Blumentopf (Band)

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Blumentopf
Blumentopf bei der Rheinkultur 2011.
Blumentopf bei der Rheinkultur 2011.
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hip-Hop, Rap
Gründung 1992
Website http://www.blumentopf.com/
Aktuelle Besetzung
Cajus Heinzmann (Cajus, Heinemann, Master P)
Rapper
Bernhard Wunderlich
(Holunder, Holundermann, Wunder)
Rapper
Florian Schuster (Flo, Kung Schu, Schu)
Rapper
Roger Manglus (Roger, Specht)
Sebastian Weiss (Sepalot)

Blumentopf ist eine deutsche Hip-Hop-Band, die sich 1992 in Freising gegründet hat. Ihr erstes Album Kein Zufall veröffentlichten sie 1997 über Four Music, wo sie bis 2009 unter Vertrag standen. Seit 2010 stehen sie beim Plattenlabel EMI unter Vertrag.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Text und Musik

Story-Telling, die erste der zwei Hauptkomponenten im Rap, beherrscht den größten Teil ihrer Texte. Versucht wird humorvoll, (selbst-)ironisch und mit viel Wortwitz Alltags-, Beziehungs-, Party- und auch fiktive Geschichten zu erzählen. Hin und wieder wird jedoch auch klar Stellung bezogen zu ernsteren gesellschaftlichen und politischen Themen, beispielsweise in Da läuft was schief. Neben dem Anreißen allgemeiner gesellschaftskritischer Töne werden auch ganz konkrete Missstände in der Politik von George W. Bush, insbesondere dem Irak-Krieg, in Danke Bush! oder dem Boygroup-Fanatismus in 6 Meter 90 thematisiert. Dass Drogen und Hip-Hop nicht untrennbar miteinander verbunden sind, stellen sie auch in mehreren Liedern klar, so beispielsweise in Nur dass ihr wisst.

Battle-Rap, das zweite Standbein des Sprechgesangs, nimmt beim „Topf“ aus persönlichen Vorlieben eine untergeordnete Rolle ein. Passend zur entspannten, augenzwinkernden Grundeinstellung der Band sind die entsprechenden Tracks auch eher vom eigenen Profilieren als vom Schlechtmachen der anderen geprägt.

Die Beats, meist von DJ Sepalot produziert, haben sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt. Die ersten drei Alben, besonders das Debüt, sind eher oldschool-lastig, es werden Samples aus Funk, Jazz und Soul verwendet. Beim vierten Album Gern geschehen lassen sich jedoch auch kräftige Synthie-Beats und ungewöhnliche Ideen wie bei Jeder zweite linkt dich entdecken, dessen Beat komplett aus kurzen Filmmusik-Samples zusammengebaut wurde, darunter das Weihnachtslied „Santa Baby“. Seit Musikmaschine, dem fünften Album der Münchener Rapper, versucht die Band verstärkt den Sinn eines Songtextes in dem zugrunde liegenden Beat aufzugreifen. In dem Track Die Bretter, die die Welt bedeuten bilden beispielsweise Skateboard-Geräusche den Großteil des Beats.

In den letzten Jahren haben die einzelnen Bandmitglieder auch Instrumente gelernt, womit sie immer öfter Teile ihrer Lieder selbst einspielen; auf der Gern-gesehen-DVD war ebenfalls ein Live-Track zu sehen. In Zukunft will die Band dies noch ausweiten.

2005 unternahm die Gruppe eine Nah-Ost Tour auf Einladung des Goethe-Instituts. Diese dauerte vom 5. bis zum 26. November 2005.[1] Dabei spielte die Gruppe unter anderem in Tel Aviv, Betlehem, Beirut und Amman und kollaborierte mit lokalen Musikern wie der Y-Crew aus Ägypten, Jordanien, Israel, Syrien und dem Libanon.[2]

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 begann eine Zusammenarbeit mit dem deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Das Erste, um einen Nachfolger für das Fußball-Ballett, bei dem Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre die skurrilsten Szenen eines Matches mit klassischer Musik untermalt wurden, zu finden.[3] Innerhalb der Berichterstattung der Sportschau wurden die deutschen WM-Spiele in Form eines Liedes kommentiert. Diese wurden im Anschluss an die Spiele gesendet und in Anlehnung an herkömmliche Reportagen im Sinne einer rappenden Berichterstattung als „Raportage“ bezeichnet.[2] Dieses Konzept wurde weiter fortgesetzt, so auch zur Fußball-Europameisterschaft 2008[4] und zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010.[5]

Die Single Horst brachte ihnen die erste Platzierung in der Top 100 der deutschen Single-Charts. Das Lied Platz 80 kommentiert auf ironische Weise den gescheiterten Versuch der letzten Jahre dies zu erreichen. Roger kommentiert dies mit den Worten: „Wir sind eine Albumband, Auskopplungen verkauften wir nie gut.“[6]

