Bystřice pod Hostýnem

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Bystřice pod Hostýnem
Wappen von Bystřice pod Hostýnem
Bystřice pod Hostýnem (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Zlínský kraj
Bezirk: Kroměříž
Fläche: 2681 ha
Geographische Lage: 49° 24′ N, 17° 40′ O49.39916666666717.673888888889315Koordinaten: 49° 23′ 57″ N, 17° 40′ 26″ O
Höhe: 315 m n.m.
Einwohner: 8.393 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 768 61
Verkehr
Straße: HolešovValašské Meziříčí
Bahnanschluss: Holešov – Valašské Meziříčí
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 5
Verwaltung
Bürgermeister: Zdeněk Pánek (Stand: 2007)
Adresse: Masarykovo nám. 137
768 61 Bystřice pod Hostýnem
Gemeindenummer: 588393
Website: www.mubph.cz

Bystřice pod Hostýnem (deutsch Bistritz am Hostein) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt 17 Kilometer südöstlich von Přerov an der Bystřička und gehört zum Okres Kroměříž.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt befindet sich am nordwestlichen Fuße der Hosteiner Berge am Übergang zur Hanna. Südöstlich erhebt sich der 734 Meter hohe Hostýn.

Nachbarorte sind Sovadina und Mrlínek im Norden, Loukov im Nordosten, Chvalčova Lhota und Chvalčov im Osten, Vinohrádek im Südosten, Slavkov pod Hostýnem und Bílavsko im Süden sowie Rychlov im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1368, als Bischof Albrecht von Sternberg bei der Olmützer Landtafel Boček I. von Podiebrad für die Hälfte des Marktes Bystřice einlegte. Der Name des Ortes leitet sich wahrscheinlich vom alttschechischen Wort bystrěc (Wildbach) ab. 1418 war Bistritz im Besitz des Milota von Tworkau, der es in diesem Jahr zusammen mit der Burg Obřany seinem Bruder Andreas/Ondřej von Tworkau verkaufte.[2] Nach dessen Tod um 1420 gelangte es vermutlich an Milota, den gleichnamigen Sohn des Milota von Tworkau auf Prerau, der vor 1447 das Städtchen Bistritz mit der gleichnamigen Feste und der verlassenen Burg Obřany dem Wok von Sovinec (Vok ze Sovince) auf Helfenstein verkaufte.[3] 1550 lebten in Bystřice etwa 500 Menschen. Die Besitzer der Herrschaft wechselten oft; zu ihnen gehörten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Prusinovský von Víckov, und zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges Václav Bítovský von Bítov, dessen Güter nach der Schlacht am Weißen Berg 1621 konfisziert wurden. Nachfolgender Besitzer wurde Zdeněk Vojtěch Popel von Lobkowicz. 1650 erwarb Johann von Rottal die Herrschaft und vereinte sie mit Holešov zu einer Großen Herrschaft. 1789 ging der Besitz von den Grafen Rottal an die Grafen della Rovere di Monte l´Abbate über und 1804 erbte Johann Nepomuk Graf von Wengerský die Herrschaft. Ihm folgten 1827 die Grafen Laudon.

Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaften wurde Bistritz 1848 zur selbstständigen Marktgemeinde. 1860 gründete Michael Thonet in Bystřice eine Möbelfabrik. Im Jahre 1904 gründete Max Hrdliczka die Firma Impregna AG (nach 1990 ein Teil der JmdZ-Holzwerke), ein Schwellen-Impregnierwerk, das für Thonet auch das Möbelholz lieferte. Im Zweiten Weltkrieg war dieses Werk die Finanzierungsquelle der Partisanen-Brigade Jan Zizka, geführt von Werksleiter Karel Bubenicek und Artur Preuss, dem Enkel von Max Hrdliczka. Seit 1864 ist Bystřice pod Hostýnem eine Stadt. 1890 lebten in Bistritz 3600 Menschen. Schlossherren waren bis 1935 die Grafen Laudon und danach das Verteidigungsministerium der Tschechoslowakei. Seit 1990 befindet sich das Schloss im Besitz der Stadt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Bystřice pod Hostýnem besteht aus den Ortsteilen Bílavsko (Bilau), Bystřice pod Hostýnem (Bistritz am Hostein), Hlinsko pod Hostýnem (Hlinsko am Hostein), Rychlov (Richlow) und Sovadina (Sowadina).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit dem Jahre 2009 besteht eine Städtepartnerschaft mit der deutschen Stadt Salzkotten im Kreis Paderborn (NRW). Diese baut auf Kontakten auf, die zwischen lokalen Volkstanzgruppen beider Orte bereits seit 1987 bestehen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bystřice pod Hostýnem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Karel Bubenicek: Partisani na domaznje Fronte, Erinnerungen an die Partisanenzeit, im Privatarchiv von Dr. Klaus Bernhard, Düsseldorf
  • Anerkennung von Artur Preuss durch den österreichischen Bundespräsidenten vom 6. September 1978 mit dem Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs. Original im Besitz von Dr.Klaus Bernhard, Düsseldorf

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Miroslav Plaček, Peter Futák: Páni z Kunštátu. Rod erbu vrchních pruhů na cestě k trůnu. Nakladatelství Lidové Noviny 2006, ISBN 80-7106-683-4, S. 29
  3. Jiří Stibor: Genealogie Pánů z Tvorkova. In: Časopis Slezského Zemského Muzea, Heft 1, 2004, S. 25, 26 und 28