Reportage
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Als Reportage (von lat. reportare = zusammentragen, zurückbringen; siehe Reporter) bezeichnet man im Journalismus eine räumlich wie zeitlich begrenzte Geschichte, die subjektive Aussagen enthält und nicht immer einem chronologischen Verlauf folgt.
Der Reporter erzählt aus der Perspektive eines Augenzeugen, den man als Protagonisten bezeichnet. Durch dessen Sicht soll dem Rezipienten das Miterleben der beschriebenen Ereignisse ermöglicht werden. Die Reportage schildert die Innenansicht einer Handlung. Es gibt keine thematische Beschränkung, allerdings kann er immer nur ein Thema und nicht mehrere Themen behandeln.
Dem Journalisten ist es – im Gegensatz zum Verfasser von Nachrichten oder Berichten – erlaubt, Fakten durch eigene Eindrücke zu ergänzen, die er bei seiner Anwesenheit am Ort des Geschehens gesammelt hat.
Idealerweise erzählt er, ohne dabei zu werten oder zu kommentieren, auch nicht durch Weglassen. Er beschränkt sich auf eine narrative Funktion.
Beispiel: „Ein Haus hat gebrannt.“ Die Reportage beschreibt detailliert, wie es darin aussieht, und versucht, beim Rezipienten „Kino im Kopf“ ablaufen zu lassen. Er schildert die „versengten, schwarzen Treppengeländer, denen man nur schwer ansieht, dass sie aus Holz sind“.
Eine Reportage kann verknüpft sein mit Interviews und Kommentaren.
Eine Reportage kann aus Text oder aus Bild bestehen (Fotoreportage) wobei die Kombination von Bild und Text die verbreitetste Form darstellt. Des Weiteren sind Reportagen im Hörfunk, Film und Fernsehen zu finden.
Auffallend ist, dass der Begriff Reportage im Alltag durch inflationären Gebrauch an Definitionsschärfe verliert. Vor allem in Bezug auf Fernsehen wird die Bezeichnung ohne Rücksicht auf Form und Inhalt verwendet. Notwendig ist vor allem die Unterscheidung von der Dokumentation und dem Feature.
Eine Sonderform ist die Prozess-Berichtserstattung. Zu den bekanntesten Gerichtsreportern und -reporterinnen gehören Gerhard Mauz, Peggy Parnass und Gisela Friedrichsen.
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[Bearbeiten] Berühmte Reporterinnen und Reporter
[Bearbeiten] Preise
Für deutschsprachige Reportagen wird jährlich der Egon-Erwin-Kisch-Preis im Rahmen des Henri-Nannen-Preises vergeben. Der Henri-Nannen-Preis, der vom Stern ausgelobt wird, ist die angesehenste Ehrung in der Branche. Einziger weltweiter Reportageliteraturpreis ist der Lettre Ulysses Award, der letztmals 2006 vergeben wurde.
[Bearbeiten] Literatur
- Haller, Michael, Die Reportage, UVK 2006, ISBN 978-3-89669-305-1
- Fey, Ulrich & Schlüter Hans-Joachim, Reportagen schreiben. Von der Idee bis zum fertigen Text, ZV Zeitungs-Verlag Service 2006, ISBN 3-929122-95-2
- Ueding, Gert, Rhetorik des Schreibens. Eine Einführung, Beltz Athenäum, 1985, ISBN 3-89547-102-X
- Schütz, Erhard (Hg), Literarische Reportage, Diesterweg, 1979, ISBN 3-425-06208-5
- Karst, Theodor (Hg.), Reportagen, Reclam, 1976, ISBN 3-15-009837-8

