Calypso (Schiff)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Calypso
La calypso, vue d'ensemble.JPG
p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
FrankreichFrankreich (Nationalflagge zur See) Frankreich
Schiffstyp Forschungsschiff
Klasse YMS-Klasse
Bauwerft Ballard Marine Railway Company, Seattle
Baunummer BYMS-26
Stapellauf 21. März 1942
Indienststellung Februar 1943
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
42 m (Lüa)
Breite 7,6 m
Tiefgang max. 3,0 m
Verdrängung 360 tn.l.
 
Besatzung 27 Mann
Maschine
Maschine 2 Diesel
Maschinen-
leistung
1.160 PS (853 kW)
Geschwindigkeit max. 10 kn (19 km/h)
Propeller 2

Das Forschungsschiff Calypso wurde von Jacques-Yves Cousteau, einem Ozeanografie-Forscher als mobiles Labor für die Feldforschung benutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bau und Einsatz im Zweiten Weltkrieg 1941-1947[Bearbeiten]

Ursprünglich war die Calypso ein US-amerikanisches Minensuchboot der YMS-Klasse mit der Kennung BYMS-26 der United States Navy. Kiellegung war der 12. August 1941 in der Ballard Marine Railway Co., Inc., Werft in Seattle, USA und Stapellauf am 21. März 1942. Die US-Marine überstellte das Schiff am 22. August 1942 an Großbritannien. Es wurde als HMS J-826 im Februar 1943 neu klassifiziert. Eingesetzt wurde das Schiff im Mittelmeer. 1944 wurde es in HMS BYMS-2026 umbenannt und 1946 auf Malta auf Reede gelegt. Am 10. Juni 1947 wurde es aus dem Navy Register gestrichen. Am 12. August 1947 kehrte es in die USA zurück.[1]

Fährbetrieb auf Malta 1947-1950[Bearbeiten]

Das Schiff wurde an Joseph Gasan verkauft und in eine Fähre umgewandelt, die zwischen Malta und der Nachbarinsel Gozo verkehrte und in Calypso umbenannt – nach der Nymphe Kalypso, die nach Homers Odyssee auf Ogygia gelebt haben soll.

Jacques-Yves Cousteaus Calypso (1950–1996)[Bearbeiten]

Der irische Bierbrauer Guinness, der das Schiff im Jahre 1950 erworben hatte, stellte es Cousteau zur Verfügung. Dieser baute die Calypso in ein Forschungsschiff um. Die im Fernsehen weltweit populären Produktionen Cousteaus machten auch die Calypso weltbekannt. Viele Menschen verbinden bis heute Unterwasseraufnahmen und das Forschungstauchen mit der Calypso.

Verbleib bis heute[Bearbeiten]

Die Calypso am 1. Juni 2008 in der Werft in Concarneau mit demontiertem Bug. Im Vordergrund die Alcyone.

Die Calypso wurde bei Wartungsarbeiten im Hafen von Singapur am 8. Januar 1996 von einer Barkasse gerammt und sank. Sie wurde gehoben, provisorisch instand gesetzt und im gleichen Jahr nach Marseille geschleppt. Cousteau wollte dort die Calypso der Universität Marseille schenken, was aber nicht zustande kam. 1998 wurde das Schiff nach La Rochelle geschleppt. Dort lag sie im Meeresmuseum, wurde aber nicht weiter gewartet oder repariert.

Ende 2004 wurde bekannt, dass Loël Guinness, der Enkel des seinerzeitigen Käufers, das Schiff für einen symbolischen Preis von einem Euro an den US-Kreuzfahrtkonzern Carnival verkauft habe. Für 1,3 Millionen Dollar soll die Calypso generalüberholt und auf den Bahamas als Teil eines „Zentrums für Wissenschaft und Erziehung“ in ein schwimmendes Museum verwandelt werden.

Es folgte ein Rechtsstreit um den Besitzanspruch an der Calypso zwischen der „Equipe Cousteau“ unter dem Vorsitz der Witwe Cousteaus und der „Campagnes Océaniques Françaises“ (COF), der auch der Sohn des Forschers angehörte. Am 17. November 2005 entschied das Obergericht in Paris, dass die Calypso in der Tat der „Equipe Cousteau“ gehört und der Verkauf damit rechtmäßig abgeschlossen werden kann.

Im Oktober 2007 wurde die Calypso nach Concarneau in der Bretagne (Departement Finistère; 29) geschleppt, um dort auf der Werft Piriou vollständig instand gesetzt zu werden.

Stand September 2008: In der Werft des Fischereihafens am Ufer des Moros wurden alle Aufbauten sowie der Bug des Schiffes demontiert, um getrennt von den Spanten und der Außenhaut des Schiffes restauriert zu werden. Das „Gerippe“ liegt zu diesem Zeitpunkt „nackt“ im Werfthangar und wird entrostet. Der Bugteil wurde abgenommen, um diese Arbeiten zu erleichtern, und steht auf einem fahrbaren Schlitten vor dem Hangartor (in Höhe des Trockendocks). Die Arbeiten kann man, außer bei schlechtem Wetter, wenn das Tor geschlossen ist, von außen verfolgen.

Im Februar 2009 wurden die Arbeiten eingestellt, da es Probleme mit der Finanzierung der Restaurierung gibt[2].

Jacques Cousteaus Sohn, Pierre-Yves plant anlässlich des 100. Geburtstags seines Vaters eine Expedition mit der Calypso. Er möchte dokumentieren, wie sich das Mittelmeer seit den letzten Fahrten von Jacques Cousteau verändert hat. Die Finanzierung ist aber nach wie vor nicht geklärt.[3]

Trivia[Bearbeiten]

  • John Denver schrieb ein populäres Lied in Anerkennung der Calypso und ihrer Besatzung.
  • Jean Michel Jarre benannte einen Titel auf dem 1990 erschienenen Album Waiting for Cousteau/En attendant Cousteau nach dem Schiff.

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NavSource Online: Mine Warfare Vessel Photo Archive. HMS BYMS-2026
  2. ouest-france.fr: La Calypso de Cousteau dans une mauvaise passe 21. Januar 2010
  3. Forschungsboot Calypso – Schwimmende Legende soll wieder in See stechen spiegel.de, 9. Juni 2010; Meeresforschung – Die legendäre Calypso sticht wieder in See derstandard.at, 9. Juni 2010 (Abgerufen am 10. Juni 2010).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Calypso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien