Cash Group

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Cash Group-Logo symbolisiert mit seiner Farbgebung die fünf Gründungsgesellschaften. Gelb: Commerzbank, blau: Deutsche Bank, grün: Dresdner Bank, dunkelblau: Hypovereinsbank, blau: Postbank

Die Cash Group ist das Ergebnis einer seit 1998 bestehenden Vereinbarung mehrerer privater Banken, die ihren Kunden damit ermöglichen, mit einer Debitkarte bei allen Mitgliedern der Cash Group kostenlos Bargeld an deren Geldautomaten abzuheben. Bei Karten von Sparkonten fallen in der Regel Gebühren an (derzeit im Inland 5,50 EUR, Stand 10/2014).

Gründung[Bearbeiten]

Die Gründung war eine Antwort auf die Kündigung der Höchstentgeltvereinbarung bezüglich der Geldautomaten-Entgelte durch die Sparkassen 1997. Die Sparkassen, die 45 % der Geldautomaten in Deutschland betreiben, wollten eine Erhöhung der Entgelte durchsetzen, die früher 4 DM betragen hatten. Nachdem dies durch das Bundeskartellamt nicht unterstützt worden war, wurden die Entgelte durch den jeweiligen Geldautomatenbetreiber frei festgesetzt und an den verfügenden Kunden weiterbelastet. Mit der EU-Preisverordnung 2560/2001, mit der die Entgeltgleichheit für Transaktionen innerhalb der EU in EURO mit vergleichbaren inländischen Transaktionen vorgeschrieben wurde, wurde das sogenannte Interbankenentgelt eingeführt. Hiernach war die Gebühr, die der Kunde zu zahlen hatte durch seine jeweilige Hausbank festzulegen. Das Interbankenentgelt, das der Geldautomatenbetreiber der Hausbank des verfügenden Kunden in Rechnung stellte, konnte nach der EU-Verordnung 2560/2001 somit nicht mehr an den Kunden weiterbelastet werden. Damit war ein Wettbewerb unter den Geldautomatenanbietern nicht mehr möglich. Dies führte dazu, dass die Interbankenentgelte für Fremdverfügungen stark anstiegen.[1]

Die an der Cash Group beteiligten Banken betreiben ca. 7.700 der insgesamt 55.500 in Deutschland vorhandenen Geldautomaten (Stand: 2008). Hinzu kommt die Möglichkeit des provisionsfreien Bargeldbezugs an den Kassen von rund 1.300 Shell-Tankstellen. Im Ausland können Kunden einzelner Mitgliedsinstitute weitere Geldautomaten von Kooperationspartnern oder eigenen Filialen der Muttergesellschaft kostenlos nutzen. Davon profitieren vereinzelt auch Kunden anderer Mitglieder der Cash Group. Beispiele hierfür sind die kostenlose Nutzung der Geldautomaten der Bank Austria, der UniCredit Italien und der UniCredit Rumänien für Kunden der HypoVereinsbank oder die Nutzung der Geldautomaten der Deutschen Bank in Italien und Spanien auch für Kunden anderer Cash-Group-Mitglieder, wie etwa der Commerzbank.

Vergleich mit anderen Gruppen[Bearbeiten]

Aktuelle Mitglieder der Cash Group[Bearbeiten]

Der Cash Group gehören folgende deutschen Banken mit ihren Tochtergesellschaften sowie ihren Marken an:

Einseitige bzw. inoffizielle Mitglieder[Bearbeiten]

