Dürkheimer Riesenfass

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Dürkheimer Riesenfass

Das Dürkheimer Riesenfass, örtlich meist nur Fass oder im Dialekt Därgemer Fass genannt, ist eine Sehenswürdigkeit in der pfälzischen Kur- und Kreisstadt Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz). Das Riesenfass besitzt bei einem Durchmesser von 13,5 m ein Volumen von etwa 1.700.000 Liter entsprechend 1700 m³ und ist damit das größte Fass der Welt. Es dient allerdings nicht der Aufbewahrung von Flüssigkeit, sondern beherbergt ein Restaurant.

Lage[Bearbeiten]

Das Riesenfass (St.-Michaels-Allee 1) steht nordöstlich der Altstadt in der Aue des Flüsschens Isenach am Westrand der 45.000 m² großen Brühlwiesen. Auf diesen findet alljährlich am zweiten und dritten Septemberwochenende der Dürkheimer Wurstmarkt statt, der mit über 600.000 Besuchern als das größte Weinfest der Welt gilt. Die Zufahrt zu Fass und Wurstmarkt erfolgt über die direkt nördlich vorbeiführende Bundesstraße 37 (Ludwigshafen am RheinKaiserslautern).

Geschichte[Bearbeiten]

1934: Bau des Riesenfasses

Das Fass wurde 1934 von dem Bad Dürkheimer Weingutsbesitzer und Küfermeister Fritz Keller in traditioneller Weise und Form, wenn auch überdimensioniert, aus Holz gebaut. Dazu wurden im Nordschwarzwald nahezu 200 Tannen gefällt, von denen jede gegen 40 m hoch war. Jeweils eine Tanne war erforderlich, um eine der 178 Fassdauben von je 15 m Länge und 15 cm Stärke zu fertigen. Insgesamt wurden mehr als 200 m³ Holz verarbeitet.[1] Zugerichtet und geliefert wurde das Holz vom Sägewerk Krauth & Co. in Rotenbach im Enztal.[2]

Mit dem Bau des Dürkheimer Riesenfasses wurde das Große Fass des Heidelberger Schlosses, das bei 9 m Länge, 7 m Durchmesser und 221.726 Liter Rauminhalt tatsächlich der Aufnahme von Wein diente, als vorher größtes Fass der Welt um ein Vielfaches übertroffen.[3]

Ausstattung[Bearbeiten]

Das Dürkheimer Riesenfass trägt auf der nach Osten weisenden Stirnseite in alter Rechtschreibung die Aufschrift „Dürkheimer Riesenfaß“. Innen ist es nach Art einer Weinstube gestaltet. Es kann auf zwei Ebenen (Erdgeschoss und Empore) knapp 430 Gäste aufnehmen. Wegen des Besucherandrangs wurde 1958 die hölzerne „Bütt“ angebaut, eine ebenfalls überdimensionale Bütte, die im Stil dem Riesenfass entspricht und Raum für etwa 120 Gäste bietet. Die Bewirtung findet unterjährig fast ausschließlich in der „Bütt“ statt; das Fass selbst ist für Gäste nur noch während des Dürkheimer Wurstmarkts und für große Gruppen nach Voranmeldung zugänglich.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Doris Aust: Ein „Spleen“ wird zur Sensation. In: Die Rheinpfalz, Bad Dürkheimer Zeitung. Nr. 182, Ludwigshafen, 15. August 2009 (Thema am Samstag: Das Dürkheimer Fass feiert 75. Geburtstag).
  •  Theo Becker: Das Dürkheimer Faß. Wahrzeichen der Weinstraße. In: Stimme der Pfalz. 46, Nr. 3, 1995, S. 17–18.
  •  Eva Klag-Ritz: „Fritz, hör auf, du machst dich bankrott“. Die Geschichte und Geschichten um den Bau des Dürkheimer Fasses. In: Die Rheinpfalz, Bad Dürkheimer Zeitung. Nr. 274, Ludwigshafen, 26. November 1994.
  •  Sven Wenzel: Dauerhaftigkeit – außen und innen. Seit 75 Jahren kommt in Bad Dürkheim kaum ein Besucher am „Fass“ vorbei. In: Die Rheinpfalz, Bad Dürkheimer Zeitung. Nr. 182, Ludwigshafen, 15. August 2009 (Thema am Samstag: Das Dürkheimer Fass feiert 75. Geburtstag).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eva Klag-Ritz: „Fritz, hör auf, du machst dich bankrott“. In: Die Rheinpfalz, Bad Dürkheimer Zeitung. Nr. 274, Ludwigshafen, 26. November 1994.
  2. Telefonische Auskunft des Sägewerks an Wikipedia-Autor.
  3. a b Hannelore und Carsten Thüne: Die Fassgeschichte. Abgerufen am 21. September 2010.

49.4647222222228.1691666666667Koordinaten: 49° 27′ 53″ N, 8° 10′ 9″ O