Burgau (Jena)

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Burgau
Stadt Jena
Koordinaten: 50° 54′ N, 11° 36′ O50.89722222222211.597222222222Koordinaten: 50° 53′ 50″ N, 11° 35′ 50″ O
Postleitzahl: 07745
Vorwahl: 03641

Burgau ist ein im Süden gelegener Stadtteil der kreisfreien Stadt Jena in Thüringen.

Wappen derer von Bergow-Bergau

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Seine erste urkundlich überlieferte Erwähnung fand der Ort als Burgowe am 31. Oktober 1257 durch die die Gebrüder Hartmann und Otto von Bergowe im Rahmen der Verleihung eines Weinbergs unter der Lobdeburg an das Nonnenkloster Oberweimar. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Erwerbsleben Burgaus durchgehend durch die Landwirtschaft geprägt. Um 1836 zählte man im Ort 42 Häuser mit 214 Einwohnern.[1] Die gemeinsam mit Winzerla unterhaltene Flur führte oft zu Streitigkeiten zwischen den beiden Ortschaften.

[Bearbeiten] Namensgebung

Die Bezeichnung Burgau ist auf die Gründung einer Burg inmitten der Saaleaue und in der Nähe des heutigen Jenaer Stadtteils durch die Herren von Lobdeburg um 1140 zurückzuführen, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts in wettinischen Besitz gelang.

Bei Adrian Beier (Geographus Jenensis ... 1665, 275) heißt es: „Vom Schloß Burgau. DJeses Schloß/ welches unterschiedlich geschrieben wird Beregowe/ Bergowe/ Bergow/ Burgau lieget auf einem Hügel des Dorffes Burgau/ an dem Bache Triesnitz/ und an dem Saalstrom/....“

Eine weitere Deutung findet sich in der Ableitung des slawischen Wortes berka/perka (Fisch), die durch den damaligen Fischreichtum der Saale belegt werden soll. Außerdem beinhaltet das Wappen der Lobdeburgisch-Burgundischen Linie das Zeichen eines Fisches.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Alte Burgauer Brücke

[Bearbeiten] Kirche

Der Bestand einer Kirche im Ort kann erstmalig für das Jahr 1330 nachgewiesen werden. Sie ist eine Tochterkirche der Urpfarrei Lobeda, die auch Filialkirchen in Göschwitz und Winzerla besaß. Die heutige Kirche stellt einen Neubau aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts dar. Sie trägt Formen des Barock und wurde im Jahr 1703 geweiht, ihr Bauherr war Friedrich von Cospoth.[2]. Der Kirchenneubau wurde, mit hoher Sicherheit, auf den Grundmauern der mittelalterlichen Dorfkirche errichtet, Reste derselben sind in der heutigen Kirche vorhanden. Das alte Gotteshaus stellte vor 1700 bereits längere Zeit eine Ruine dar.

[Bearbeiten] Sonstiges

Einen weiteren markanten Punkt stellt die Alte Burgauer Brücke dar, die in den Jahren nach 2000 umfassend rekonstruiert und größtenteils in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde.

Sehenswert ist auch das Saalekraftwerk. Es wurde 1909/10 auf dem Areal der Alten Mühle errichtet und versorgte die Zeisswerke mit Elektrizität. Die Anlagen stammen aus den Jahren 1912 bis 1938 und produzieren bis heute Strom.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Heizkraftwerk Jena-Süd vom Gleisdreieck Burgau

[Bearbeiten] Einkaufsmöglichkeiten

In Burgau befindet sich seit September 1995 das Einkaufszentrum „Burgaupark“ mit über 40 Geschäften der Bereiche Lebensmittel, Haushalt/Drogeriewaren, Literatur, Textilien/Mode, Schuhe, Sportbekleidung, Elektronik/Elektrogeräte, Spielzeug und Reisen. Weiterhin sind ein Gartenbau- und Möbelmarkt vertreten. Im historischen Ortskern sind auch einige kleinere Läden privater Inhaber vorzufinden; das Angebot wird durch zwei Gaststätten ergänzt.

[Bearbeiten] Verkehr

Eisenbahnbrücke in Burgau

Der Stadtteil ist mit dem ÖPNV rund um die Uhr aus den meisten Gebieten Jenas erreichbar. Dort befindet sich eine zentrale Haltestelle, von der vier Straßenbahn-, drei Stadt- und 13 Überlandbuslinien verkehren. An diesem Knotenpunkt bestehen direkte Umsteigemöglichkeiten Straßenbahn-Bus/Bus-Straßenbahn.

Am Gleisdreieck Burgau zweigen die Straßenbahnlinien in Richtung Oberaue - Stadtzentrum, Winzerla/Ringwiese und Burgau - Lobeda ab.

Der Betriebshof Burgau der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft ist der wichtigste Wartungs- und Abstellort für Straßenbahnen und Busse in Jena und überdies Geschäftssitz der JNVG.

Burgau ist zusätzlich aus den meisten Richtungen gut per Fahrrad erreichbar.

[Bearbeiten] Literatur

  • Burgauer Almanach 2012. Eine Veröffentlichung der Ortsgeschichtsgruppe des Ortsvereins Burgau [2011]. [Beiträge u. a. zu: Die Volksschule in Burgau, Die Burgauer Mühle um 1785, Vom Wasserleitungsbau in Burgau].
  • Gerhard Cosack / Reinhard Jonscher: Von Ammerbach bis Zwätzen. Aus der Geschichte der Jenaer Vororte. Jena o. J. (Reihe des Stadtarchivs Jena Nr. 2).
  • Herbert Müller: Das Doppelamt Jena-Burgau betrachtet nach Entstehung, Ausbau und Umfang der wettinischen Landesherrschaft von den Anfängen bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts. Coburg 1929 (Phil. Diss. Jena 1929).
  • Katrin Rohnstock / Rosita Müller: Das Dorf Lebt. Bewohner erzählen Geschichten aus Burgau. Bucha bei Jena: quartus-verlag 2007. ISBN 978-3-936455-53-3

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Jonathan Carl Zenker: Historisch-topographisches Taschenbuch von Jena und seiner Umgebung besonders in naturwissenschaftlicher u. medicinischer Beziehung. Mit dem Plane von Jena und einem geognostischen Profile. Frommann, Jena 1836, S. 141.
  2. Gerhard Cosack, Reinhard Jonscher: Von Ammerbach bis Zwätzen. Aus der Geschichte der Jenaer Vororte. Stadtarchiv, Jena 1995, S. 52.
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