Wehrheim

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Hessen. Zum deutschen Wirtschaftswissenschaftler und Tischtennisspieler siehe Michael Wehrheim.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wehrheim
Wehrheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wehrheim hervorgehoben
50.3033333333338.5709722222222305Koordinaten: 50° 18′ N, 8° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 305 m ü. NHN
Fläche: 38,38 km²
Einwohner: 9331 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 243 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61273
Vorwahl: 06081
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 012
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 2
61273 Wehrheim
Webpräsenz: www.wehrheim.de
Bürgermeister: Gregor Sommer (CDU)
Lage der Gemeinde Wehrheim im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild

Wehrheim ist eine ländlich geprägte Gemeinde im Hochtaunuskreis in Hessen. Die Gemeinde liegt im Ballungsraum Rhein-Main, etwa 22 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main und 10 Kilometer nördlich der Kreisstadt Bad Homburg vor der Höhe.

Geografie[Bearbeiten]

Wehrheim

Geografische Lage[Bearbeiten]

Wehrheim liegt in 305 bis 400 Meter Höhe am Nordhang des Taunuskammes zwischen Bad Homburg vor der Höhe und Usingen. die Südgrenze des Stadtgebietes und teilweise auch der Gemarkung Wehrheim bildet der Limes. In den Wäldern südlich der Kerngemeinde liegt die Schanze Lochmühle, eine Wallanlage, die aufgrund fehlender Funde noch nicht datiert werden konnte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Wehrheim grenzt im Norden an die Stadt Usingen und die Gemeinde Ober-Mörlen (Wetteraukreis), im Osten an die Städte Friedberg (Hessen) und Rosbach vor der Höhe (beide Wetteraukreis), im Süden an die Städte Friedrichsdorf und Bad Homburg vor der Höhe, sowie im Westen an die Stadt Neu-Anspach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Obernhain

Die Gemeinde besteht aus den vier Ortsteilen Wehrheim, Obernhain, Pfaffenwiesbach und Friedrichsthal. Der Ortsteil Wehrheim verfügt mit dem Wohngebiet Saalburgsiedlung/Die Mark über ein räumlich abgetrenntes Wohngebiet, das jedoch kein gesonderter Ortsteil ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Obernhain

Erste Spuren einer Besiedelung sind bis in die Bronzezeit zu verfolgen. In Wehrheim wurde ein Gräberfeld der mittleren bis jüngeren Urnenfelderkultur (10./11. Jahrhundert v. Chr.) entdeckt. Die Ausgrabung dieses Feldes 1997 förderte sieben Urnengräber zu Tage, die wissenschaftlich ausgewertet werden konnten.[2] Wehrheim wurde im Jahre 1046 erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Heinrich III. vermachte in dieser Urkunde seiner Ehefrau Agnes das Eigengut „Wirena“. Später werden die Burggrafen von Friedberg als Eigentümer genannt. Im 13. Jahrhundert fällt das Reichsgut an die Grafen zu Diez. Unter den Grafen zu Diez erhielt der Ort 1372 die Stadtrechte, die aber 1814 wieder verloren gingen. 1243 entstand das Kloster Thron als Stiftung von Graf Gerhard von Dietz.

In der Nachfolge der Grafen zu Diez kam Wehrheim zu Nassau-Dillenburg. Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts führten die Grafen von Nassau die Reformation ein. Daraus ergaben sich Konflikte mit dem benachbarten Kurfürstentum Trier. Im Diezer Vertrag wurde 1564 eine Teilung der Hoheit über Wehrheim vereinbart. Das Amt Wehrheim verfügte damit sowohl über Nassauische als auch über Kurtrierische Behörden.

Später wurde Wehrheim Teil von Nassau-Usingen, dem Herzogtum Nassau und ab 1866 preußisch.

1895 ging die Bahnstrecke von Bad Homburg vor der Höhe, damals noch Homburg, über Friedrichsdorf nach Usingen in Betrieb und wurde einige Jahre später bis nach Weilburg verlängert. Damit wurde die Gemeinde enger an den Frankfurter Raum angebunden, eine Entwicklung, die sich in den folgenden 100 Jahren fortsetzte.

