Düne (Insel)
| Düne | ||
|---|---|---|
| Blick aus einem Flugzeug auf Düne, mit Südhafen der Hauptinsel Helgoland im Hintergrund | ||
| Gewässer | Deutsche Bucht | |
| Geographische Lage | 54° 11′ 5″ N, 7° 54′ 44″ O54.1847222222227.91222222222229.2Koordinaten: 54° 11′ 5″ N, 7° 54′ 44″ O | |
|
|
||
| Länge | 1,25 km | |
| Breite | 850 m | |
| Fläche | 70 ha | |
| Höchste Erhebung | 9,2 m ü. NN | |
| Einwohner | (unbewohnt) | |
| Blick vom Helgoländer Oberland zur Insel Düne | ||
Düne (präziser: „die Düne“, nordfriesisch de Halem) ist die einzige Nebeninsel der deutschen Nordseeinsel Helgoland und gehört mit der Hauptinsel zur Gemeinde Helgoland und damit zum schleswig-holsteinischen Kreis Pinneberg, dessen Hauptteil knapp 140 km südöstlich auf dem Festland nordwestlich von Hamburg liegt.
Die flache Sandinsel, auch Strandinsel, die im 20. Jahrhundert in Teilen künstlich vergrößert wurde, ist Zufluchtsort unter anderem von Meeresvögeln, Kegelrobben und Seehunden. Sie dient mit ihren Stränden als Badeinsel. Zudem befinden sich hier der Flugplatz Helgoland-Düne, der Dünenhafen, Unterkünfte und der Leuchtturm Helgoland Düne.
Inhaltsverzeichnis |
Geographische Lage[Bearbeiten]
Die Insel Düne liegt 62 km nordwestlich der Elbemündung und knapp 1 km östlich der helgoländischen Hauptinsel, die als Nordwestbegrenzung der Helgoländer Bucht gilt. Von der Hauptinsel ist sie durch die schmale Meeresstraße Reede getrennt, die in Nordreede und Südreede (früher auch Nordhafen und Südhafen genannt; siehe Karte von 1910) unterteilt wird.
Die Insel ist etwa 0,7 km² groß, in Westnordwest-Ostsüdost-Richtung maximal 1,25 km lang und in Nordost-Südwest-Richtung bis 850 m breit. Ihre höchste Stelle liegt auf 9,2 m ü. NN[1].
Düne und Helgoland sind Teil des 51,38 km² großen und 1981 gegründeten Naturschutzgebiets Helgoländer Felssockel (NSG-Nr. 30101)[1], das neben den beiden Inseln auch inselnahe Bereiche der Nordsee enthält.
Geschichte[Bearbeiten]
→ für weitere Infos siehe Absatz Geschichte des Artikels Helgoland
Seit Urzeiten war Düne als Halbinsel über den de Woal genannten Isthmus (schmale Landenge) mit Helgoland verbunden. Um 1640 gab es in ihrem Nordteil noch das aus Muschelkalk und Kreide bestehende Witte Kliff (auch Wittkliff und früher Witte Klyppe genannt), das etwa gleich hoch wie die rötlichen Kliffe aus Mittlerem Buntsandstein der Hauptinsel war. Durch den Abbau zur Baustoffgewinnung und durch Erosion verschwand das Kliff: Bei der Neujahrsflut 1721, die am 31. Dezember 1720 begann und am 1. Januar 1721 endete, wurden seine Reste und auch die Landenge zerstört, und somit wurde Düne eine von der Hauptinsel getrennte Insel. Im Lauf der Zeit schrumpfte sie weiter. Um 1935 bestand Düne, nun Strand-Insel genannt, nur noch aus einem etwa 0,1 km² großen Sandstreifen in Form eines Kometen (siehe Karte von 1910).
Im nationalsozialistischen Deutschen Reich war Düne militärisches Sperrgebiet. Im Rahmen des 1938 begonnenen Projekts Hummerschere (Ausbau von Düne und Helgoland zur Festung mit Seehafen) wurde die Insel durch die deutsche Regierung durch Sandvor- und -aufspülungen vergrößert, wobei sie durch zusätzliche Errichtung von Buhnen und Molen etwa ihre heutige Form erhielt. Dabei entstand auch der Flugplatz (s. u.), der im Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) hauptsächlich als Not- und Ausweichplatz genutzt wurde, und es wurden Flugabwehrgeschütze installiert. 1941 wurden die Arbeiten eingestellt. Nach Kriegsende wurden Düne und Helgoland vom Vereinigten Königreich besetzt.
Unter anderem seit 2008 gab es Pläne, die Inseln Düne und Helgoland im Rahmen der Helgoländer Inselerweiterung wieder miteinander zu verbinden – dies wurde in einem Bürgerentscheid am 26. Juni 2011 mit 54,74 Prozent der abgegebenen Stimmen abgelehnt.
