Bizzenbach

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Bizzenbach
Karte Erlenbach TS.png
Daten
Gewässerkennzahl DE: 24882
Lage Wehrheim, Taunus, Hessen, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Erlenbach → Nidda → Main → Rhein → Nordsee
Quelle nordöstl. Vogelberg
50° 17′ 55″ N, 8° 38′ 11″ O50.2986111111118.6363888888889390
Quellhöhe 390 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Wehrheim in den Erlenbach50.2952777777788.5783333333333105Koordinaten: 50° 17′ 43″ N, 8° 34′ 42″ O
50° 17′ 43″ N, 8° 34′ 42″ O50.2952777777788.5783333333333105
Mündungshöhe 105 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 285 m
Länge etwa 4 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 9,5 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen (oberhalb Pegel)
Kleinstädte WehrheimVorlage:Infobox Fluss/BILD_fehlt
Ludwig Bender Bad im Bizzenbachtal

Der Bizzenbach (Pissebach) ist ein Mittelgebirgsbach im Bundesland Hessen, Deutschland. Er entspringt im Taunus und mündet in den Erlenbach.

Geografisches[Bearbeiten]

Der Bizzenbach entspring im Waldgebiet des Taunus, durchfließt das Munitionsdepot bei Wehrheim und fließt durch das ausschließlich landwirtschaftlich genutzte Bizzenbachtal in westlicher Richtung. Er war ursprünglich der Wasserlieferant für das Ludwig-Bender-Bad (Freibad) der Gemeinde Wehrheim. Heute verläuft der Bach unmittelbar neben dem Schwimmbad.

Der Bizzenbach ist ab dem Austritt aus dem Wald nahezu vollständig begradigt. Die Statistik des Landes weist ihn zu 10 % als deutlich verändert, zu 77,5 % als stark verändert und zu 12,5 % als sehr stark verändert aus.[1] Ab dem Ortseingang Wehrheim fließt der Bach überwiegend in einem kanalisierten Gewässerbett.[2]

Im Sommer fällt der Bach vielfach trocken. Verantwortlich hierfür sind Wasserentnahmen durch Flachbrunnen (für Landwirtschaft und das Schwimmbad), die Versiegelung im Bereich des Munitionsdepots und landwirtschaftliche Drainagen.[3] Die Gemeinde Wehrheim plant den Erwerb eines Uferrandstreifens von jeweils 10 Meter auf beiden Seiten des Baches (insg. 20 ha) für Hochwasserschutz- und Renaturierungsmaßnahmen und führt hierzu ein Flurneuordnungsverfahren durch.[4]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Etwa einen Kilometer außerhalb von Wehrheim liegt im Bizzenbachtal das Wehrheimer Freibad. In der Nachbarschaft befindet sich der ehemalige Jüdischer Friedhof von Wehrheim.

Zuflüsse[Bearbeiten]

  • Langwiesengraben (rechts), Wehrheim (1,8 km)

Wüstung Bizzenbach[Bearbeiten]

Im Bizzenbachtal lag im Spätmittelalter der Ort Bizzenbach. Er bestand aus ca. 6 Höfen, die dem Kloster Thron zinspflichtig waren. In einer Zinsliste des Klosters wird der Ort Pissinbach 1310 erstmals erwähnt.[5] An seiner Stelle wurden Reste eine Backofens und eines gemauerten Brunnens gefunden.[6] Der Ort wurde erneut am 29. Mai 1336 urkundlich erwähnt.[7] Die letzte urkundliche Erwähnung erfolgte 1536. Wann der Ort genau zur Wüstung wurde ist nicht bekannt. Spätestens im Jahre 1624 war der Ort jedoch untergegangen.[8] Th. Geisel gibt an, dass der Ort aus zwei Teilen, nämlich Ober- und Niederbizzenbach bestand.[9]

Flusssystem Nidda[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GESIS (Gewässerstrukturgüteinfosystem) des MULV Hessen, der Bizzenbach ist unter der Kennziffer 24882 zu finden, Abruf: 23. April 2009
  2. Retentionskataster - Flussgebiet Bizzenbach
  3. Bund Osthessen zum Bizzenbach / Die Wasserpost Nr.13: November 2003
  4. Usinger Anzeiger vom 20. April 2009
  5. Johanna Koppenhöfer, Wirena - Wehrheim, 2009, ISBN 978-3-00-028403-8, Seite 74
  6. Jost Kloft: Territorialgeschichte des Kreises Usingen, Marburg 1971, ISBN 3-7708-0421X, Seite 203
  7. H. Ch. Senckenberg, Selecta iuris historiarum Band I, Seite 204
  8. K.Hellmich in: Nassovia XI, 119, 95
  9. Th. Geisel: Das Usinger Becken und seine Randgebiete, Diss Köln 1937 = Jahrbuch des nassauischen Vereins für Naturkunde, 84, 1937 131

Weblinks[Bearbeiten]