Daniel Caspary

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Daniel Caspary (2014)
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Daniel Caspary (* 4. April 1976 in Karlsruhe) ist ein deutscher Politiker (CDU) und seit 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments und seit September 2014 Parlamentarischer Geschäftsführer der deutschen CDU/CSU Fraktion in diesem Parlament.[1] Gewählt wurde er über die Landesliste der CDU Baden-Württemberg (Listenplatz 2). Er wohnt in Weingarten[2] im Landkreis Karlsruhe. Caspary ist verheiratet und hat vier Kinder.[3]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Daniel Caspary bestand sein Abitur am Thomas-Mann-Gymnasium Stutensee, danach diente er bei der Bundeswehr (Oberleutnant der Reserve). Er beendete sein Studium an der Universität Karlsruhe als Technischer Diplom-Volkswirt.

Während seines Studiums arbeitete er als persönlicher Referent des ehemaligen Landwirtschaftsministers von Baden-Württemberg und Landtagsabgeordneten Peter Hauk. Weitere Stationen in Casparys beruflichem Werdegang waren J. P. Morgan (Frankfurt am Main und London), die Mitarbeit bei Gerhard Seiler an der Universität Karlsruhe sowie Handlungsbevollmächtigter bei der MVV Energie AG in Mannheim.

Politische Tätigkeiten[Bearbeiten]

Daniel Caspary war als Jugendlicher in der Jungen Union (JU) aktiv. Von 1999 bis 2002 war er stellvertretender Landesvorsitzender der JU Baden-Württemberg, von 2001 bis 2008 Bezirksvorsitzender der Jungen Union Nordbaden. Seit 2010 ist Caspary Kreisvorsitzender der CDU Karlsruhe-Land.[4] Seit Juli 2011 ist er Mitglied des Präsidiums der CDU Baden-Württemberg.[5]

Von 1999 bis 2009 war Caspary Mitglied im Stadtrat von Stutensee, zunächst für die Junge Liste Stutensee (JLS)[6] und nach September 2004 für die CDU.[7]

Seit Juli 2004 ist Caspary Abgeordneter des Europäischen Parlaments, wo er der Fraktion der Europäischen Volkspartei angehört. Er ist Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel (INTA) und dort Koordinator seiner Fraktion.[8] Als außenhandelspolitischer Sprecher der Fraktion ist er zudem Mitglied des Fraktionsvorstandes. Ferner ist er Stellvertreter im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) sowie im Petitionsausschuss (PETI). Im Weiteren ist er als Europaabgeordneter Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union des Deutschen Bundestages.[9]

Daniel Caspary stellte sich am 7. Juni 2009 zur Wiederwahl ins Europäische Parlament. Auf Platz 2 der Landesliste Baden-Württemberg konnte er wieder ins Parlament einziehen. Im April 2013 wurde er von der CDU Baden-Württemberg für die Europawahlen 2014 aufgestellt.[10]

In der 7. Wahlperiode des Europäischen Parlaments war er, wie auch schon in der vorherigen Wahlperiode, Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Außenhandelsstrategie der EU.[11]

Caspary ist zudem Berichterstatter des Legislativprozesses zum öffentlichen Beschaffungswesen und den Zugang von Waren und Dienstleistungen aus Drittländern zum EU-Binnenmarkt für das öffentliche Beschaffungswesen.[12]

Im Dezember 2009 geriet Caspary in die Kritik, weil er in einem Brief an Bundesaußenminister Guido Westerwelle nach der Vergangenheit von polnischen Beiratsmitgliedern in der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung fragte, obwohl der Stiftungsbeirat keine polnischen Mitglieder hat.[13][14]

Im September 2011 war Caspary unter den EU-Abgeordneten, die die Anschläge auf das Hotel Taj Mahal im indischen Mumbai vor Ort miterlebten.[15]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Transatlantisches Freihandelsabkommen[Bearbeiten]

Im Rahmen seiner Tätigkeit im Ausschuss für internationalen Handel engagiert sich Caspary für den Abschluss des transatlantischen Handels- und Investitionsabkommens zwischen der EU und den USA.[16] So rief er im März 2013 die Veranstaltung „Friends of TTIP“ als offene Diskussionsplattform im Europäischen Parlament ins Leben, in deren Rahmen das transatlantische Handels- und Investitionsabkommen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kontrovers diskutiert wird.[17]

Arbeitsbedingungen in Bangladesch[Bearbeiten]

