Cissonius

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Relief mit Mercurius Cissonius aus Rheinzabern
Verteilung der Cissonius-Inschriften

Cissonius, auch Cisonius, Cisnius, Cesonios, war ein keltischer Gott. Der Name wurde als „Tapferer“, „Abgelegener“ aber auch „Wagenfahrer“[1] gedeutet. Vermutlich war er Gott des Handels und Beschützer auf Reisen. In der Interpretatio Romana wird er deshalb mit Mercurius gleichgesetzt.

Cissonius war der in Gallien neben Visucius am weitesten verbreitete Beiname des Mercurius, seine Inschriften erstrecken sich von Frankreich nach Süddeutschland und die Schweiz bis nach Italien. Dargestellt wurde er als bärtiger behelmter Mann, auf einem Widder reitend mit einem Weinkelch, oder als junger Mann mit Flügelhelm und Heroldsstab, der als Opfergaben Hahn und Ziege entgegennimmt.

In einer Inschrift aus Promontogno[2] wird Cissonus mit Matutinus oder Matunus gleichgesetzt. Der Name der Gemeinde Niederzissen im Landkreis Ahrweiler geht wahrscheinlich auf seine Verehrung zurück.[3]

Weiheinschriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jean-Jacques Hatt: Mythes et dieux de la Gaules, I : les grandes divinités masculines. Paris 1989, S. 217. Hatt leitet den Namen von lateinisch cisium, cissum, zweirädriger Wagen, ab; s. E.Howald, E. Meyer: Die römische Schweiz. 1940, S. 194.
  2. AE 1992, 1300.
  3. Friedhelm Schnitker: Zissen und die Herrschaft Olbrück.