Heute zählt Wehrheim, genau wie die sonstigen Hochtaunus- und Main-Taunus-Gemeinden, zur bevorzugten Wohnlage kaufkraftstarker Bewohner.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden am 31. Dezember 1971 die Gemeinde Pfaffenwiesbach und der Ortsteil Friedrichsthal der Gemeinde Kransberg auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Wehrheim eingegliedert.[3] Am 1. August 1972 folgte die Eingliederung der Gemeinde Obernhain durch ein Landesgesetz.[4][5]

Für die Ortsteile Wehrheim, Pfaffenwiesbach, Obernhain und Friedrichsthal wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen den seitherigen Gemarkungsgrenzen.


Politik[Bearbeiten]

Rotes Rathaus Wehrheim

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,3 %
24,8 %
23,3 %
6,0 %
2,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,1 %p
-1,5 %p
+11,5 %p
-2,5 %p
+0,7 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 43,3 13 51,4 16
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 24,8 8 26,3 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 23,3 7 11,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 6,0 2 8,5 2
REP Die Republikaner 2,7 1 2,0 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 56,5 54,8

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 2002 ist Gregor Sommer (CDU) Bürgermeister des Ortes.

Bürgermeister Amtszeit
Johann Peter Jäger 1849–1882
August Manck 1882–1900
Peter Eifert 1900–1908
Heinrich Velte 1908–1928
Otto Friedrich Manck 1928–1929
Karl Dillenmuth (SPD) 1929–1933
Heinrich Wilhelm (NSDAP) 1933–1945
Ludwig Bender (CDU) 1946–1959
Richard Wagner (SPD) 1960–1979
Josef König (CDU) 1980–1985
Aribert Oehm (SPD) 1986–1991
Helmut Michel (CDU) 1992–2002
Gregor Sommer (CDU) 2002–heute

Partnerschaften[Bearbeiten]

„Brunnen der Freundschaft“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Wehrheim
Das zur Taufe eines ICE TD (Nr. 5510) auf die Gemeinde angefertigte Gemälde am Bahnhof

Trotz seiner idyllischen Lage im Taunus ist Wehrheim doch verkehrsgünstig gelegen und mit der sechs Kilometer entfernten Anschlussstelle Friedberg an die Bundesautobahn 5 und mit der acht Kilometer entfernten Anschlussstelle Oberursel-Nord an die Bundesautobahn 661 sehr gut an das Fernstraßennetz angeschlossen. Die Bundesstraße 456 wird als Umgehungsstraße um Wehrheim herumgeführt und führt über den Saalburgpass nach Bad Homburg und nördlich über Usingen nach Weilburg.

Die Gemeinde verfügt über zwei Bahnhöfe an der Taunusbahn genannten RMV-Linie 15: den Bahnhof Wehrheim und den Bahnhof Saalburg (beim Ortsteil Saalburgsiedlung).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Ein bekanntes Produkt aus Wehrheim sind die Ohrenstöpsel der Firma Ohropax GmbH, die unter der Marke Ohropax vertrieben werden. In der Orthopaedie werden künstliche Gelenke vielfach mit Knochenzementen verankert; der weltweit Bekannteste, Palacos, wird von Heraeus Medical in Wehrheim hergestellt.

Quarzit-Werk[Bearbeiten]

Im Köpperner Tal zwischen Köppern und Wehrheim, jedoch auf Köpperner Gebiet, betreibt die CEMEX Kies & Split GmbH, ein Tochterunternehmen der weltweit tätigen Cemex-Gruppe, einen großen Steinbruch, in dem seit Ende des 19. Jahrhunderts Quarzit abgebaut wird (siehe Köppern#Quarzit-Werk).

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wehrheim verfügt mit der Limes-Schule über eine Grundschule. 1837 wurde in Wehrheim das Gebäude der alten Schule errichtet, das seit 1984 Sozialwohnungen beherbergt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde für die Wehrheimer Schule ein neues Gebäude errichtet, das heute die Heinrich-Kielhorn-Schule nutzt. Die Grundschule selbst erhielt in den 1990er Jahren einen modernen Neubau und ist heute eine der größten Grundschulen des Kreises.