In der durch Einsturz und Brände von Fabrikgebäuden in Bangladesch entstandenen Debatte um die Arbeitsbedingungen in Bangladesch steht Caspary für die Verbesserung der Situation vor Ort ein. Dies muss seiner Meinung nach jedoch in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Autoritäten geschehen.[18]

Einfuhrverbot für Waren aus chinesischen Laogai[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 2010 setzt sich Caspary für ein EU-Einfuhrverbot von in chinesischen Gefangenenlagern (Laogai) hergestellten Waren ein.[19]

Sonstige Ämter[Bearbeiten]

Daniel Caspary ist unter anderem Mitglied der Europa-Union, die sich für den europäischen Gedanken einsetzt sowie der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament.[20] Des Weiteren ist er seit 2004 Direktor des European Energy Forum (EEF)[21] und seit 2006 Mitglied der European Internet Foundation (EIF).[22] Seit 2004 ist er zudem Kuratoriumsmitglied der Landesvereinigung Baden in Europa e.V.[23]

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Jan Wißwässer und Julia Wolffson: EU und Mercosur – Ziele, Strategien und aktuelle Herausforderungen. In: Erich G. Fritz (Hrsg.): Brasilien: Auf dem Sprung zur Weltwirtschaftsmacht? Athena Verlag, 2013, ISBN 978-3-89896-550-7.
  • mit Jan Wißwässer: ACTA – Das Symbol. Urheberrecht im europapolitischen Fokus. In: Die Politische Meinung. 9/2012, 514, Konrad-Adenauer-Stiftung, ISSN 0032-3446, S. 10-14
  • mit Martina Chudejova und Jan Wißwässer: Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien. In: Erich G. Fritz (Hrsg.): Entwicklungsland, Schwellenland, Global Player: Indiens Weg in die Verantwortung. Athena Verlag, 2010, ISBN 978-3-89896-401-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Daniel Caspary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daniel Caspary parlamentarischer Geschäftsführer der deutschen CDU/CSU Fraktion im Europäischen Parlament abgerufen am 21. September 2014
  2. Abgeordnetenübersicht auf der Homepage der Gemeinde Weingarten
  3. Lebenslauf von Daniel Caspary auf Persönlicher Homepage
  4. Kreisvorstand, Seite der CDU Karlsruhe-Land
  5. CDU Baden-Württemberg: Landesvorstand
  6. Der Stutenseer Gemeinderat 1999–2004
  7. Endgültiges Ergebnis der Gemeinderatswahl
  8. Koordinatoren in den Parlamentarischen Ausschüssen, Seite der EVP-Fraktion
  9. Ausschuss-Mitgliederübersicht auf der Seite des Deutschen Bundestages
  10. Rainer Wieland führt die Landesliste zur Europawahl 2014 an, CDU Baden-Württemberg vom 27. April 2013.
  11. Bericht über eine neue Handelspolitik für Europa im Rahmender Strategie Europa 2020
  12. (online auf: europarl.europa.eu) Bericht über den Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über den Zugang von Waren und Dienstleistungen aus Drittländern zum EU-Binnenmarkt für das öffentliche Beschaffungswesen und über die Verfahren zur Unterstützung von Verhandlungen über den Zugang von Waren und Dienstleistungen aus der Union zu den öffentlichen Beschaffungsmärkten von Drittländern, Europäisches Parlament vom 10. Dezember 2013.
  13. Debatte über Vertriebenen-Stiftung: CDU-Parlamentarier blamiert sich mit Steinbach-Brief, Spiegel Online vom 8. Dezember 2009.
  14. Fall Steinbach: Wirrer Brief an Westerwelle, Hamburger Abendblatt vom 15. Dezember 2009.
  15. Wir flohen im Kugelhagel, Bild vom 9. September 2011.
  16. "Es macht Sinn, wenn sich die westlichen Volkswirtschaften enger abstimmen", Deutschlandradio vom 8. Juli 2013.
  17. TTIP-Themenseite auf persönlicher Homepage
  18. Tod in der Textilfabrik, dradio vom 13. Mai 2013.
  19. Kein EU-Verbot für Laogai-Produkte, Preußische Allgemeine Zeitung vom 21. Dezember 2012.
  20. Europa-Union Parlamentarier im Europäischen Parlamente, Seite der Europa-Union
  21. Mitgliederübersicht auf der Seite des European Energy Forums
  22. Mitgliederübersicht auf der Seite der European Internet Foundation
  23. Kuratorium, Seite der Landesvereinigung Baden in Europa e.V