Petrohrad

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Petrohrad
Wappen von Petrohrad
Petrohrad (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Louny
Fläche: 1850,2657[1] ha
Geographische Lage: 50° 8′ N, 13° 26′ O50.12694444444413.441111111111365Koordinaten: 50° 7′ 37″ N, 13° 26′ 28″ O
Höhe: 365 m n.m.
Einwohner: 657 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 439 83 - 439 85
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Straße: Kryry - Jesenice
Bahnanschluss: Plzeň–Duchcov
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Jitka Dondová (Stand: 2013)
Adresse: Petrohrad 146
439 85 Petrohrad
Gemeindenummer: 566560
Website: www.petrohrad-obec.cz
Lageplan
Lage von Petrohrad im Bezirk Louny
Karte

Petrohrad (deutsch Petersburg) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie entstand 1895 durch die Vereinigung der Gemeinde Klumtschan (Chlumčany) mit dem Gut Petersburg (Petršpurk). Petrohrad liegt 21 Kilometer westlich von Rakovník im Rakonitzer Bergland und gehört zum Okres Louny.

Geographie[Bearbeiten]

Petrohrad befindet sich am nördlichen Fuße des Spálený vrch (499 m) im Rakonitzer Bergland. Durch die Ortsteile Černčice und Bílenec führt die Europastraße 48 / Staatsstraße 6 zwischen Nové Strašecí und Bochov sowie die Eisenbahn von Podbořany nach Blatno.

Nachbarorte sind Černčice und Nový Mlýn im Norden, Bílenec im Nordosten, Chotěšov im Südosten, Jesenice und Krty im Süden sowie Stebno im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Petersburg, dessen Namensgeber Peter von Janovic war, wurde im Jahre 1360 erstmals urkundlich erwähnt. Das Gut gehörte zu den Besitzungen der Burgen Petersburg (Petršpurk) und Springenberg (Šprymberk). Im Laufe der Zeit folgen nach dem Geschlecht von Janovic, die Guttensteiner und die Kolowrat auf Liebstein. 1620 erwarben die Czernin von Chudenitz den Ort. Gepfarrt war das Dorf bis 1808 nach Steben. Seit 1650 bestand in Petersburg eine Schlosskapelle, die 1785 zur Filialkirche erhoben wurde. Seit dieser Zeit gehörten die Dörfer Tschentschitz, Wilenz, Klumtschan sowie die Neumühle zum Petersburger Sprengel. 1786 kam die heute aufgegebene Ansiedlung Knieschehay (Kněžský háj) noch hinzu. Die Erhebung der Schlosskapelle zur Pfarrkirche erfolgte im Jahre 1808.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften im Jahre 1848 erhielt Petersburg seine Eigenständigkeit. 1895 erfolgte die Vereinigung des Gutes Petersburg (Petršpurk) mit der Gemeinde Klumtschan (Chlumčany) zur Gemeinde Petersburg bzw Petrohrad.

Nach der Gründung der Tschechoslowakei wurde 1918 der Großgrundbesitz des Hauses Cernin von Chudenitz verstaatlicht. Nach dem Münchner Abkommen erfolgte 1938 die Angliederung an das Deutsche Reich als Teil des Landkreises Podersam. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Petrohrad zur wiedererrichteten Tschechoslowakei zurück. Im Zuge der Gemeindegebietsreform von 1960 erfolgte der Zusammenschluss mit Bílenec und Černčice. 1981 wurde Petrohrad mit seinen Ortsteilen nach Kryry eingemeindet und erhielt 1990 seine Selbstständigkeit zurück.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Petrohrad besteht aus den Ortsteilen Bílenec (Wilenz), Černčice (Tschentschitz) und Petrohrad (Petersburg)[3], die zugleich auch Katastralbezirke bilden[4]. Grundsiedlungseinheiten sind Bílenec, Černčice, Petrohrad und Petrohrad-u nádraží.[5] Zu Petrohrad gehören außerden die Einschichten Petršpurk und Nový Mlýn (Neumühle).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Petersburg
  • Schloss Petrohrad, 1560 unter Jaroslav Kolowrat von Liebstein errichtet, zwischen 1697 und 1703 durch Giovanni Battista Alliprandi umgebaut, bis 1945 Sitz der Familie Cernin von Chudenic
  • Burgruine Petršpurk (Petersburg), 1358 durch Peter von Vrtba errichtet, seit 1556 wüst
  • frühere Brauerei, erbaut von Josef Zítka
  • Allerheiligen-Kapelle
  • Barockkirche Maria Magdalena in Bílence
  • drei Statuen des Hl. Johannes von Nepomuk
  • Statue des Hl. Wolfgang
  • Petr-Bezruč-Hain (Háj Petra Bezruče), Naturreservat
  • wüste Burg Šprymberk (Springenberg), errichtet 1363 durch die Ritter von Schönau, 1458 erwarb das Geschlecht von Janovic die Burg, die nach der Verlegung des Herrschaftssitzes auf die Petersburg verfiel und seit 1483 als wüst galt.
  • Aussichtsturm auf dem Tobiášův vrch

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petrohrad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/566560/Petrohrad
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/566560/Obec-Petrohrad
  4. http://www.uir.cz/obec/566560/Petrohrad
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/566560/Obec-Petrohrad