Weiterhin besteht mit der Heinrich-Kielhorn-Schule eine Förderschule für Lernhilfe. Bis zur Gebietsreform in Hessen war sie als Sonderschule des Kreises Usingen benannt. Am 5. November 1973 wurde sie nach Heinrich Kielhorn, einem Pionier der Sonderschulpädagogik, benannt.[6]

Jugendheim Taunusheim

Das im Jahr 1943 als Waisenhaus für Kriegswaisen gegründete Taunusheim war bis 1998 ein Kinder- und Jugendheim der Stadt Frankfurt am Main. Zuvor befand sich in dem Gebäude das 1906 errichtete Hotel Waldfriede. Das Hotel Waldfriede musste 1932 Konkurs anmelden und ging 1942 in den Besitz der Stadt Frankfurt über, die es als Kinderheim nutzte. In den letzten 20 Jahren seines Bestehens war das Taunusheim das Zuhause von bis zu 18 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren, welche rund um die Uhr in zwei Gruppen betreut wurden. Im Jahre 1994 kam zudem eine Tagespflege-Gruppe hinzu. Das Heim wurde aufgrund von Sparmaßnahmen im Jahre 1998 geschlossen. Die dem Taunusheim angeschlossene Schule für Erziehungshilfe verblieb noch bis zum Jahr 2001 auf dem Gelände, bis diese nach Frankfurt-Höchst verlegt wurde.

Seitens der Gemeinde Wehrheim wird über die Verlegung der Heinrich-Kielhorn-Schule in das nun leer stehende Taunusheim nachgedacht.

1937 wurde der erste Kindergarten der Gemeinde in einem Raum im Rathaus eröffnet. Betrieben wurde er durch die NS-Volkswohlfahrt. Er musste im Krieg geschlossen werden. Am 15. September 1956 wurde in der alten Schule erneut ein Kindergarten eröffnet. Dezember 1973 zog der Kindergarten in das heutige Gebäude in der Wiesenau um. 1994 kam der Kindergarten in der Lache und 2003 der Kindergarten am Bügel hinzu.

Munitionsdepot[Bearbeiten]

Im Wald zwischen Wehrheim und Köppern befindet sich das Bundeswehr-Munitionslager „Köppern Süd“. Am 13. April 1949 wurden 154 Hektar Wald- und Wiesenfläche durch die US-Besatzungsbehörden beschlagnahmt und in den Folgejahren ein Munitionslager errichtet. 1970 gab es eine intensive politische Debatte, als das Lager von 60 Munitions-Lagerbunkern um weitere 223 Bunker erweitert werden sollte. Insbesondere die hierzu notwendige Rodung von 67,4 Hektar Wald und Sorgen über das Grundwassers wurden von vielen Wehrheimer Bürgern mit Bürgermeister Josef König (CDU) an der Spitze kritisiert. Gegen diese Bedenken wurde Dezember 1977 der Bau beschlossen und 1978/1979 umgesetzt. Die aufkommende Friedensbewegung griff die Kritik auf und veranstaltete bis Mitte der 80er Jahre eine Reihe von Protestveranstaltungen am Rande des Geländes. Gezielt wurde der Verdacht der Lagerung von Nuklearwaffen gestreut. Das Lager war jedoch von Anfang an für die Lagerung konventioneller Munition vorgesehen und genutzt. Nach Ende des Kalten Krieges wurde das Munitionsdepot 1997 von der Bundeswehr übernommen.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Wehrheim.

Museum[Bearbeiten]

Im ehemaligen Stadttor aus dem Jahr 1778 (dem sogenannten Untertor), einem Wahrzeichen des Ortes, befindet sich das Stadttormuseum Wehrheim, in dem auch die bronzezeitlichen Fundstücke der Urnenfelderkultur präsentiert werden. Im Jahr 1980 übernahm die Gemeinde Wehrheim das heruntergekommene Gebäude. Dank der Mitarbeit des Geschichtsvereins wurde das Haus saniert und seit 1983 vom Geschichtsverein als Museum genutzt.

Wehrheimer „Neue Mitte“[Bearbeiten]

Neue Mitte (im Bau)

Während die Innenstadt (oder Innendorf) zwischen Rotem Rathaus und Stadttor durch eine Reihe von sanierten Fachwerkhäusern an Qualität deutlich gewonnen hat, ist der Teil des Ortes, der direkt an der ehemaligen Bundesstraße 456 liegt, wenig sehenswert. Aus diesem Grund hat die Gemeinde die betreffenden Grundstücke erworben und errichtet bis Ende 2011 eine „Neue Mitte“ mit Wohn- und Einzelhandelsimmobilien.

