ägide wurden unter anderem Fanny Brice, Ray Bolger und Harriet Hoctor bekannt. MGM einigte sich mit seiner Witwe Billie Burke über die Verfilmung einiger Aspekte aus dem Leben des Impresarios. Der Film kostete rund 1,5 Millionen US-Dollar und wurde damit zu einer der teuersten Produktionen des Studios seit Ben Hur von 1925. Die Einspielergebnisse beliefen sich am Ende auf rund drei Millionen US-Dollar.

Die Hauptrolle übernahm der Schauspieler William Powell, der seit seinem Auftritt 1934 in Der dünne Mann zu den beliebtesten Darstellern in Hollywood aufgestiegen war. Für die Rolle seiner ersten Frau Anna Held wurde Luise Rainer gewonnen, die erst im Vorjahr an der Seite von Powell in Escapade ihr amerikanisches Debüt gegeben hatte. Das Studio lancierte sie als neue Garbo, und von den damaligen Kritikern wurde besonders ihre Darstellung in der Telefonszene gelobt, in der Anna von der Hochzeit ihres Ex-Mannes erfährt und ihm mit Tränen in den Augen alles Gute wünscht. Zur allgemeinen Überraschung gewann Rainer für ihren nur gut 20 Minuten dauernden Auftritt den Oscar als Beste Hauptdarstellerin gegen die Konkurrenz von Irene Dunne. Myrna Loy, die bereits oft neben Powell gespielt hatte, übernahm die Rolle von Ziegfelds zweiter Frau. Der Film wurde mit viel Opulenz in Szene gesetzt. Bekannt wurde vor allem die Choreographie der Nummer A Pretty Girl is Like a Melody, die fast sieben Minuten dauert und Kosten im sechsstelligen Dollarbereich verursachte.

Das Studio verwendete den Namen von Ziegfeld noch für zwei weitere Revuefilme: Ziegfeld Girl von 1941 mit Lana Turner, Hedy Lamarr und Judy Garland sowie Ziegfelds himmlische Träume (Ziegfeld Follies) aus dem Jahr 1946, in dem Powell den Impresario ein weiteres Mal verkörperte.

Kritiken[Bearbeiten]

Die zeitgenössischen Kritiker lobten den Aufwand und die Liebe zum Detail.

In der New York Times stand:

If the picture overcrowds its screen, at least we must admit it is an impressive kaleidoscope; and probably nothing short of that could reflect the gaudy career of America’s foremost showman. Mr. Powell’s portrayal is no less attractive than it is flattering to the original. Miss Loy is a stately Billie Burke, and somewhat lacking, we fear, in Miss Burke’s effervescence and gayety. Miss Rainer continues to justify the epithet winsome, but is inclined to emotional excesses which are not entirely justified and frequently were extremely trying. Frank Morgan is splendid, as usual, as Billings, a composite of several Broadway theatrical producers, and there is valuable assistance from Virginia Bruce, as an equally composite showgirl; from Reginald Owen as Ziegfeld's business manager and Ernest Cossart as his valet.
Wenn die Bilder auch derart überfrachtet sind, müssen wir anerkennen, dass wir ein eindrucksvolles Kaleidoskop vor uns haben; und vermutlich könnte keine kürzere Fassung auch nur ansatzweise die Karriere von Amerikas erstem Showman nachvollziehen. Mr. Powell's Darstellung ist nicht weniger attraktiv als das Original. Miss Loy ist eine imposante Billie Burke, und wir verlieren uns förmlich in Miss Burke's Übermut und Pracht. Miss Rainer bedient einmal mehr das Attribut liebreizend, neigt aber zu emotionalen Ausnahmezuständen, die manchmal deplatziert und teilweise sehr bemüht wirken. Frank Morgan ist in der Rolle des Billings, einer Kombination verschiedener Broadway-Produzenten, wie gewöhnlich großartig, und auch Virginia Bruce als vielschichtiges Showgirl trägt zum Erfolg bei; wie auch Reginald Owen als Ziegfeld's Manager und Ernest Cossart als Hausdiener.

Das Lexikon des Internationalen Films befand:

Weniger ein dramaturgisch durchkonstruierter Film als ein Bilderbogen mit ausführlichen und aufwendigen Revue-Einlagen.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Der große Ziegfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 79 kB) der FSK
  2. Der große Ziegfeld im Lexikon des Internationalen Films