Bombardierung von Rotterdam 1940

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Rotterdam nach dem Luftangriff und anschließender Enttrümmerung

Die Bombardierung von Rotterdam 1940 durch die deutsche Luftwaffe fand am frühen Nachmittag des 14. Mai 1940 statt, kostete 814 Zivilisten das Leben, zerstörte die komplette Altstadt und führte unmittelbar zur Kapitulation der niederländischen Regierung. Der auch Rotterdam Blitz genannte Angriff auf die niederländische Hafenstadt Rotterdam stand am Beginn des Westfeldzugs im Zweiten Weltkrieg.

Ablauf[Bearbeiten]

Die deutsche Wehrmacht griff die Niederlande in den Morgenstunden des 10. Mai 1940 an. Um vom Geschehen am Boden abzulenken, drangen zunächst Maschinen der Luftwaffe in den niederländischen Luftraum ein, vermeintlich auf dem Flug nach England. Sie kehrten jedoch über der Nordsee um und griffen Den Haag an.

Der Widerstand der „Festung Holland“ war erheblich, sodass General Küchler, Oberbefehlshaber der 18. Armee, dem holländischen Stadtkommandanten Pieter Scharroo ein Ultimatum stellte: Falls er die Stadt nicht bis 15 Uhr übergab, würde man mit Bombardements beginnen. Die Kampfhandlungen wurden vorübergehend eingestellt, die Verhandlungen mit dem niederländischen Oberkommandierenden, General Henri Winkelman, verliefen schleppend.

Rotterdam, Luftaufnahme von Bränden nach dem Bombardement

Gegen Mittag einigte man sich, das Ultimatum auf 18 Uhr zu verschieben. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Kampfgeschwader 54 („Totenkopf“) aber bereits im Anflug auf die Stadt. Während es gelang, Teile des Geschwaders über Funk über die neue Lage zu unterrichten, konnte die I. Gruppe nicht erreicht und vom Angriff abgehalten werden.[1] Auch Leuchtzeichen am Boden wurden wegen der hohen Rauchentwicklung nicht wahrgenommen.[2] So kam es um 13.20 Uhr von Teilen des Geschwaders zu einem Flächenbombardement auf die Stadt: Insgesamt griffen 54 Heinkel He 111-Bomber an, die 97 Tonnen Sprengbomben abwarfen und dadurch 24.978 Wohnungen, 24 Kirchen, 2320 Geschäfte, 775 Lagerhallen und 62 Schulen zerstörten. Eine Fläche von 2,6 Quadratkilometern wurde binnen weniger Minuten dem Erdboden gleichgemacht. Am meisten betroffen war neben dem mittelalterlichen Zentrum der östliche Vorort Kralingen.[3][4]

Einige der Bomben setzten Öltanks im Hafenbereich in Brand, deren Feuer sich wegen des starken Westwinds auf die Stadt verteilte und zu weiteren Zerstörungen beitrug.

Die Gesamtkapitulation der niederländischen Streitkräfte war die Folge des Rotterdam Blitzes. Sie wurde am Abend um 20:30 Uhr über Rundfunk verkündet.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Umbreit: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 2, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1979, ISBN 3-421-01935-5, S. 287.
  2. L. Elfferich: Rotterdam werd verraden. Abcoude: Uniepers, 1990. S. 270
  3. Cajus Becker: Angriffshöhe 4000. Oldenburg 1964
  4. Ingrid Ostermann: Wiederaufbau Rotterdam – Metamorphosen einer Stadt. Technische Universität Darmstadt. FB Architektur, 2004, S. 10 f.
  5. Allert Goossens: War over Holland [1]