Bauwerke[Bearbeiten]

Über das Gemeindegebiet verlaufen 13 Kilometer des Obergermanisch-Raetischen Limes, der 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Nahe dem Ortsteil Pfaffenwiesbach befindet sich das Römerkastell Kapersburg. Südlich, oberhalb von Wehrheim, an der Passstraße nach Bad Homburg, ist das restaurierte Römerkastell Saalburg zu besichtigen. Das „Rote Rathaus“ (die Bezeichnung bezieht sich auf den roten Backstein, nicht auf die politische Überzeugung der Bürgermeister) wurde 1859 neben der evangelischen Kirche erbaut und ist ein Blickfang in der Ortsmitte. In seinem Türmchen befindet sich eine Glocke die zu besonderen Anlässen geschlagen wird. Die Gemeindeverwaltung arbeitet nicht mehr im roten Rathaus sondern in modernen Funktionsgebäuden in der "neuen Mitte".

Kreuzstein

Außerhalb des Ortes befindet sich der Kreuzstein. Es handelt sich um ein kleines Kreuz aus Taunus-Quarzit ohne Inschrift. Der Stein war früher eventuell Grenzstein[8] oder auch ein Sühnekreuz[9]. Der Kreuzstein befand sich früher an anderer Stelle. 1970 wurde er vom Geschichts- und Heimatverein Wehrheim an der heutigen Stelle wieder aufgerichtet. Die Höhe betrug 65 cm[10].

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Evangelische Kirche

Die evangelische Kirche ist die größere der beiden Wehrheimer Kirchen. Sie wurde 1780 bis 1782 als barocke Dorfkirche errichtet und befindet sich direkt neben dem Rathaus. Die ersten Gottesdienste in der „neuen Kirche“ fanden in der Weihnachtszeit 1781 statt. An der Stelle der heutigen Kirche befand sich bereits vorher ein Kirchengebäude aus dem Mittelalter. Der marmorne Taufstein wurde vom damaligen Schultheißen Johannes Groos 1785 gestiftet. 1783 wurde eine Orgel von Johann Conrad Bürgy eingebaut und am 17. Juli 1783 eingeweiht. Die Orgel hat ein Manual und 16 Register mit rund 880 Pfeifen und ist eine von nur drei heute noch spielbaren Bürgy-Orgeln. Die Orgel wurde 2006 renoviert. Die Kirche verfügt über ein Geläut von drei Glocken. Die älteste wurde im Jahre 1638, die jüngste 1951 eingeweiht. Am 31. Oktober 1817 wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum 300. Jahrestag der Reformation „in der Gasse am Kirchhof'“ die „Lutherlinde“ gepflanzt. 1958 wurde diese wegen einer Straßenverbreiterung gefällt. Aus dem Holz schnitzte der Mainzer Bildhauer Friedrich Drössel die Kreuzigungsgruppe in der Kirche. Im Jahre 2005 erfolgte die Innenrenovierung. Hierbei wurden die ursprünglichen Pastellfarben wieder verwendet. [11]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Katholische Kirche

Die katholische Kirche wurde 1712-1713 im Auftrag des Erzbischofs von Trier auf den Resten der Wehrheimer Burganlage erbaut. Die Kirche ist seit 1744 dem Erzengel Michael geweiht. Der Chorraum mit neugotischen Fenstern und die Sakristei wurde 1899 bis 1902 unter Pfarrer Wilhelm Gotthardt den Chorraum angebaut. 1955 erfolgte unter Pfarrer Ernst Paul Roos erneut eine Renovierung und Umgestaltung der Kirche. Hierbei wurden die neubarocken Altaraufbauten des Hoch- und Marienaltars, die Kanzel und die 14 Kreuzwegstationen aus Nauort im Westerwald in die Wehrheimer Kirche übernommen.

In den Jahren 1970–1973 wurde die Kirche entsprechend der liturgischen Neuordnung des zweiten Vatikanischen Konzils noch einmal umgebaut. Hierbei wurden Kanzel, Hochaltar und Kommunionbank entfernt. 1993 wurde die Kirche innen erneut renoviert.