Die Oldenburgische Landesbank (OLB) war eine Tochter der ehemaligen Dresdner Bank und somit Teil des Allianz-Konzerns. Bei der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank verblieb die OLB jedoch im Allianz-Konzern und ging nicht mit an die Commerzbank. Damit endete auch die offizielle Mitgliedschaft in der Cash Group. Durch direkte Vereinbarungen der Banken untereinander konnten sowohl Kunden der OLB die anderen Cash-Group-Automaten weiterhin kostenfrei nutzen.[5] Auch konnten Kunden aller anderen Cash-Group-Banken an Automaten der OLB weiterhin kostenlos über Bargeld verfügen. Die Automaten-Standorte der OLB sind aber nicht mehr über die Suchfunktion auf der Cash-Group-Homepage zu finden. Die Vereinbarung zwischen der OLB und der Postbank ist seit dem 1. März 2014 abgelaufen, da sie von der OLB nicht verlängert wurde.[6] Die Vereinbarung zwischen der OLB und Deutschen Bank läuft zum 1. April 2014 aus. Trotz der Entgeltanzeige können OLB-Kunden aber weiterhin gebührenfrei bei Deutscher Bank und Postbank Bargeld am Automaten abheben. Die Gebühr, jeweils 1,95 Euro, wird den Kunden nicht belastet, sondern direkt von der OLB übernommen. Deutsche Bank- und Postbank-Kunden müssen jedoch nun bei jeder Abhebung an einem OLB-Geldautomaten die Gebühr entrichten. Bei anderen Geldinstituten, mit denen die OLB in der Vergangenheit in der Cash Group kooperiert hat, wie etwa der Commerzbank, ändert sich hingegen nichts.[7]
Das Bankhaus W. Fortmann & Söhne ist eine Tochtergesellschaft der Oldenburgischen Landesbank (OLB). Dennoch war es schon zu Zeiten, als die OLB noch offizielles Mitglied in der Cash Group war, nie selbst offizielles Mitglied und wird als solches auch nicht auf der Cash-Group-Homepage genannt. Der Geldautomat des Bankhauses war über die Suchfunktion auf der Homepage der Cash Group zu finden.

Ehemalige Mitglieder bzw. Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Die Allianz Bank war eine rechtlich unselbstständige Zweigniederlassung der Oldenburgische Landesbank (OLB). Obwohl bei Gründung der Zweigniederlassung Allianz Bank im Juni 2009 die OLB noch Mitglied der Cash Group war, konnten die Geldautomaten der Allianz Bank nicht kostenfrei genutzt werden. Dies war lediglich für eigene Kunden sowie für Kunden der OLB möglich. Später wurde jedoch zwischen dem Allianz-Konzern und den anderen Cash-Group-Banken eine entsprechende Vereinbarung getroffen, sodass ab Mitte 2010 Kunden aller Cash-Group-Banken die Geldautomaten der Allianz Bank kostenfrei nutzen konnten. Allerdings war die Allianz Bank weiterhin weder auf der Homepage der Cash Group als Mitglied aufgeführt noch wurden deren Geldautomaten in der Suchfunktion auf der Homepage angezeigt. Lediglich über die Suchfunktion auf der Homepage der Allianz Bank[8] war eine Suche nach sämtlichen kostenfreien Geldautomaten möglich. Mit der Einstellung der Geschäftstätigkeit der Allianz Bank zum 30. Juni 2013 wurden auch die von ihr betriebenen Geldautomaten abgebaut.
Durch Übernahme und Verschmelzung mit der Commerzbank firmiert die Dresdner Bank jetzt unter der Commerzbank.
Die Advance Bank war eine Tochtergesellschaft der Dresdner Bank und wurde im November 2003 mit dieser verschmolzen.
Durch Übernahme und Verschmelzung der Dresdner Bank mit der Commerzbank firmiert die Bremer Bank jetzt unter der Commerzbank.
Die Vereins- und Westbank war eine Tochtergesellschaft der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank und wurde im Januar 2005 auf diese verschmolzen.
Die Westfalenbank war bis 2006 eine Tochtergesellschaft der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank und als solche Mitglied in der Cash Group. Nach Zerschlagung in mehrere Geschäftsbereiche und Verkauf an andere Unternehmen endete auch die Mitgliedschaft in der Cash Group.
Das Bankhaus C. L. Seeliger war bis 2006 Mitglied der Cash Group und wechselte danach in den CashPool.
Mit Übernahme durch die Conrad Hinrich Donner Bank 2009 schied die Bank Anfang April 2010 aus der Cash Group aus und wechselte in den CashPool.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich Immenga und Thorsten Körber: Marktabgrenzung und Marktbeherrschung bei Geldautomatennutzung (PDF; 1,5 MB)
  2. http://www.sparkassen-finanzgruppe.de/owx_medien/media230/23047.pdf
  3. http://www.bvr.de/p.nsf/index.html?ReadForm&main=4&sub=120
  4. http://www.cash-pool.de/detail.htm
  5. https://www.olb.de/privatkunden/68.php
  6. Postbank: Bargeldabhebungen an Geldautomaten der OLB. In: postbank.de. Abgerufen am 12. März 2014.
  7. Jörg Schürmeyer: OLB: Neue Regeln an Geldautomaten. In: nwzonline.de. Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 7. März 2014, abgerufen am 12. März 2014.
  8. https://banking.allianz.de/res/service/bargeld-wegweiser/index.html