Coloane

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Dieser Artikel beschreibt einen Gemeindebezirk Macaos. Träger des Familiennamens Coloane ist der chilenische Autor Francisco Coloane.
Lage der Halbinsel Coloane in Macao

Coloane (chinesisch 路環島 / 路环岛Pinyin Lùhuán Dǎo) ist eine Stadt auf dem gleichnamigen Inselteil in der Sonderverwaltungszone Macao, Volksrepublik China. Im Gemeindebezirk Coloane leben 3.292 Menschen (Volkszählung 2006) auf einer Fläche von 7,6 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 433 Einwohner pro Quadratkilometer.

Geographie[Bearbeiten]

Coloane liegt südlich der Halbinsel Macao und östlich der Insel Hengqin, die Teil der Stadt Zhuhai in der Provinz Guangdong ist. 2001 wurde die Insel Coloane durch Landgewinnung mit der Insel Taipa zu einer größeren Insel mit einer Fläche von 19,3 Quadratkilometern (Stand 2005) verbunden.

Der Gemeindebezirk Coloane hat eine Länge von vier Kilometern und ist an der engsten Stelle 300 Meter breit. Die höchste Erhebung ist der 171 Meter hohe Alto de Coloane (chin.: 疊石塘山). Der östlich gelegene Strand Hac Sa (chin.: 黑沙海灘, port.: Baía en Hác Sá) und die südlich gelegene Bucht Cheoc Van (chin.: 竹灣, port.: Baía en Cheoc Van) werden von der Bevölkerung zur Erholung genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Tempel „Tam Kung“

Coloane war früher unter den Namen Jiuhaoshan (九澳山 "Berg der neun Buchten"), Yanzaowan (鹽灶灣 "Salzofenbucht"), und Guoluhuan (過路環 "Ringstraße") bekannt.

Von der Song-Dynastie (960-1279) bis zum Beginn der portugiesischen Herrschaft 1864 war Coloane Salz-Lieferant für China. Nach dem Ausbau Macaos zu einem wichtigen Handelshafen verlor Coloane an Bedeutung und war bis 1910 Stützpunkt von Piraten, als zwischen dem 12. und 19. Juli portugiesische Polizisten unter dem Feuerschutz der Kanonenboote Pátria und Macau auf der Insel Coloane mehrere chinesische Kinder aus Piratenhand befreiten.[1]

Mit der Eröffnung einer 2,2 Kilometer langen Brücke nach Taipa 1969, der Estrada do Istmo, begann eine stärkere Besiedlung Coloanes. 1999 endete die portugiesische Kolonialherrschaft und Coloane wurde an die Volksrepublik China übergeben.

Seit 2001 verbindet ein Neulandgebiet mit dem Namen Cotai (gebildet aus den Wörtern Coloane und Taipa) die bisherig einzelnen Inseln. Dort entstand eine neue Stadt mit zahlreichen Hotels, Kasinos, Restaurants und Geschäften. Ebenfalls errichtet wurden Filmstudios, Theater, eine Arena sowie Messe- und Tagungszentren. Weitere Hotel- und Kasinokomplexe sind im Bau oder in der Planung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kapelle des „Heiligen Francisco de Xavier“

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehört die Kapelle des Heiligen Francisco de Xavier (聖方濟各聖堂). Die Kapelle, erbaut 1928, befindet sich an der Südküste der Halbinsel. In der Nähe steht ein Denkmal zum Gedenken an den Sieg über die Piraten im Jahre 1910.

Die Kapelle enthält einige der wichtigsten heiligen christlichen Reliquien in Asien, darunter die Überreste von 26 ausländischen und japanischen katholischen Priestern, die 1597 in Nagasaki gekreuzigt wurden, sowie die von einigen der japanischen Christen, die während des Shimabara-Aufstands 1637 getötet wurden. Die Kapelle beherbergt auch einen Knochen aus dem Arm von Francisco de Xavier, der 1552 auf der Insel Shangchuan, 50 Meilen vor Macau, starb.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten Coloanes sind ein taoistischer Tempel, der der Seefahrer-Göttin „Tam Kung“ (譚公廟) geweiht ist, der alte Tempel „Tin Hau“ (天后古廟), die 1998 errichtete Statue „A-Ma“ (媽祖像), die Kirche „Gedächtnis der Schmerzen Mariens“ (九澳七苦聖母小堂), das Museum der Natur und Landwirtschaft (土地暨自然博物館), die Avenida de Cinco de Outubro (十月初五馬路), der Park „Baía de Hác Sá“ und der Coloane-Park.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Coloane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Portuguese Gunboat Macau

22.124166666667113.56694444444Koordinaten: 22° 7′ N, 113° 34′ O