Der älteste Teil der Inneneinrichtung ist das über dem Altar hängende Kreuz von 1694. Neben dem Altar steht das marmorne Taufbecken aus dem Jahr 1729.[12]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Der jüdische Friedhof in Wehrheim war zwischen den Jahren 1864 und 1938 die Begräbnisstätte für die Mitglieder der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Anspach und Wehrheim. Diese jüdische Gemeinschaft wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ausgelöscht. Der Friedhof ist etwa zwei Kilometer außerhalb von Wehrheim im Bizzenbachtal nahe dem Ludwig Bender Bad gelegen. Etwa ein Dutzend Grabsteine sind erhalten geblieben und dienen der Erinnerung an die Geschichte der Juden in Wehrheim und den nationalsozialistischen Terror.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Die Lochmühle ist ein weithin bekannter Freizeitpark direkt am Bahnhof Saalburg der Taunusbahn. Auf dem Gelände befinden sich auch die (wenigen) Überreste des Kleinkastells Lochmühle.

Außerhalb des Ortsteils Wehrheim, Richtung Usingen, befindet sich am Waldrand die Sportanlage "Oberloh". Ein Rasensportplatz, Hartplatz, Laufbahn und Leichtathletikanlagen stehen den Sportlern genauso zur Verfügung wie ein Clubhaus und ein Spielplatz. Teil der Anlage ist das Schießsportzentrum "Oberloh", in dem sich Schießstände (50 m und 25 m) für Luftdruckwaffen, Kleinkalibergewehr und Sportpistolen befinden. Die TSG Wehrheim, die den Platz nutzt, wurde 1861 gegründet.

Im Ortsteil Obernhain, neben der Saalburgsiedlung die teuerste Wehrheimer Lage, befindet sich der Tennisclub sowie die Saalburghalle.

Die Sportanlage an der Kransberger Straße im Ortsteil Pfaffenwiesbach bietet einen Rasensportplatz, einen Hartplatz (Kleinsportfeld), eine Streetbasketballanlage sowie eine Inlineskateanlage. Daneben besteht auch hier ein Clubhaus.

Das Ludwig-Bender-Bad (benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister, in dessen Amtszeit es erbaut wurde) im Bizzenbachtal ist das Freibad der Gemeinde Wehrheim. Es wurde 1956 durch die US-Armee ausgehoben (als Gegenleistung für den Abbau von Wegematerial für das Munitionsdepot). Seitdem wurde es mehrfach erweitert und mit Solarheizung ausgestattet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Wehrheim geboren[Bearbeiten]

Mit Wehrheim verbunden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johanna Koppenhöfer: Wehrheim-Wirena - Die Chronik. 2009, ISBN 978-3-00-028403-8
  • Johanna Koppenhöfer: Wehrheim, ein befestigter Flecken. In: Ingrid Berg (Hrsg.): Heimat Hochtaunus. Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-7829-0375-7, Seiten 161–163

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wehrheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Eckhard Laufer: Wehrheim: das Tor zur Bronzezeit im Usinger Land. In: „Jahrbuch Hochtaunuskreis“, 1999, ISSN 0943-2108, Seite 167–175.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 379.
  4. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen vom 11. Juli 1972 In: GVBl. I 1972, 227
  5. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 275
  6. Angelika Baeumerth: Chronik 1972-2000 Hochtaunuskreis, 2001, Seite 11
  7. Einst in Händen der US-Armee, heute Areal der Bundeswehr, in Taunus Zeitung vom 25. Juni 2008
  8. Johanna Koppenhöfer: Wehrheim-Wirena, Seite 394-395
  9. Sühnekreuz.de; Kreuzstein über "Hessen" und "Hochtaunuskreis" suchen
  10. Heinrich Riebeling: Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen. Noltemeyer, Dossenheim/Heidelberg 1977, ISBN 3-88172-005-7 S.147, Ziff.5617.1
  11. Kirchenführer Hochtaunus, Seite 72/73 (PDF; 1,6 MB)
  12. Kirchenführer Hochtaunus, Seite 74/75 (PDF; 1,6 MB)