Cronos

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Dieser Artikel erläutert den Horrorfilm Cronos; zu anderen Bedeutungen siehe Cronos (Begriffsklärung).
Filmdaten
Deutscher Titel Cronos
Originaltitel La Invención de Cronos
Produktionsland Mexiko/USA
Erscheinungsjahr 1993
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Guillermo del Toro
Drehbuch Guillermo del Toro
Produktion Bertha Navarro, Arthur Gorson
Musik Javier Álvarez
Kamera Guillermo Navarro
Schnitt Raul Davalos
Besetzung

Cronos ist ein mexikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1993, der zwar Vampir- und Zombiemotive aufgreift, allerdings weniger auf Schockelemente setzt, sondern stärker auf die Beziehung der Protagonisten untereinander eingeht. Die Regie führte Guillermo del Toro.

Handlung[Bearbeiten]

Jesus Gris ist ein Antiquitätenhändler. Er lebt mit seiner Frau Mercedes und seiner Enkelin Aurora, die nie ein Wort spricht. In seinem Geschäft ist wenig Betrieb, so dass ihm Zeit zum Spielen mit seiner Enkelin bleibt. Nur ein einzelner Kunde sucht offensichtlich eine bestimmte Statue. Aus einer von diesem Mann untersuchten Engelstatue kriechen kurz darauf Kakerlaken. Beim Nachschauen findet Jesus in deren Sockel einen geheimnisvollen, etwa faustgroßen, käferartigen, goldfarbenen Apparat. Als er ihn an einer Feder aufzieht, krallt sich dieser fest und sticht Jesus in die Hand. Jesus nimmt den Käfer mit zu sich nach Hause und setzt ihn sich, süchtig geworden, in der Folge mehrmals an. Er fühlt sich dadurch jünger und dynamischer, entwickelt jedoch ein Verlangen nach Blut.

Am nächsten Morgen findet er seinen Antiquitätenladen durchsucht und verwüstet vor. Auf dem Tisch liegt die Visitenkarte von Angel, dem grobschlächtigen Neffen des todkranken Industriellen De la Guardia. Angel hat zuvor für seinen Onkel die nun leere Engelstatue gekauft und offensichtlich den Apparat gesucht. Diesem Industriellen ist vor geraumer Zeit das Notizbuch eines Alchemisten aus dem 16. Jahrhundert in die Hände gefallen, und nun ist er verzweifelt auf der Suche nach Cronos, dem lebensverlängernden Apparat.

Jesus Gris sucht De la Guardia auf und wird in die Existenz des Notizbuches eingeweiht. Er will Cronos aber nicht hergeben. Darum wird er von Angel niedergeschlagen, sterbend in ein Auto gesetzt und eine Klippe hinuntergerollt. Knapp vor seiner Feuerbestattung erwacht Jesus aufgrund der Wirkung von Cronos wieder zum Leben. Er sieht seine eigene Todesanzeige und versucht vergeblich, mit seiner Frau Kontakt aufzunehmen. Aurora lässt Jesus ins Haus und versteckt ihn tagsüber in ihrer Spielzeugtruhe.

In der Nacht machen sich die beiden auf, um das Notizbuch des Alchemisten zu holen. Sie werden von De La Guardia ertappt und dieser wird in der Folge von Aurora niedergeschlagen. Gierig trinkt Jesus das auslaufende Blut. Der alarmierte Angel verfolgt die beiden. Es kommt zum Kampf auf einem Fabrikdach. Dabei stürzt sich Jesus mit Angel in die Tiefe. Aurora belebt Jesus wieder, indem sie ihm Cronos ansetzt. Jener spürt nach dem Erwachen wieder seinen Blutdurst und ist im Begriff, seine Enkelin anzufallen. Im letzten Moment beginnt diese zu sprechen: "Opa". Jesus zerstört daraufhin Cronos und stirbt ohne dessen lebensverlängernde Wirkung bald darauf.

Budget[Bearbeiten]

Das Budget wurde von 1,5 Mio. auf 2 Mio. Dollar erhöht. Bis zum damaligen Zeitpunkt war es der teuerste mexikanische Film. Damit die Ausgaben nicht aus dem Ruder laufen, stimmte Ron Perlman einer Kürzung seiner Gage zu.[1]

Hintergrundwissen[Bearbeiten]

  • Einen Alchimisten mit Namen Fulcanelli gab es möglicherweise tatsächlich.
  • Die Originalfilmaufnahmen von Cronos wurden gestohlen. Der Regisseur besitzt lediglich Kopien.
  • Max von Sydow war ursprünglich für die Rolle des Jesus Gris vorgesehen.
  • Die mechanischen Objekte und die Specialeffekts wurden von der Firma Necropia hergestellt, die sich damals im Besitz Del Toros befand.
  • Del Toro begann bereits 1984 mit dem Schreiben des Drehbuchs. Der Arbeitstitel lautete Vampire of the Grey Dawn.
  • Zu Beginn des Films ist ein Parkverbotsschild zu sehen, das ursprünglich für die Olympischen Spiele 1968 angefertigt wurde. Die Szene wurde auf einem großen Boulevard in Mexiko-Stadt gedreht, dem Eje Central Lazaro Cardenas.
  • Perlmans Spanisch war derart schlecht, dass sich der Regisseur genötigt sah, das Drehbuch in einem Punkt zu ändern. Spanisch war fortan nicht mehr Angels Muttersprache. Er war nun amerikanischer Auswanderer. Perlman spielte auch in del Toros späteren Film Pacific Rim mit.

Quelle: [1]

Cameo[Bearbeiten]

Del Toros Ehefrau ist in einer Szene kurz zu sehen. Sie führt einen Hund aus.[1]

Kritik[Bearbeiten]

Lexikon des Internationalen Films: Packend inszenierter und gut gespielter Horrorfilm in Gestalt einer modernen Vampir-Variante, der das Thema um die Dimension des „Faust“-Stoffes zu erweitern versucht.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film konnte 20 verschiedene Preise gewinnen, darunter einen Saturn Award in der Kategorie Best Genre Video Release. Als Regisseur gewann Guillermo del Toro einen Golden Ariel sowie den Mercedes-Benz Award.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c http://www.imdb.com/title/tt0104029/trivia
  2. http://www.filmevonabisz.de/filmsuche.cfm?wert=68117&sucheNach=titel

Weblinks[Bearbeiten]