DSB MF

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DSB MF
DSB MF 5010 im Bahnhof Frederikshavn
DSB MF 5010 im Bahnhof Frederikshavn
Nummerierung: MF 5001–5096
Anzahl: für DSB gebaut: 92 Stück (5001–5092)
aus Schweden gekauft: 4 Stück (5093–5096)
Hersteller: ABB Scandia
Baujahr(e): 1989–1998[1]
Achsformel: (1A)+(A1)+(1A)+(A1)
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 58.820 mm
Höhe: 3,85 m
Breite: 3,10 m
Dienstmasse: 97,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Installierte Leistung: ursprünglich: 1176 kW
seit 2005: 1320 kW
Beschleunigung: bis zu 1,0 m/s2
Motorentyp: ursprünglich:
4 × 8-Zylinder Deutz BF8L513CP mit 294 kW
seit 2005:
4 × 6-Zylinder Deutz TCD2015 (Euro III) mit 330 kW
Leistungsübertragung: mechanisch,
12-Gang-Automatikgetriebe ZF-AS Tronic Rail (12 AS 2303 R)[2][3]
Zugbremse: Druckluftbremse, Magnetschienenbremse
Zugsicherung: ZUB 123 (Dänisches ATC), 7 Einheiten mit schwedischem ATC, 10 Einheiten mit deutscher PZB
Kupplungstyp: Scharfenbergkupplung
Sitzplätze: 1. Klasse: 16
2. Klasse: 122
Klappsitze: 6
Fußbodenhöhe: 1,30 m
Klassen: 2

Die DSB-Baureihe MF ist ein in Dänemark für die Danske Statsbaner vom Hersteller ABB Scandia in Randers entworfener, dreiteiliger Dieseltriebzug für den überregionalen Verkehr.

Die Bauart ist unter der Bezeichnung IC3 in Dänemark seit 1989 weit verbreitet. Seit 1993 existiert eine Weiterentwicklung mit der Bezeichnung IR4 (siehe DSB-Baureihe ER); ein vierteiliger Elektrotriebzug, der mit dem IC3 im Zugverband gefahren werden kann. Für die dänischen Privatbahnen wurde zudem eine zweiteilige, einfacher ausgestattete Variante unter der Bezeichnung IC2 entwickelt.

Design und Technik[Bearbeiten]

Seine Besonderheit ist ein wegklappbarer Führerstand, der zu einem Durchgang umfunktionierbar ist. Auf diese Weise lassen sich maximal fünf IC3- bzw. IR4-Einheiten zu einem durchgängigen Zug kuppeln. Das Verbinden mehrerer Einheiten erfolgt über automatische Scharfenbergkupplungen. Der Wagenübergang ist dank des Gummiwulstes zugluftdicht. Die Gummiwülste werden im Regelfall mit Druckluft gefüllt und damit in Form gehalten, zum Kuppeln und Entkuppeln werden sie entleert.

Eine Einheit besteht aus drei Wagenkästen (Motorwagen MFA + Mittelwagen FF + Motorwagen MFB), die auf insgesamt vier Drehgestellen (davon zwei Jakobs-Drehgestelle) ruhen. Sie hat die Achsfolge (1A) (A1) (1A) (A1), vier Dieselmotoren des Herstellers Deutz, eine mechanische Kraftübertragung und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Die ursprünglich verbauten Motoren vom Typ Deutz BF8L513CP (V8-Zylinder, luftgekühlt) hatten eine Leistung von je 294 kW. Ab 2005 wurden die Fahrzeuge remotorisiert und sämtliche Motoren durch neue vom Typ TCD2015 (V6-Zylinder, wassergekühlt), ebenfalls von Deutz, mit je 330 kW ersetzt. Der Auftrag umfasste 380 Antriebsmodule mit einem Gesamtvolumen von 55 Millionen Euro.[4] Im Zuge der Remotorisierung wurden die ursprünglichen Getriebe (5-Gang-Automatikgetriebe vom Typ Ecomat 5HP600 des Herstellers ZF Friedrichshafen) gegen neue 12-Gang-Automatikgetriebe vom Typ AS Tronic Rail (Variante 12 AS 2303 R), ebenfalls von ZF Friedrichshafen, ersetzt.[2][3]

Bei den Fahrmotoren handelt es sich um je zwei A-Motoren, die zur Energieversorgung notwendig sind, und zwei B-Motoren für den reinen Fahrbetrieb. Selbst wenn nur noch ein A-Motor einsatzbereit ist, ist eine Weiterfahrt möglich.

Die Triebzüge sind mit dem Zugsicherungssystem ATC für Dänemark sowie die Einheiten MF 5076 bis 5092 mit PZB 90 (Indusi) für Deutschland ausgestattet. Diese werden unter anderem für die EuroCity-Züge auf der Vogelfluglinie von Kopenhagen über Puttgarden sowie von Aarhus über Padborg nach Hamburg eingesetzt.

Um Züge ähnlicher Bauart handelt es sich bei der Baureihe ET, die zwischen Dänemark und Schweden verkehrt. Diese Züge sind dem IC3 zwar äußerlich ähnlich, jedoch handelt es sich um eine Neuentwicklung, die nicht mit IC3 oder IR4 im Verbund gefahren werden kann.

Züge der Bauart IC3 wurden nach Schweden und Israel verkauft und sind dort im Einsatz.

Die Einheit MF 5006 stellte am 22. Oktober 1991 mit 204,6 km/h einen dänischen Geschwindigkeitsrekord zwischen Årup und Middelfart auf.

Einsatz in Schweden und Israel[Bearbeiten]

Siehe auch: SJ Y2

Von den ursprünglich 20 in Schweden unter der Bezeichnung Y2 (1367 bis 1386) im Regionalverkehr auf der Stångådalsbanan und Tjustbanan eingesetzten IC3-Garnituren fahren heute noch die Einheiten 1379–1384 als Kustpilen. 1367, 1368, 1370 und 1371 kamen 2003 von der Blekinge Kustbana zur DSB und wurden in MF 5093 bis 5096 umgezeichnet.[1]

Y2 1376 wurde nach einem Unfall in Nosaby im Jahre 2004 instand gesetzt und mit den übrigen neun Fahrzeugen nach Israel verkauft.[5]. Sie waren zuerst zwischen Be'er Scheva und Naharija im Einsatz und sind inzwischen auf dem gesamten israelischen Schienennetz anzutreffen und verbinden dabei Tel Aviv und Jerusalem.

2011 gab es Überlegungen, aufgrund fehlender Fahrzeuge in Dänemark Triebzüge aus Israel zurückzukaufen. Nach Ansicht der Herstellerfirma sei das notwendige Wissen für eine Restrukturierung der Fahrzeuge vorhanden, und die Triebzüge könnten nach einer Überarbeitung noch 20 Jahre verkehren.[6]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: DSB IC3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Beschreibung der Triebzüge bei Jernbanen.dk
  2. a b http://www.geocities.com/n_s_and/trains/ic3/ (Version vom 26. Oktober 2009 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  3. a b Referenzliste auf der Website der ZF Friedrichshafen AG, abgerufen am 30. März 2013
  4. Meldung Neue Antriebsmodule für IC3. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2005, S. 479.
  5. IC3 in Israel (hebräisch)
  6. Israelske IC3-tog kan redde DSB ud af knibe, Ingeniøren, 30. Oktober 2011