Brauhaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Brasserie Forty 4, Leeds.

Ein Brauhaus ist traditionell die Kombination einer Brauerei mit einer ihr angeschlossenen Gaststätte, in der vornehmlich das brauereieigene Bier serviert wird. Wegen ihres Ambientes lassen sich Brauhäuser der Erlebnisgastronomie zuordnen. Neben dem Bier werden in ihnen eher deftige Speisen zu zivilen Preisen und zuweilen in beträchtlicher Menge angeboten.

Abgrenzungen[Bearbeiten]

Neben den Brauhäusern mit Brauereien samt angeschlossener Gastronomie gibt es gastronomische Einrichtungen, die sich traditionell Brauhaus nennen, wiewohl deren Brauerei wie beim Hofbräuhaus am Platzl seit Langem ausgelagert wurde oder gar nicht mehr existiert. Andere Gaststätten, die von vorneherein nicht Teil einer Brauerei waren, werden Brauhaus genannt, wenn sie von einer Brauerei zu ihrem Stammhaus und Aushängeschild „erhoben“ wurden. Heutzutage nennen sich Gastronomiebetriebe ohne räumlichen Bezug zu einer Brauerei in vielen Städten Brauhaus. Lediglich die Dekoration ihrer Einrichtung zeichnet sich durch große kupfer-glänzende Braukessel oder andere Utensilien des traditionellen Brauhandwerks aus. Eine Gasthausbrauerei betreibt eine aktive Brauerei, wohingegen beim Brauhaus ein rein historischer Bezug zu einer ehemaligen Brauerei genüht. Ein Brauhaus kann, aber muss nicht eine Gasthausbrauerei sein.

Historisch gab es vom Mittelalter bis Anfang des 20. Jahrhunderts vielerorts städtische und höfische Brauhäuser. In diesen konnten Bürger oder die Hofbediensteten unter Anleitung eines Brauers ihr eigenes Bier brauen lassen. Die Nutzung der Brauhäuser war durch Verordnungen und Maßgaben geregelt und zudem waren diese Brauhäuser meist mit einer Malzdarre ausgestattet.

Regionale Besonderheiten[Bearbeiten]

Kinzweiler Pannes

„Pannhaus“ oder Ripuarisch „Pannes“ ist die in Teilen des Rheinlands übliche Bezeichnung für ein Brauhaus. Hier war das Bierbrauen nur gegen Abgaben an den Grundherrn im Pannhaus gestattet. Der Name stammt von der Würzepfanne, die auch Bierpfanne, Bierkessel, Sudkessel heißt. Pannhäuser wurden gleichfalls als Gerichtsstätte genutzt, wie dies für Erbgerichte und Tafernwirtschaften galt. Das Kinzweiler Pannhaus wurde im Jahre 1435 errichtet. Weitere Pannhäuser im Aachener Raum stehen in Dorff und in Eilendorf.

Eine im traditionellen Kölner Brauhaus, dem Bräues, noch häufig vorzufindende Einrichtung ist das Thekenschaaf, eine schalterähnliche Konstruktion, in der die Wirte den gastronomischen Betrieb überwachen. Dementsprechend arbeitet in Brauhäusern von Köln, Düsseldorf oder Krefeld statt eines Kellners meist der Köbes. Dieser Beruf ist auf den mittelalterlichen Brauknecht zurückzuführen, der auch im Bierausschank tätig war.

Gasthausbrauereien und Brauhäuser[Bearbeiten]

Altes Brauhaus zu Fallersleben in Wolfsburg

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Eschenbach (Hrsg.): Gasthausbrauereien: Konzeption, Bau und Technik, Marketing – Pub Breweries. Carl Getränke-Fachverlag, Nürnberg 1993, ISBN 3-418-00738-4