Isenach

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Isenach
Flussverlauf

Flussverlauf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 239148
Lage Pfälzerwald, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle Diemersteiner Wald
49° 28′ 29″ N, 7° 59′ 51″ O49.4747222222227.9975325
Quellhöhe 325 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen [1]
Mündung Bei Bobenheim-Roxheim in den Rhein49.5944444444448.412777777777887Koordinaten: 49° 35′ 40″ N, 8° 24′ 46″ O
49° 35′ 40″ N, 8° 24′ 46″ O49.5944444444448.412777777777887
Mündungshöhe 87 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen [1]
Höhenunterschied 238 m
Länge 35,8 km[2]
Einzugsgebiet 294,924 km²[2]
Abfluss am Pegel Bad Dürkheim[3]
AEo: 68 km²
Lage: 27 km oberhalb der Mündung
NNQ (28.07.2005)
MNQ 1958/2009
MQ 1958/2009
Mq 1958/2009
MHQ 1958/2009
HHQ (14.07.1997)
57 l/s
150 l/s
272 l/s
4 l/s km²
5,43 m³/s
9,37 m³/s
Linke Nebenflüsse Fuchsbach (mit einem geringen Teil seines Wassers)
Rechte Nebenflüsse Floßbach
Durchflossene Stauseen Isenachweiher, Herzogweiher
Mittelstädte Frankenthal (Eppstein, Flomersheim, Frankenthal, Mörsch)
Kleinstädte Bad Dürkheim (Jägerthal, Hardenburg, Hausen, Grethen, Bad Dürkheim, Ungstein)
Gemeinden Erpolzheim, Weisenheim am Sand, Lambsheim, Bobenheim-Roxheim
Einwohner im Einzugsgebiet 105.000
Isenach in Erpolzheim

Isenach in Erpolzheim

Die Isenach, am Unterlauf auch Mörschbach, ist ein knapp 36 Kilometer[2] langer Bach und ein orographisch linker bzw. westlicher Nebenfluss des Rheins in der nordöstlichen Pfalz und (Mündungsbereich) im Südosten von Rheinhessen (Rheinland-Pfalz).

Verlauf[Bearbeiten]

Ritterstein 277 an der Quelle

Die Isenach entspringt im nördlichen Pfälzerwald zwei Kilometer südwestlich von Carlsberg-Hertlingshausen, wo der Eckbachursprung liegt. An der Isenachquelle im Diemersteiner Wald an der Südostflanke eines Sattels zwischen den Erhebungen Krummes Eck (449 Meter) und Hohe Bühl (444 Meter) steht der Ritterstein 277 mit der Inschrift Isenach-Ursprung. Der Lauf des Gewässers ist zunächst etwa fünf Kilometer weit nach Südosten gerichtet, kurz nach der Passage des Isenachweihers folgt er dann in östlicher Richtung dem Tal, in dem auch die Bundesstraße 37 (KaiserslauternBad Dürkheim) verläuft.

Bei Bad Dürkheim durchbricht die Isenach die Haardt, den Ostrand des Pfälzerwaldes, und tritt in das mit Reben bestandene Hügelland beiderseits der Deutschen Weinstraße ein. Die Oberrheinische Tiefebene durchquert sie anschließend in Nordostrichtung und passiert dabei Erpolzheim sowie Weisenheim am Sand. Unterhalb von Lambsheim nimmt die Isenach von rechts den Floßbach auf und unterquert dann die Autobahn 61 (KoblenzSpeyer). In der Folge bildet sie die Grenze zwischen den Frankenthaler Stadtteilen Eppstein und Flomersheim.

Im Stadtgebiet von Frankenthal, bevor von links der verrohrte Fuchsbach mit einem geringen Teil seines Wassers einmündet, wendet sich die Isenach nach Norden und bildet hier einen knappen Kilometer lang die Stadtgrenze zwischen Frankenthal und Ludwigshafen. Auf ihrem weiteren Lauf durch den Vorort Mörsch wird die Isenach auch Mörschbach genannt. Sie umfließt dann im Osten von Bobenheim-Roxheim eine ehemalige Altrheinschlinge, den heutigen Silbersee, und mündet schließlich vier Kilometer südlich von Worms in den Oberrhein. Im Mündungsbereich, auf den letzten 500 Metern, bildet sie die Grenze zwischen der Pfalz im Süden und Rheinhessen im Norden.

