Campo (Vallemaggia)

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Campo (Vallemaggia)
Wappen von Campo (Vallemaggia)
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Vallemaggiaw
Kreis: Kreis Rovana
BFS-Nr.: 5307i1f3f4
Postleitzahl: 6684
Koordinaten: 681404 / 12705746.298.4951321Koordinaten: 46° 17′ 24″ N, 8° 29′ 42″ O; CH1903: 681404 / 127057
Höhe: 1'321 m ü. M.
Fläche: 43.15 km²
Einwohner: 55 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1 Einw. pro km²
Website: www.campo.ch
Campo (Vallemaggia)

Campo (Vallemaggia)

Karte
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Campo (Vallemaggia) ist eine politische Gemeinde im Kreis Rovana, im Bezirk Vallemaggia des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Val di Campo 42 km nordwestlich von Locarno. Die Nordgrenze zu Bosco/Gurin führt entlang der Grate einer Gebirgskette. Westlichster Punkt dieser Kette ist der Madone/Batnall (2'748 m ü.M.), östlichster Punkt der Pizzo Bombögn (2'289 m ü.M.). Die Westgrenze zum Val Formazza ist zugleich Landesgrenze zu Italien. Sie führt vom Madone/Batnall hinüber zum Pizzo Quadro (2'793 m ü.M.), zerteilt dann in südöstlicher Richtung den oberen Teil des Val di Campo, geht in südwestlicher Richtung zum Pizzo di Porcarese (2'467 m ü.M.) und dreht dann nach Osten ab. Östlichster Punkt ist der Pizzo Molinera (2'292 m ü.M.). Die gesamte Südgrenze ist gleichzeitig Bezirksgrenze (Distretto di Vallemaggia/Distretto di Locarno) und führt meist entlang von Graten von Gebirgen. Vom letztgenannten Berg geht es kurz nach Nordosten zum Pizzo Alzasca (2'262 m ü.M.), dann nach Westen zum Pizzo Mezzodi und von dort in nordwestlicher Richtung zurück zum Pizzo Bombögn. Im südlichen Gebirgsteil liegen drei kleine Seen: der Lago dei Pozzöi (1'955 m ü.M.), der Lago di Sfii (1'909 m ü.M.) und der Lago del Pezz (1'979 m ü.M.). Hauptbach ist die Rovana, die aus dem Zusammenschluss des Ri di Sfii (entspringt im Süden der Gemeinde) und dem Rio Colobiasca (entspringt im Westen der Gemeinde) entsteht.

In der Gemeinde liegen zahlreiche Häusergruppen und Einzelgehöfte. Die grössten Siedlungen sind Pianelli (ein Zusammenschluss mehrerer Alpen; 1-1,8 km südwestlich von Campo), Cimalmotto (1'405 m ü.M.; 800 m südwestlich von Campo), Campo (Vallemaggia) (1'281-1'311 m ü.M.; ein Zusammenschluss mehrerer Weiler), Piano di Campo (1'187 m ü.M.; 1,7 km östlich von Campo) und Niva (oberhalb des gleichnamigen Bachs; 1'073 m ü.M.; 2,8 km östlich von Campo). Alle diese Siedlungen liegen nördlich der Rovana. Vom gesamten Gemeindeareal von über 43 km² sind 44,3 % von Wald und Gehölz bedeckt und 41,5 % unproduktive Fläche (Gebirge und Seen). Immerhin 13,3 % des Gemeindegebiets können landwirtschaftlich genutzt werden. Weitere 0,8 % des Gemeindeareals sind Siedlungsfläche. Ein erheblicher Teil des Territoriums leidet allerdings unter Erdverschiebungen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1683 1'067
1801 521
1850 506
1888 358
1900 291
1930 201
1950 182
1970 95
1990 47
2000 58
2004 56

Campo war im Spätmittelalter eine Siedlung von beachtlicher Grösse. Doch mussten bereits im 17. und 18. Jahrhundert viele Menschen nach Deutschland und Italien auswandern, da es zu wenig Arbeitsplätze und Siedlungsfläche für alle Bewohner gab. Daher halbierte sich die Einwohnerzahl zwischen 1683 und 1801 (1683-1801:-51,2 %). Bis zum Jahr 1850 stabilisierte sich die Bevölkerungszahl, ehe die grosse Massenauswanderung einsetzte, die bis 1990 dauerte. Vorerst lagen die Ziele in Übersee (Kalifornien und Australien) - doch wanderten auch etliche Bewohner in andere Teile des Kantons Tessin aus. Zwischen 1683 und 1990 nahm deshalb die Einwohnerzahl um 95,6% (!) ab, der höchste Wert aller Tessiner Gemeinden. Der kleine Aufschwung in den 1990er Jahren ist bereits wieder gebremst worden.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine lokale Mundart des Italienischen. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 89,66 % Italienisch, 8,62 % Deutsch und 1,72 % Englisch als ihre Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

