Brett W. Sperry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Brett Wesley Sperry (* Newington (Connecticut), Vereinigte Staaten) ist ein US-amerikanischer Computerspielentwickler, Unternehmer und Galerist. Gemeinsam mit Louis Castle war er Gründer des Unternehmens Westwood Studios und dort maßgeblich für das Konzept des Titels Command & Conquer verantwortlich, der dem Genre der Echtzeit-Strategiespiele zum Durchbruch verhalf. Auch die Genrebezeichnung wird auf Sperry zurückgeführt.

Leben[Bearbeiten]

Sperry interessierte sich eigenen Angaben zufolge bereits seit seiner Kindheit für Computer und Computerspiele. Dennoch absolvierte er erst ein Studium der Psychologie und Architektur an der Arizona State University. 1979 kam er mit seiner Familie aus Connecticut nach Las Vegas. Dort lernte er 1983/84 im Apple Store Century 23 den Verkäufer Louis Castle kennen.[1] Im März 1985, mit Anfang 20, gründeten Sperry und Castle gemeinsam das Entwicklerstudio Westwood Associates (später umbenannt in Westwood Studios) in Las Vegas.[2][3] Vor der Gründung Westwoods arbeitete Sperry als Programmierer für Applied Computer Technology in Las Vegas, wo er gemeinsam mit Peter Filiberti Spielekonvertierungen für Activision, Imagic und andere Unternehmen durchführte. Eine seiner Hauptaufgaben war dabei die Portierung des Spiels Impossible Mission auf den Apple II. Sperry übernahm bei Westwood Aufgaben im Bereich Design, Produktion, Support, Verpackungsgestaltung und Content. Für die Vermarktung des Titels Dune 2 schuf Sperry die Genre-Bezeichnung Echtzeit-Strategiespiel zur Beschreibung des Spielkonzepts.[4] Gemeinsam mit Joe Bostic entwickelte er das Designkonzept zu Command & Conquer, das dem Genre endgültig zum Durchbruch verhalf und eine große Zahl Nachahmer nach sich zog.

1997 bis zur Übernahme Westwoods durch den US-amerikanischen Publisher Electronic Arts arbeitete Sperry neben seiner Tätigkeit als President und CEO von Westwood zusätzlich als President of Worldwide Development für Westwoods Mutterkonzern Virgin Interactive.[5][6] 1996 listete das US-amerikanische Online-Spielemagazin GameSpot auf Platz 3 der einflussreichsten Personen des Jahres in der PC-Spielbranche, sowie auf Platz 6 der einflussreichsten Personen aller Zeiten.[7][8] 1997 listete das US-amerikanische Spielemagazin Computer Gaming World Sperry ebenfalls auf Platz 6 der einflussreichsten Game Designer aller Zeiten.[9] Sperry verließ Westwood 2003, nachdem der 1998 bei der Übernahme des Studios mit EA vereinbarte Arbeitsvertrag über fünf Jahre ausgelaufen war. Im selben Jahr wurde Westwood Studios von EA aufgelöst und die bisherigen Aktivitäten und das C&C-Franchise im Studio EA Los Angeles gebündelt.[10][11]

2007 eröffnete Sperry die Brett Wesley Gallery in Las Vegas, wo er seither als Co-Kurator tätig ist.[12][13] Weiterhin gründete er 2008 gemeinsam mit Adam Isgreen, Joseph Hewitt und Rade Stojsavljevic das Entwicklungsstudio Jet Set Games.[11]

Ludografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A New Dawn: Westwood Studios 15th Anniversary (englisch) In: GameSpot. CNET. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  2. Steinhauer, Adam (19. September 1996). "Fun and Games: Company capitalizes on creativity with computer animation", Las Vegas Review-Journal, p. D1.
  3. Edge Staff: Retrospective: The Making of... Dune II (englisch) In: Edge-Magazin. Future Publishing. 9. Dezember 2008. Abgerufen am 29. März 2011.
  4. Bruce Geryk: A History of Real-Time Strategy Games. GameSpot. Abgerufen am 31. März 2008: „It wasn't until some time after the game was in development that I decided to call it "real-time strategy"--it seems obvious now, but there was a lot of back and forth between calling it a "real-time war game", "real-time war", "wargame", or "strategy game". I was deeply concerned that words like "strategy" and "wargame" would keep many players from even trying this completely new game dynamic. Before 1992, wargames and strategy games were very much niche markets--with the exception of Sid Meier's work--so my fears were justified. But in the end, it was best to call it an "RTS" because that is exactly what it was.
  5. Las Vegas Review Journal (1. Mai 1997).
  6. LinkedIn: Brett Sperrys Profil
  7. The Most Influential People in Computer Gaming of 1996 (englisch) In: GameSpot. CNET. Archiviert vom Original am 10. April 2010. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  8. The Most Influential People in Computer Gaming of All Time (englisch) In: GameSpot. CNET. Archiviert vom Original am 21. Februar 2005. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  9. The Most Influential People in Computer Gaming. (Artikelscan) In: Computer Gaming World. Nr. 159, Oktober 1997, S. 56.
  10. Chris Morris: EA buys Westwood (englisch) In: CNN Money. Time Warner. 17. August 1998. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  11. a b Dean Takahashi: Brett Sperry's Jet Set Games to launch Highborn game for iPhone, iPad (englisch) In: GamesBeat. VentureBeat. 29. März 2010. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  12. Brett Wesley Gallery: About Brett Sperry
  13. Las Vegas Talent Mag: Brett W. Sperry