Christian Mähr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Christian Mähr (* 6. Februar 1952 in Feldkirch/Vorarlberg) ist ein österreichischer Chemiker, Wissenschaftsredakteur und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Mähr besuchte ein Gymnasium in Feldkirch und studierte nach der Matura ab 1970 Chemie an der Universität Innsbruck. Er schloss dieses Studium 1982 mit der Promotion ab. Anschließend arbeitete er als Wissenschaftsredakteur beim Österreichischen Rundfunk. 1999 nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Mähr lebt heute im Dornbirner Stadtbezirk Haselstauden in Vorarlberg.

Er ist Verfasser von Romanen und Hörspielen, die der fantastischen Literatur zugerechnet werden. 1985 geht sein Hörspiel "Chlorophyll" im ORF auf Sendung. Es behandelt fast 10 Jahr früher dieselbe Problematik wie Steven Spielbergs epochaler Film "Jurassic Park" die Entgleisung der Natur, allerdings bei Mähr von Schachtelhalmen, die die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika überwuchern. Offen bleibt bei Mähr allerdings die Ursache und der weitere Verlauf. Im Jahr danach produziert der ORF-Vorarlberg Mährs Hörspiel "Die transplutonische Plage". Daneben übersetzt Christian Mähr aus dem Englischen. 1992 gewann er mit seinem Roman Fatous Staub die beiden bedeutendsten deutschen Science-Fiction-Preise. In dem Buch geht es um einen Autor, der Kontakt zu einer Parallelwelt aufnimmt, in der es im Sinne einer Alternativweltgeschichte weder den Zweiten Weltkrieg noch den Mord an den Juden gegeben hat. Zwar lebt das wilhelminische Zeitalter weiter, aber es scheint menschlicher und friedlicher als unsere Gegenwart.

Ähnlich phantastisch geht Mähr in Simon fliegt vor: Da ermächtigt eine Postkarte den Protagonisten zur Levitation. In Die letzte Insel lässt Mähr eine nur für manche Menschen sichtbare Insel in den Gewässern eines Ferienparadieses auftauchen, und dazu passende Menschen, die auch von den meisten Leuten nicht wahrgenommen werden. In dem Sachbuch Vergessene Erfindungen hält der Autor der Wirklichkeit einen anders konstruierten Spiegel vor: Er konfrontiert den Leser mit durchaus sinnvollen Innovationen, die es tatsächlich gab, aber nie zum Durchbruch gelangten, und hinterfragt so spöttisch die Idee des Fortschritts.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

Sachbücher[Bearbeiten]

  • Zur Synthese von Azabicycloheptanen mit Substituenten in 1-Stellung. Innsbruck 1981 (Dissertation)
  • Stadt Feldkirch. Fotografien von Nikolaus Walter, Feldkirch 1993
  • Ski-Club Arlberg. Ein Jahrhundertbericht. St. Anton am Arlberg 2000. ISBN 3-9501375-0-5
  • Vergessene Erfindungen. Warum fährt die Natronlok nicht mehr? DuMont-Literatur-und-Kunst-Verlag, Köln 2002. ISBN 3-8321-7816-3
  • Von Alkohol bis Zucker – Zwölf Substanzen, die die Welt veränderten. DuMont Buchverlag, Köln 2010. ISBN 978-3-8321-8518-3
  • Naturschutz in Vorarlberg. Eine Annäherung. Limbus Verlag, Innsbruck 2012. ISBN 978-3-902534-57-6

Hörspiele[Bearbeiten]

  • Futurum Exactum, ORF 1983 (Regie: Wolfgang Stendar)
  • Das schwarze Loch, ORF 1984 (Regie: Frederik Ribell)
  • Chrlorophyll, ORF 1985 (Regie: Augustin Jagg)
  • Die transplutonische Plage, ORF 1986 (Regie: Augustin Jagg)

Übersetzungen[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

„Die Wirklichkeit ist nach Mähr nur eine von mehreren Möglichkeiten, deren Existenz oder Nicht-Existenz, dessen Chancen, Realität zu werden, vom Leser und seinen Entscheidungen abhängt. Das, was künftig wirklich werden will, mit seinen eigenen Entscheidungen mitzubestimmen, ist LeserIn aufgerufen. Insofern kehrt der phantasiesprühende Roman nach seinen Parforcejagden durch Liebe und Irrsinn dann doch zur Realität zurück.“

Karsten Kruschel über Fatous Staub: Geschichtenerzählers Verwirrspiel. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1993, Wilhelm Heyne Verlag, München, ISBN 3-453-06202-7, S. 701.

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst G. Tröster: Wenn das Grauen in den Alltag einbricht. Die phantastischen Hörspiele des Christian Mähr. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1993, Wilhelm Heyne Verlag, München, ISBN 3-453-06202-7, S. 554–572.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laudatio zur Preisverleihung
  2. Preisträger 2011
  3. ORF-Online: Vorarlberger Literaturpreis für Christian Mähr; abgerufen am 23. April 2012

Weblinks[Bearbeiten]