Cadro

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Wappen von Cadro
Wappen von Lugano
Cadro
Quartier von Lugano
Karte von Cadro
Koordinaten 719907 / 10067346.0469398.987778473Koordinaten: 46° 2′ 49″ N, 8° 59′ 16″ O; CH1903: 719907 / 100673
Höhe Ø 473 m
Fläche 4,5 km²
Einwohner 2114 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 470 Einwohner/km²
Eingemeindung 14. Apr. 2013
BFS-Nr. 519-2024
Postleitzahl 6965
Gemeindestand vor der Fusion am 13. April 2013

Cadro ist seit dem 14. April 2013 ein Quartier der Stadt Lugano Im Kreis Lugano Nord, im Bezirk Lugano im Kanton Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Cadro liegt am Fuss der Denti della Vecchia im Cassaratetal, das vom gleichnamigen Fluss durchflossen wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Cadro wurde erstmals 735 als Cadelo erwähnt. Zur Zeit der Langobarden wurde es 854 im Zusammenhang mit Grundbesitz der Totoniden von Campione d’Italia als Vicus bezeugt, der dann vom langobardischen Herrscher Toto von Campione im Mittelalter an das mailändische Kloster Sant'Ambrogio vermacht wurde. Die Benediktinerabtei Sant'Abbondio in Como und das Spital Santa Maria in Lugano verfügten ebenfalls über Grundbesitz in Cadro. Er umfasste den 1591 erwähnten Ort Dassone, der nach einer Pestepidemie zur Wüstung wurde. 1643 lebten in Cadro 272 Einwohner, im 19. und bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts blieb die Einwohnerzahl mit rund 500 Einwohnern konstant. Die 1366 erstmals erwähnte Kirche Santa Agata wurde 1603 erneuert.

In Dorf wurde hauptsächlich Landwirtschaft betrieben. 1911 wurde es an die Lugano-Cadro-Dino-Bahn angeschlossen. Seit 1960 wurde Cadro zunehmend zur Wohngemeinde der Agglomeration Lugano, was zu einem starken Bevölkerungswachstum führte.

Gemeindefreiheit[Bearbeiten]

Am 30. September 2007 lehnten die Stimmberechtigten von Cadro eine Fusion mit der benachbarten Stadt Lugano mit 585 gegen 542 Stimmen ab. Die Gemeinden Barbengo, Carabbia und Villa Luganese hingegen stimmten der Eingemeindung zu.

Die Gemeinde konnte ihre Gemeindefreiheit vorerst bewahren, weil das Bundesgericht auf die Beschwerde einiger Stimmbürger aus Cadro entschieden hat, dass der Kanton Tessin zum ersten Mal eine Konsultativabstimmung als verbindlich erklären muss und dass er bei Ablehnung der Fusion durch die Stimmbürger keine Zwangsfusion verordnen darf[1].

Zitat Bundesgerichtsentscheid:

die Beschwerdeführer haben das Recht, dass die Konsultativabstimmung, die grundsätzlich die einzige Möglichkeit ist, mit der sie ihren Willen ausdrücken können, ihr Stimmrecht respektiert.

Eine zweite Volksabstimmung im Jahr 2012 fiel allerdings zugunsten der Eingemeindung aus, so dass die Fusion mit Lugano am 14. April 2013 in Kraft treten konnte.

Cadro

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Sant'Agata

Sport[Bearbeiten]

  • CO Boglia Cadro[11]

Literatur[Bearbeiten]

  • Luciano Moroni Stampa (Hrsg.): Codex paleographicus Helvetiae subalpinae, riproduzione e trascrizione diplomatica delle carte anteriori all'anno MC pertinenti alla storia delle terre costituenti la Svizzera italiana. Lugano 1951/1958.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 93, 252-253.
  • Ilario Borelli: Cadro con Stampa e Dassone "comuni" scomparsi. Tipografia Gaggini-Bizzozero SA, Lugano 1987.
  • Johannes C. Brengelmann (Hrsg.): Unternehmerverhalten und Unternehmensqualität : Analyse und Förderung / CBE, Center for Behavioral Excellence, Cadro-Lugano, München. Varia Press, Zürich 1989.
  • Emilio Motta: Effemeridi ticinesi. 2. Auflage, Edizioni Metà Luna, Giubiasco 1991.
  • Flavio Maggi: Patriziati e patrizi ticinesi. Pramo Edizioni, Viganello 1997.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cadro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesgerichtsentscheid 1C_181 vom 9. August 2007.
  2. a b c d e f Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 326–327.
  3. Pfarrkirche Sant’Agata (Foto)
  4. Oratorium San Rocco (Foto)
  5. Friedhofsäule (Foto)
  6. Betkapelle al Molino (Foto)
  7. Brunnen-Sarkofage di Liron (Foto)
  8. Jagdhaus (Roccolo) (Foto)
  9. Die Strafanstalt La Stampa
  10. Steinbrücke über Franscinone (Foto)
  11. CO Boglia Cadro