Auf Düne existiert der Friedhof der Namenlosen mit Kirche sowie Denkmälern und Grabsteinen für gestorbene Seefahrer.
Fauna, Flora und Fossilien[Bearbeiten]
An den Stränden von Düne, das von zahlreichen Meeresvögeln wie Austernfischern, Möwen und Steinwälzern aufgesucht wird, lassen sich Kegelrobben und Seehunde nieder.
Der Großteil der Düne besteht aus Graudünen und Weißdünen sowie Gebüsch aus Sanddorn, Silber-Ölweide und Kartoffel-Rose. Auf der Aade im Südosten der Düne wird der Spülsaum von Kali-Salzkraut, Meersenf und Salzmiere besiedelt. Im Inneren der Insel befinden sich Teiche mit recht üppigem Schilf- und Brackwasserröhricht.[2]
Der Oststrand ist ein reiner Steinstrand, wo man Fossilien von Belemniten („Donnerkeile“), Seeigeln und Ammoniten finden kann. Nach größeren Stürmen lassen sich diese Steine auch auf den anderen Stränden finden. Muscheln und Muschelschalen finden sich an allen Stränden.
-
Steinwälzer am Strand von Düne
-
Kegelrobbe am Strand von Düne
-
Seehunde am Nordstrand von Düne
-
Küsten-Kamille am Spülsaum von Düne
-
Salzmiere am Spülsaum von Düne
Tourismus[Bearbeiten]
→ für weitere Infos siehe Absatz Tourismus des Artikels Helgoland
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts badeten die per Boot von Helgoland nach Düne angereisten Menschen getrennt an Stränden der Insel: Frauen im nordwestlichen Damenbad und Männer im südöstlich davon gelegenen Herrenbad. An der gegenüberliegenden Inselküste gab es ein Familienbad (siehe Karte von 1910).
Heutzutage dienen der Nord- und Südstrand als Badestrand. Bei sehr niedrigem Wasserstand kann man am Nordstrand noch Reste des Witte Kliffs sehen. Aufgrund seiner günstigen Wind- und Strömungsverhältnisse ist der Südstrand bei Familien mit kleinen Kindern beliebter Badeort. Dort befinden sich ein Strandrestaurant und der Leuchtturm Helgoland Düne.
Als Unterkünfte stehen ein Campingplatz und zwei Bungalowsiedlungen bereit. Der „Hügel“ Jonny Hill bietet einen Rundblick über Düne und auf Helgoland.
Verkehr[Bearbeiten]
Schiff[Bearbeiten]
→ für weitere Infos siehe Absätze Schiff und Ausbooten des Artikels Helgoland
Düne wird tagsüber regelmäßig von einem Fährboot angesteuert: Die Dünenfähre Witte Kliff übernimmt den Transfer der Bade- und Fluggäste vom Binnenhafen der Hauptinsel zum Dünenhafen. Sie ist ein zweimotoriger Katamaran in GFK-Bauweise, der 1997 von der Fassmer-Werft gebaut wurde. Sie entspricht von der Bauweise her den Tenderbooten, die Fassmer für Kreuzfahrtschiffe herstellt, hat aber im Gegensatz zu diesen ein offenes Heck mit etwa 15 Sitzplätzen im Freien. In der Sommersaison verkehren bei Bedarf auch Börteboote von den Seebäderschiffen direkt zum Dünenhafen. Dies ist typischerweise jeweils das letzte Börteboot von einem Schiff.
Flugzeug[Bearbeiten]
→ für weitere Infos siehe Absatz Luft des Artikels Helgoland
Im Ostteil der Insel liegt der 1962 eröffnete Flugplatz Helgoland-Düne, der täglich, sofern es das Wetter zulässt, von kleinen ein- und zweimotorigen Flugzeugen genutzt wird. Er hat drei Start- und Landebahnen. Es bestehen Linienverbindungen zu einigen Flugplätzen auf dem küstennahen Festland. Das Dünen-Taxi verbindet den Flugplatz mit dem Fähranleger. Es ist eines der wenigen Landfahrzeuge mit Verbrennungsmotor in Helgoland, wo gemäß § 50 StVO keine Kraftfahrzeuge oder Fahrräder geführt werden dürfen. Es gibt Ampeln und Hinweisschilder, die Fußgänger vor im Tiefflug landenden Flugzeugen warnen.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
- ↑ Britta Walbrun: Die Flora und Vegetation der Insel Helgoland. Diplomarbeit Universität Göttingen, 1985.
Weblinks[Bearbeiten]
- Artikel Seite an Seite: Helgoland und die Düne auf helgoland.de
Schleswig-Holstein: Helgoland | Düne | Blauort | Tertius | Trischen – Hamburg: Scharhörn | Nigehörn | Neuwerk – Niedersachsen: Hoher Knechtsand | Mellum
Westfriesische Inseln – Ostfriesische Inseln – Nordfriesische Inseln