Kinsky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt das Adelsgeschlecht derer von Kinsky. Für weitere Namensträger, siehe Kinsky (Begriffsklärung).
Stammwappen der Kinsky.

Kinsky von Wchinitz und Tettau (ursprünglich Wchinsky) ist der Name eines aus Böhmen stammenden Hochadelsgeschlechts (urkundlich 1237), Grafen 1628, 1676, 1687, Fürsten 1747.

Geschichte[Bearbeiten]

Palais Kinsky in Wien.

Das Geschlecht ist seit 1150 nachweisbar. Es erscheint erstmals urkundlich am 16. Mai 1237.[1] Die Brüder Protivec und Vecemil nennen sich am 1. März 1307 nach der ehemaligen Burg Wchynic (Chynic) im Bezirk Leitmeritz von Wchynic. Am 13. März 1596 erfolgte zu Prag die Böhmische Bestätigung des Herrenstandes und Vereinigung des Namens Wchynic und Tettau. Der Kaiserliche Rat und Kämmerer Wilhelm Kinsky von Wchynitz und Tettau wurde am 2. Juli 1628 in Znaim in den Reichsgrafenstand erhoben. 1784 erbte die Familie das 1713-16 von Johann Lucas von Hildebrandt erbaute Palais Daun-Kinsky in Wien (bis 1987 in Familienbesitz). Sie war im Besitz zahlreicher Burgen und Schlösser, unter anderem auch des berühmten Palais Kinsky in Prag. Das Geschlecht teilt sich 1746 und 1747 in die fürstliche und die gräfliche Linie.

Nach der Machtübernahme der kommunistischen Partei der Tschechoslowakei 1948 wurde die Familie enteignet und des Landes verwiesen. Nach der Samtenen Revolution erhielten Norbert Kinský und Giovanni Kinský dal Borgo in Restitution u.a die Burg Kost, das Schloss Karlova Koruna und der Wildtiergarten Žehuňská obora mit dem Jagdschlösschen zurück.

Zur Verwaltung der Güter, Wälder und Teiche in den Bezirken Hradec Králové, Nymburk, Mladá Boleslav, Pardubice, Kolín und Jičín gründete die Familie 2004 die "Kinský dal Borgo a.s. mit Sitz in Chlumec nad Cidlinou.

Wappen[Bearbeiten]

Fürstliches Wappen am Palais Kinsky in Prag.
  • Das Stammwappen zeigt in Rot drei vom linken Schildesrand ausgehende, abwärts gebogene silberne Wolfszähne. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken steht ein offener, rechts silberner und links roter Adlerflug.[2]
  • Das Wappen von 1746 und 1747 hat den Schild wie das Stammwappen, Fürstenhut und Fürstenmantel.

Namensträger[Bearbeiten]

Bertha von Suttner geb. Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau, die erste Friedensnobelpreisträgerin (Fotografie von Carl Pietzner, 1906).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Deutsch
Tschechisch
  • Jan Halada: Lexikon české šlechty. Akropolis, Praha 1999, ISBN 80-85770-79-2. Heslo Kinští, S. 265–267.
  • Petr Mašek: Modrá krev. Mladá fronta, Praha 1999. ISBN 80-204-0760-X. Heslo Kinští, S. 129–133.
  • Karel Richter: Sága rodu Kinských. Ohne Ort und Jahr. (54 S.) Pravděpodobně vydáno nákladem chlumecké větve Kinských.
  • Aleš Valenta: Dějiny rodu Kinských. Veduta, České Budějovice 2004, ISBN 80-86829-05-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kinsky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Original im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien.
  2. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VI, Band 91 der Gesamtreihe, S. 233.