Kowary

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Kowary
Wappen von Kowary
Kowary (Polen)
Kowary
Kowary
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Jelenia Góra
Fläche: 37,39 km²
Geographische Lage: 50° 48′ N, 15° 49′ O50.815.816666666667Koordinaten: 50° 48′ 0″ N, 15° 49′ 0″ O
Höhe: 430 m n.p.m
Einwohner: 11.537
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 58-530
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DJE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Jelenia GóraWałbrzych
Schienenweg: Jelenia Góra–Kamienna Góra
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Einwohner: 11.537
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 0206021
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Mirosław Górecki
Adresse: ul. 1 Maja 1 A
58-530 Kowary
Webpräsenz: www.kowary.pl
Schmiedeberg um 1900

Kowary [kɔˈvarɨ] (deutsch Schmiedeberg im Riesengebirge) ist eine Stadt im Powiat Jeleniogórski in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie liegt am Fuß des Riesengebirges und des Landeshuter Kamms und gehört der Euroregion Neiße an.

Geschichte[Bearbeiten]

Schmiedeberg wurde erstmals im Jahr 1355 in einer Urkunde erwähnt, als die im Grenzwald liegende Region im nördlichen Riesengebirge durch deutsche Siedler gerodet wurde.[2] Es gehörte damals zum Herzogtum Schweidnitz, das nach dem Tod des Herzogs Bolko II. 1368 erbrechtlich an Böhmen fiel, wobei Bolkos Witwe Agnes von Habsburg bis zu ihrem Tod 1392 ein Nießbrauch zustand. Hinweise auf eine bereits bestehende ältere Ansiedlung im Gebiet von Schmiedeberg im Zusammenhang mit einem dortigen Erzabbau enthalten Veröffentlichungen von Theodor Eisenmänger aus dem Jahr 1900[3] sowie von Ephraim Ignatius Naso, der im 17. Jahrhundert als Jurist und Historiker in Schweidnitz wirkte.[4]

Eine Mitteilung zur Ortsgeschichte von Schmiedeberg auf der Internetseite der heutigen Stadtverwaltung Kowary besagt, dass im Jahr 1148 Eisenerz in der Gegend des heutigen Kowary / Schmiedeberg gefunden wurde und 1158 auf Geheiß des polnischen Fürsten Bolesław IV. abgebaut wurde. Dadurch soll dort eine kleine Siedlung entstanden sein, in welcher die Verarbeitung des gewonnenen Eisenerzes durch Eisenhämmer betrieben wurde. 1241 sollen die Bergleute an der Schlacht bei Wahlstatt gegen die Mongolen teilgenommen haben.[5]

Am 4. September 1513 erhielt Schmiedeberg durch den böhmischen König Vladislav II. das Stadtrecht und die Bestätigung eines Stadtwappens. Neben Breslau und Schweidnitz war Schmiedeberg eines der wichtigsten Zentren der Eisenindustrie des 16. Jahrhunderts in Niederschlesien. Vor allem Feuerwaffen waren ein begehrtes Produkt der ansässigen Handwerker. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt zu großen Teilen vernichtet und die Blütezeit des Ortes beendet. Durch eine Überschwemmung der Erzgrube kam der Bergbau zum Erliegen. Nachfolgend entwickelte sich das Weberhandwerk.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Schmiedeberg zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es Versuche, den Bergbau wiederzubeleben.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 hatte Schmiedeberg etwa 4000 Einwohner. Die bis dahin fast ausschließlich deutsche Bevölkerung flüchtete vor oder während der Eroberung der Stadt durch Truppen der Sowjetunion nach Westen oder wurde durch polnische Behörden zum Verlassen des Ortes gezwungen. Neusiedler aus Ostpolen übernahmen deren Besitz. Der Stadtname wurde in die polnische Sprache übersetzt. Neben der Textilindustrie war von 1948 bis 1972 auch der Uranerzabbau von Bedeutung.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Orte Krzaczyna (Buschvorwerk), Podgórze (Arnsberg) und Wojków (Hohenwiese) sind eingemeindet worden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Neuhof um 1860, Sammlung Alexander Duncker
St. Annenkapelle im oberen Ortsteil
  • Kapelle der Heiligen Anna
  • Spätgotische katholische Pfarrkirche St. Marien am Franziskanerplatz
  • Schloss der Fürsten von Reuss-Köstritz „Neuhof“ (heute: Nowy Dwór)
  • Schloss Ruhberg (heute: Ciszyca) und ehemaliger Landschaftspark, bis 1831 Besitz des Fürsten Anton Radziwill
  • Klassizistisches Rathaus, 1768–1769 erbaut unter Beteiligung des Landeshuter Baumeisters Carl Gotthard Langhans
  • Barocke Steinbrücke mit einer Statue des böhmischen Landesheiligen Johannes Nepomuk
  • Miniaturenpark von Marian Piasecki auf dem Gelände der ehemaligen Teppichweberei

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sagen[Bearbeiten]

Schmiedeberg wird in mehreren Rübezahl-Sagen erwähnt. Die Sagen Der Wunderstab und Rübezahl führt ein Konzert auf spielen im Ort. In der ersten Sage schenkt Rübezahl einem Naturforscher einen Zauberstab, mit dem in Sekunden große Entfernungen zurückgelegt werden können.[6] In der anderen sage straft Rübezahl den Schmiedeberger Stadtmusikus Knarr. Da Knarr behauptet hatte, mit seiner Musik selbst Rübezahl zu bezaubern, verzauberte Rübezahl Knarr und ein Orchester so, dass es sich anlässlich eines großen Konzerts in Meerkatzen und Bären verwandelte und schauerlich spielte, ohne dass Knarr selbst es so wahrnehmen konnte. Knarr behauptete nie wieder den Berggeist verzaubern zu können.[7]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kowary – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Arne Franke: Das schlesische Elysium. 2005, ISBN 3-936168-33-4, S. 6
  3. Geschichte der Stadt Schmiedeberg im Riesengebirge. Verlag May Woywod, Breslau 1900, S. 1
  4. Hermann Markgraf: Naso, Ephraim Ignatius. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 261.
  5. http://www.kowary.pl/pl/miasto Homepage Kowary - Geschichte (polnisch)
  6. E. Berger, Rübezahl und Andere Gebirgssagen, Buchhandlung Gustav Fock, Seite 25 ff.
  7. E. Berger, Rübezahl und Andere Gebirgssagen, Buchhandlung Gustav Fock, Seite 112 ff.