Niederländische Streitkräfte

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Flag of the Netherlands.svg Niederländische Streitkräfte
Nederlandse krijgsmacht
Embleem-igk.jpg
Führung
Oberbefehlshaber: Die Regierung der Niederlande[1]
Verteidigungsministerin: Jeanine Hennis-Plasschaert
Militärischer Befehlshaber: General Tom Middendorp
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 48.000 (2011)[2]
Wehrpflicht: Nein
Wehrtaugliche Bevölkerung: 2.856.691, Im Alter von 15 bis 49 (2005)
Wehrtauglichkeitsalter: 17
Haushalt
Militärbudget: 8,1563 Mrd. Euro (2011)[2]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,3 % (2011)[2]
Geschichte

Die niederländischen Streitkräfte (niederländisch Nederlandse krijgsmacht) sind die Streitkräfte des Königreichs der Niederlande.

Organisation[Bearbeiten]

Nach Art. 97. (1) der Verfassung des Königreichs der Niederlande hat die Regierung den Oberbefehl über die Streitkräfte. Die Streitkräfte umfassen im Jahr 2011 insgesamt 68.000 zivile wie militärische Mitarbeiter (Berufssoldaten und Reservisten). Die allgemeine Wehrpflicht wurde 1996 auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Niederlande verfügen damit über eine Berufsarmee. Die Militärausgaben betragen 1,3 % des BIP (zum Vergleich, Deutschland 1,4 %, Vereinigte Staaten 4,0 %).[2]

Auf das Heer entfallen im Jahr 2011 26.000 Beschäftigte. Die „Koninklijke Landmacht“ ist durch das 1. Deutsch-Niederländische Korps eng mit der deutschen Bundeswehr verzahnt. Es verfügt unter anderem über Schützenpanzer vom Typ CV 90, Transportpanzer des Typs Bushmaster und die Panzerhaubitze 2000. Die 200 bestellten Transportpanzer GTK Boxer befinden sich derzeit in der Auslieferung, die bis 2018 abgeschlossen sein soll.[3]

Die Luftwaffe umfasst mit Stand vom Jahr 2004 11.050 Personen. Sie verfügt unter anderem über moderne F-16-Abfangjäger für Luftverteidigungsaufgaben.

Die Marine mit dem Marineinfanteriekorps (Korps Mariniers) und der Küstenwache umfasst mit Stand des Jahres 2011 10.500 Soldaten und Angestellte, von denen 2830 bei der Marineinfanterie beschäftigt sind. Die Marine verfügt über sieben Fregatten, zehn Minenjagdboote, Versorgungsschiffe und zwei amphibische Transportschiffe sowie vier Unterseeboote.

Daneben existiert seit 1998 noch die Koninklijke Marechaussee als eigenständiger Teil der Streitkräfte mit 6800 Beschäftigten (2011), die als Militärpolizei für die Marine, das Heer und die Luftwaffe fungiert. Darüber hinaus nimmt sie auf den nationalen Flughäfen Polizei- und Sicherheitsaufgaben (einschließlich Reisepasskontrolle) wahr, ist zuständig bei der Überwachung der (ehemaligen) Grenzübergänge und bewacht die königlichen Schlösser und Residenzen und die Amtswohnung des Ministerpräsidenten.

Das „Commando DienstenCentra“ (CDC) als teilstreitkraftübergreifender Unterstützungsdienst wurde im April 1996 unter dem Namen „Defensie Interservice Commando“ (DICO) gegründet und hat mehr als 5000 Mitarbeiter. Er unterstützt die Teilstreitkräfte mit zahlreichen Dienstleistungen (z. B.: Catering, Personalverwaltung, Transportlogistik etc.).

Alle Teilstreitkräfte, mit Ausnahme des Dienstes auf U-Booten und bei der Marineinfanterie, sind auch für Frauen zugänglich.

Im April 2011 beschloss die niederländische Regierung aufgrund fehlender finanzieller Mittel eine umfassende Umorganisation und Personalreduzierung für die Streitkräfte. So soll die Anzahl der Beschäftigten um effektiv 10.000 Personen sinken. Neben dem völligen Verzicht auf die Leopard-2-Kampfpanzer und die Eurocopter-Cougar-Transporthubschrauber werden unter anderem auch die F-16-Mehrzweckkampfflugzeuge in vier Staffeln zusammengefasst und von 87 auf 58 Maschinen reduziert. Als Kampftruppe sollen langfristig nur noch drei luftmobile, in der 11 Luchtmobiele Brigade und vier mechanisierte Infanteriebataillone des Heeres (Koninklijke Landmacht) – siehe dazu Niederländisches Heer – und zwei Verbände Marineinfanterie (Korps Mariniers) zur Verfügung stehen.[4]

Teilstreitkräfte[Bearbeiten]

Die niederländischen Streitkräfte gliedern sich in vier Teilstreitkräfte, jede von ihnen trägt das Adjektiv „Koninklijke“ („königliche“):

Aufgaben[Bearbeiten]

Niederländische Soldaten beim Bau einer Bailey-Brücke über die Oude IJssel, Ulft

Aufgaben sind die Verteidigung des niederländischen Staatsgebiets und das der Bündnispartner im Rahmen der NATO, internationale Einsätze im Rahmen der Vereinten Nationen sowie die Unterstützung ziviler Stellen bei der Rechtsdurchsetzung, der Katastrophenhilfe und der Leistung humanitärer Hilfe im In- und Ausland.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. W. Honig: Defense Policy in the North Atlantic Alliance. The Case of the Netherlands. Westport, Connecticut/ London 1993.
  • C. Meyer: Anpassung und Kontinuität. Die Außen- und Sicherheitspolitik der Niederlande von 1989 bis 1998. Münster 2007, S. 65–74.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederländische Streitkräfte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Verfassung des Königreichs der Niederlande 2002. In: Art. 97. Ministerium für Inneres und Köningreichsbeziehungen Abteilung Verfassungsfragen und Gesetzgebung, S. 23, abgerufen am 8. Juli 2009 (PDF).
  2. a b c d „Financial and Economic Data Relating to NATO Defence“, Press Release Communique PR/CP(2012)047, NATO Public Diplomacy Division, 12. April 2012 (PDF, 99kB)
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFirst BOXER vehicle for the Army of the Netherlands. In: artec-boxer.com: News. August 2013, abgerufen am 5. März 2014 (englisch).
  4. „Neueste Planungen bei den niederländischen Nachbarn“, (deutsche Zusammenfassung), Schreiben des Verteidigungsministers an das Parlament vom 8. April 2011 (PDF, 48 kB)