Seit Mitte 2007 arbeiten die Bandmitglieder an verschiedenen Soloprojekten. Sepalots Album „Red Handed“ erschien Anfang Juni 2008, „Alles Roger“ von Roger Anfang Juli und Cajus' Album „Planet Cajun“ Anfang September desselben Jahres. Seit Anfang Mai 2008 sind Blumentopf zudem in ihrer wöchentlichen Radioshow bei on3radio zu hören.[4]

Blumentopf nahm als Vertreter für das Bundesland Bayern am Bundesvision Song Contest 2010, welcher am 1. Oktober 2010 in Berlin stattfand, teil und belegte den vierten Platz.[7]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

2001 und 2002 wurde Blumentopf von den Lesern der Hip-Hop-Zeitschrift Juice der Titel Beste Live-Band verliehen.

2010 erreichte die Band beim Bundesvision Song Contest den 4. Platz.

[Bearbeiten] Diskografie

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Großes Kino
  DE 21 16.08.1999 (9 Wo.)
Eins A
  DE 16 15.10.2001 (7 Wo.)
  AT 44 14.10.2001 (5 Wo.)
  CH 82 14.10.2001 (3 Wo.)
Gern geschehen
  DE 7 29.09.2003 (6 Wo.)
  AT 25 28.09.2003 (4 Wo.)
  CH 36 28.09.2003 (5 Wo.)
Musikmaschine
  DE 7 22.09.2006 (6 Wo.)
  AT 49 22.09.2006 (2 Wo.)
  CH 34 24.09.2006 (5 Wo.)
Wir
  DE 11 18.06.2010 (6 Wo.)
  AT 30 18.06.2010 (2 Wo.)
  CH 27 20.06.2010 (3 Wo.)
Singles
Horst
  DE 68 25.08.2006 (6 Wo.)
  AT 14 12.08.2006 (7 Wo.)
Solala
  DE 45 17.09.2010 (3 Wo.)
  AT 74 15.10.2010 (1 Wo.)

[8]

Alben
  • 1997: Kein Zufall
  • 1999: Großes Kino
  • 2001: Eins A (für den Comet nominiert)
  • 2003: Gern geschehen
  • 2006: Musikmaschine
  • 2010: Wir
Singles und EPs
  • 1996: Abhängen (EP unter dem Namen Da Blumentopf)
  • 1997: 6 Meter 90
  • 1997: Man kann nicht alles haben
  • 1998: Popcorn (limitierte Vinyl-EP)
  • 1999: Fensterplatz
  • 1999: Was der Handel
  • 2000: Safari
  • 2001: Liebe und Hass
  • 2001: R'n'B
  • 2002: Flirtaholics
  • 2003: Better Life GmbH feat. Smudo
  • 2003: Saftig / Sei da
  • 2004: Macht Platz
  • 2004: Alt feat. Texta
  • 2005: Weißt du wer?
  • 2006: Horst
  • 2007: Die City schläft
  • 2010: WIR
  • 2010: SoLaLa
  • 2011: Fenster zum Berg (mit der Blaskapelle Münsing)
DVDs
  • 2004: Gern Gesehen
Kollaborationen
Sonstige
  • 2005: Voices (Nippon Connection - Exchanging Tracks)
  • 2006: WM-Raportagen (ARD)
  • 2006: Kann man nich lern (Clueso feat. Blumentopf) (Juice Exclusive! auf Juice-CD #63)
  • 2006: Gute Musik (Juice Exclusive! auf Juice-CD #66)
  • 2006: Ja klar! (Juice Exclusive! auf Juice-CD #68)
  • 2008: EM-Raportagen (ARD)
  • 2009: Wahlwerbespot zur Bundestagswahl 2009
  • 2010: Laut (Juice Exclusive! auf Juice-CD #107)
  • 2010: WM-Raportagen (ARD)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. März-Ausgabe der Juice (2006) - Seite 11
  2. a b Interview, Die Zeit, Mathias Richel
  3. „Die Band Blumentopf zur WM 2010: »Die Fußballbegeisterung in Südafrika ist riesig«“, muenchen.business-on.de, Interview mit Karolina Skrobol, 24. Juni 2010
  4. a b br-online.de, topf on3radio
  5. Mediabox der Sportschau der ARD
  6. Interview „Wie unter Freunden“ mit Gregor Jossé vom cineastentreff.de
  7. http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/specials/bundesvision2010/06854.html?zan_pid=1423074125102148608 „Bundesvision Song Contest 2010 aus Berlin“], 2. Oktober 2010
  8. Chartquellen: Deutschland - Österreich - Schweiz

[Bearbeiten] Weblinks

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