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Den ersten Teil des Namens Isenach verbindet die Sprachforschung mit dem Eisenerz, das früher in der Region abgebaut wurde, den zweiten mit der heute noch vor allem in Süddeutschland häufigen und als Femininum gebrauchten Fluss- oder Bachbezeichnung Ache, die aus dem Althochdeutschen als aha überliefert ist. Isenach bedeutet also Eisenbach.

Chronik[Bearbeiten]

Isenachweiher

Etwa fünf Kilometer nach ihrer Quelle wurde die Isenach in den Jahren 1736/37 zu einem Woog, dem Isenachweiher, aufgestaut, um eine gleichmäßige Wasserführung des Flüsschens zu gewährleisten. Diese war notwendig, weil die Pumpen des ebenfalls 1736 errichteten Gradierwerks Bad Dürkheim bis 1850 mit Wasserkraft betrieben wurden, die aus der Isenach gewonnen wurde. Zudem stellte der Stausee die Versorgung eines Mühlrades unterhalb des Staudamms sicher. Mitte der 1980er Jahre wurde die Staumauer repariert und restauriert.

Herzogweiher

Der Herzogweiher am westlichen Eingang von Bad Dürkheim wurde bereits im Mittelalter künstlich angelegt und erstmals 1408 als Fischwoog erwähnt, 1571 ist von einer zugehörigen Mühle die Rede. Diese wurde 1588 durch einen Neubau ersetzt, der zunächst Pfalzneumühle und dann Herzogmühle genannt wurde. Wie der Isenachweiher diente der Herzogweiher auch dazu, die Wasserführung der Isenach zu regulieren.[4]

Höherlegung

In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde an der mittleren Isenach die Lambsheimer Mühle errichtet. Um zu deren Wasserversorgung ein stärkeres Gefälle zu erzielen, wurde das Bachbett oberhalb der Mühle auf einer Strecke von etwa 1400 Metern um zwei Meter angehoben und das Isenachwasser teilweise in einen neuen Mühlenkanal abgeleitet. Diese Dammlage, verbunden mit späteren Begradigungen am Oberlauf des Gewässers, bewirkte nach Starkregen immer wieder Überschwemmungen in Lambsheim. 2008 wurde die mehr als 250 Jahre zurückliegende Anhebung des Bachbetts rückgängig gemacht und das Gewässer renaturiert. Da der Aushub durch Eintragung und Ablagerung von natürlich vorkommendem Arsen aus dem Pfälzerwald verunreinigt war, musste er als Sondermüll entsorgt werden. Der Mühlenkanal blieb als Industriedenkmal erhalten. Damit er nicht trockenfällt, wird er über ein Pumpwerk kontinuierlich mit Wasser versorgt. Die gesamte Renaturierungsmaßnahme kostete 780.000 Euro, wovon das Land Rheinland-Pfalz 500.000 Euro übernahm.[5]

Umleitung

In den 1780er Jahren wurde die Isenach am Südrand von Frankenthal aus ihrer ursprünglich östlichen Fließrichtung auf Dauer nach Norden umgeleitet, um das Wasser zusammen mit demjenigen des Fuchsbachs zur Befüllung des damals neu gebauten Kanalhafens zu verwenden. Damit fungierte für mehr als eineinhalb Jahrhunderte der Frankenthaler Kanal als neue Isenachmündung in den Rhein. Mit der Kanalschließung, 1944 im Zweiten Weltkrieg nach schweren Bombenschäden notwendig geworden, wurde die Isenach in Höhe einer alten Schleuse noch weiter nach Norden geführt. Insgesamt ist die heutige Isenachmündung gegenüber der ältesten um etwa 8 Kilometer rheinabwärts verschoben.

Badeanlage

Aus einer teichartigen Erweiterung der Isenach bestand die erste öffentliche Badeanstalt der Stadt Frankenthal. Sie lag außerhalb im Süden An der Postbrücke, die über das Flüsschen führte, und wurde bis 1933/34 betrieben, als das Strandbad im Osten der Stadt eröffnet wurde. Im Bereich der ehemaligen Postbrücke bildet heute die Mahlastraße den südlichen Eingang zur Kernstadt.