In früheren Zeiten waren sämtliche Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht dies anders aus. Grund dafür sind Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland. Es sind 81,03 % römisch-katholische und 8,62 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 5,17 % Konfessionslose. Weitere 5,17 % der Bevölkerung machten keine Angaben über ihre Glaubensgemeinschaft.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den 56 Einwohnern Ende 2004 waren 52 (=92,86 %) Schweizer Staatsbürger. Bei der letzten Volkszählung waren 86,21 % der Einwohner Schweizer Staatsangehörige, darunter ein Doppelbürger. Die Ausländer stammen mit Ausnahme eines Niederländers alle aus Italien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche San Bernardo und Kreuzweg.[10],[11]
  • Palazzi Pedrazzini und Oratorium San Giovanni Battista.[12][11]
  • Oratorium Santa Maria Addolorata[11]
  • Im Ortsteil «Cimalmotto», Pfarrkirche Beata Vergine Assunta[11]
  • Betkapelle San Luigi Gonzaga[11]
  • Im Ortsteil «Niva», Pfarrkirche San Rocco[11]
  • Im Ortsteil «Piano», Oratorium San Carlo Borromeo[11]
  • Im Ortsteil «Seccada», Oratorium Sant’Antonio da Padova[11].

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus drei Personen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Da die Gemeinde keine grosse Arbeitsmöglichkeiten bietet, wanderten bereits im 17. und 18. Jahrhundert Teile der Einwohnerschaft als Saisonarbeiter nach Italien und Deutschland aus. Im 19. Jahrhundert zog es viele Auswanderer nach Australien und Kalifornien. Heute arbeiten von den 27 Erwerbstätigen noch 19 (=70,4 %) in der eigenen Gemeinde - meist in landwirtschaftlichen Berufen.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch wenige Postautokurse pro Tag (3-4, je nach Wochentag) der Postautolinie Cevio-Cerentino-Cimalmotto ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Die Strassenverhältnisse sind durch die Abgeschiedenheit auch nicht besonders gut.

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Lehmann: Die Gestaltung der Landschaft im Bereiche der grossen Massenanhäufungen in der Gemeinde Campo (Valle Maggia). In: Mitteilungen der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft. Band 34, Zürich 1933-1934, S. 25–74 + 6 Tafeln (Digitalisat)
  • Guglielmo Buetti: Note Storiche Religiose delle Chiese e Parrocchie della Pieve di Locarno, (1902), e della Verzasca, Gambarogno, Valle Maggia e Ascona (1906). 2. Auflage, Pedrazzini Edizioni, Locarno 1969.
  • Agostino Robertini, Silvano Toppi, Gian Piero Pedrazzi: Campo Vallemaggia. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1974, S. 75-90.
  • Giuseppe Mondada: Commerci e commercianti di Campo Valmaggia nel Settecento. Edizioni del Cantonetto, Pedrazzini Tipografia-Offset, Locarno 1977.
  • Bernhard Anderes: Guida d’Arte della Svizzera Italiana. Edizioni Trelingue, Porza-Lugano 1980, S. 185-187.
  • Flavio Maggi: Patriziati e patrizi ticinesi. Pramo Edizioni, Viganello 1997.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 237, 252, 253, 255, 256, 257.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Campo (Vallemaggia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Francesca Chiesi Ermotti: Familie Pedrazzini im Historischen Lexikon der Schweiz
  3. Chiara Orelli Vassere: Albero Pedrazzini im Historischen Lexikon der Schweiz
  4. Pablo Crivelli: Giovan Battista Pedrazzini im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Francesca Chiesi Ermotti: Martino Pedrazzini im Historischen Lexikon der Schweiz
  6. Francesca Chiesi Ermotti: Michele Pedrazzini im Historischen Lexikon der Schweiz
  7. Redaktion: Paolo Pedrazzini im Historischen Lexikon der Schweiz
  8. Antonio Mariotti: Jean-Pierre Pedrazzini im Historischen Lexikon der Schweiz
  9. Giovanni und Pietro Antonio Casarotti
  10. Pfarrkirche San Bernardo und Kreuzweg
  11. a b c d e f g h Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 255–258.
  12. Palazzi Pedrazzini und Oratorium San Giovanni Battista