Renaturierung

In Bad Dürkheim wurde ein 1,5 Kilometer langes, im 20. Jahrhundert verrohrtes Teilstück der Isenach wieder offengelegt, so dass sie durch den Kurpark und an der Saline vorbei wie früher oberirdisch fließt. Das 2013 eröffnete Projekt wurde aus Gründen des Hochwasserschutzes, aber auch ökologischen und gestalterischen Gründen durchgeführt.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Isenachweiher

An der Stelle, wo einst das Haus des Wärters stand, der den Stausee zu beaufsichtigen hatte, steht heute ein geräumiges Waldgasthaus, das als Blockhaus ausgeführte Forsthaus Isenach. Dort können auch Ruderboote gemietet werden.

Eisenhammer

Das Gasthaus Alte Schmelz drei Kilometer unterhalb des Isenachweihers enthält noch Teile eines Eisenhammers, der nach Art einer Mühle mit dem Wasser der Isenach angetrieben wurde.

Burg und Kloster

Kurz vor dem Durchbruch der Isenach durch den Ostrand des Pfälzerwaldes liegen rechts über dem Dürkheimer Tal die Ruinen zweier mittelalterlicher Bauwerke, der Hardenburg und des Klosters Limburg. Die Burg geht auf das Adelsgeschlecht der Leininger zurück, das Kloster wurde von Kaiser Konrad II. gestiftet.

Kelten- und Römerfunde

Links über dem Dürkheimer Tal liegen gegenüber von Burg und Kloster die Heidenmauer, ein keltischer Ringwall aus der Zeit um 500 v. Chr., der ehemalige römische Steinbruch Kriemhildenstuhl sowie der Monolith des Teufelssteins, der in der Keltenzeit Gegenstand religiöser Riten war.

Naturkundemuseum

Das Pfalzmuseum für Naturkunde westlich der Kernstadt von Bad Dürkheim wurde 1981 in der historischen Herzogmühle am Herzogweiher eingerichtet. Eines seiner bekanntesten Ausstellungsstücke ist der Krähenberg-Meteorit von 1869.

Gradierwerk

Das zu Kurzwecken dienende Gradierwerk Bad Dürkheim wurde nach Brandstiftungen 1992 und 2007 jeweils wieder aufgebaut und 1997 bzw. 2010 neu in Betrieb genommen.

Frankenthaler Kanal

An der Nahtstelle zwischen der Isenach und dem aufgelassenen Frankenthaler Kanal befindet sich die alte Schleuse, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Rückhaltebecken für den Fall von Hochwasser ausgebaut wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Isenach lieferte schon früher Wasser für die Papierindustrie im Dürkheimer Tal. Weil das Brauchwasser lange Zeit ungeklärt zurückgeleitet wurde, war der Bachlauf früher intensiv braun verfärbt, das Gewässer wurde während des 20. Jahrhunderts im Volksmund „Colabach“ genannt. Der Bach führt heute noch Schadstoffe, wenn auch weniger als früher. Deshalb hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt an der Weinstraße ein Pilotprojekt Isenach[7] eröffnet; mit ihm soll der Verlauf renaturiert und auch die Wasserqualität gehoben werden.

Von kommunaler Seite ist für die Betreuung des Bachs der Gewässer-Zweckverband Isenach-Eckbach zuständig, der dem Landkreis Bad Dürkheim untersteht.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Topografische Karte 1:25.000
  2. a b c Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009. Hrsg.: Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Würtemberg, 2011, S. 132, abgerufen am 26. Januar 2013 (PDF, deutsch, 1,85 MB).
  4. Angelsport-Club Isenach: Chronik des Herzogweihers. Abgerufen am 9. Dezember 2011.
  5. Quelle für den gesamten Absatz: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung: Isenach breitet sich im neuen Bett aus, 9. Dezember 2008
  6. Stadt Bad Dürkheim
  7. SGD Süd: Pilotprojekt Isenach (PDF; 69 kB)