Weingarten (Baden)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Karlsruhe | |
| Höhe: | 144 m ü. NN | |
| Fläche: | 29,4 km² | |
| Einwohner: |
9938 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 338 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 76356 | |
| Vorwahl: | 07244 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KA | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 15 090 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Marktplatz 2 76356 Weingarten |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Eric Bänziger | |
| Lage der Gemeinde Weingarten (Baden) im Landkreis Karlsruhe | ||
Weingarten (Baden) ist eine Gemeinde im nördlichen Landkreis Karlsruhe mit rund 10.000 Einwohnern.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Geographische Lage[Bearbeiten]
Weingarten liegt am Rande des Kraichgaus, am Übergang zur Rheinebene. Zehn Kilometer südwestlich befindet sich Karlsruhe und zehn Kilometer nordöstlich Bruchsal.
Gemeindegliederung[Bearbeiten]
Zur Gemeinde gehören außer Weingarten selbst die beiden landwirtschaftlichen Siedlungen Sallenbusch und Sohlhöfe, in den Hügeln östlich und nordöstlich des Ortes gelegen. Südlich von Weingarten findet sich das Weingartener Moor in einer für ein Moor völlig untypischen Lage. Nordwestlich des Ortskerns zwischen Bahn und Autobahn A5 liegt der Ortsteil Waldbrücke mit rund 1000 Bewohnern. Er wurde ursprünglich hauptsächlich zur Ansiedlung Heimatvertriebener gegründet.
Am Ortsausgang Richtung Walzbachtal deuten Reihengräberfunde auf eine abgegangene Siedlung hin, deren Namen jedoch nicht bekannt ist.[2]
Geschichte[Bearbeiten]
Auf der Gemarkung fanden sich Siedlungsreste aus der Römer- und Merowingerzeit. Das Dorf entstand aus einem Hof des Klosters Weißenburg im Nordelsass, das seinen Besitz freilich im Jahr 985 durch den sogenannten „Salischen Kirchenraub“ wieder verlor. 1504 zerstörte Herzog Ulrich von Württemberg das Dorf, das nach dem Wiederaufbau ein bekannter Marktflecken wurde. 1589 wurde der Wartturm erbaut, um heranziehende Kriegshorden frühzeitig erkennen zu können. Der Turm lag auf den Handelswegen nach Frankfurt, Nürnberg, Augsburg und Basel und wurde von kurpfälzischen Truppen als Aussichtsturm für die Geleitmannschaften genützt. Bis 1803 war Weingarten kurpfälzisch, danach kam es infolge der französischen Koalitionskriege an das Großherzogtum Baden.
Am östlichen Ende von Weingarten, bei einer Papiermühle, finden sich noch geringe Mauerreste einer ehemaligen Wasserburg, der Burg Schmalenstein.
An der Kirchstraße/Ecke Keltergasse stand die Synagoge der Jüdischen Gemeinde, woran an der Katholischen Kirche gegenüber seit 1985 eine Gedenktafel erinnert. Beim Novemberpogrom 1938 wüteten von zwei Volksschullehrern aufgehetzte Schüler im Innern und zerstörten sowohl die kultischen Gegenstände wie auch Gedenktafeln der im Ersten Weltkrieg umgekommenen jüdischen Soldaten.[3]
Religion[Bearbeiten]
Die Bevölkerung ist etwa zu zwei Dritteln protestantisch und zu einem Drittel katholisch. Neben der evangelischen und der römisch-katholischen Amtskirche verfügen auch die evangelisch-freikirchliche (Lebenswerk Weingarten), die evangelische Liebenzeller Gemeinschaft, die evangelisch-methodistische Kirche, die neuapostolische und die Zeugen Jehovas über Gemeinden im Ort, außerdem gibt es eine unabhängige Mennonitische Brüdergemeinde.
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Der Gemeinderat wird alle fünf Jahre direkt gewählt. Die Kommunalwahl 2009 brachte folgendes Ergebnis:
- CDU 25,51 % – 5 Sitze
- WBB 24,63 % – 5 Sitze
- SPD 17,99 % – 3 Sitze
- Grüne Liste 14,4 % – 2 Sitze
- FDP 12,46 % – 2 Sitze
- Freie Wähler 5,01 % – 1 Sitz
Bürgermeister[Bearbeiten]
Der Bürgermeister wird für acht Jahre direkt gewählt. Bei der Wahl 2010 setzte sich Eric Bänziger mit 72,98 Prozent durch. Er löste Klaus-Dieter Scholz ab, der seit 1985 amtierte und nicht mehr angetreten war.[4]
Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]
Partnerschaften bestehen mit Liverdun (Frankreich) seit 1979 und Olesa de Montserrat (Spanien) seit 1983.
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: In Silber an einem grünen Rebast mit zwei Blättern und einer blauen Traube.
Als redendes Wappen stellt es den Ortsnamen dar.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
An Erwerbszweigen sind Wein- und Obstbau, Gastronomie und etwas Industrie (Holz, Chemie, Metall) sowie IT vertreten.
Weingarten ist der Sitz der Klocke Verpackungs-Service GmbH, des Stammhauses der Klocke-Gruppe.
Verkehr[Bearbeiten]
Der Bahnhof Weingarten (Baden) liegt an der Rheintalbahn (Baden-Kurpfalz-Bahn Karlsruhe–Heidelberg) und liegt im Verbundgebiet des Karlsruher Verkehrsverbundes.
Durch das Dorf führt die Bundesstraße 3 (Frankfurt am Main–Basel). In der Nähe verläuft die Bundesautobahn 5 (Karlsruhe–Frankfurt).
Bildung[Bearbeiten]
Im Ort gibt es eine Grundschule und Hauptschule mit Werkrealschule. Außerdem gibt es je drei evangelische und römisch-katholische Kindergärten. Weiterführende Schulen befinden sich in den benachbarten Städten Karlsruhe, Bruchsal und Stutensee.
Sport[Bearbeiten]
Erfolgreichster Sportverein ist der 1904 gegründete SV Germania Weingarten, der in der Ringer-Bundesliga vertreten ist. In der Saison 2009/10 wurde der Verein deutscher Vizemeister, in der Saison 2010/11[5] sowie 2011/12 deutscher Mannschaftsmeister.
Es gibt zahlreiche weitere Sportvereine, darunter sind der TSV 1880 und die FVgg 06 Weingarten die traditionsreichsten und mitgliederstärksten. Im Musikbereich hat Weingarten einen Musikverein, mehrere Gesangsvereine und Chöre, und auch im Natur- und Tierschutz sind viele Einwohner in Vereinen organisiert.
Überregional bekannt ist der Motorsportclub MSC '72 Weingarten mit seinen erfolgreichen Fahrern (u.a. Jürgen Barth (Rennfahrer)). Der Verein hat seine Wurzeln im Rallye-Sport, ist momentan im Jugendkart- und Automobilslaom, bei Rallyes, Rundstrecken- und Kartrennen sowie im historischen Motorsport durch über 35 Fahrer vertreten. Außerdem ist er sportlicher Ausrichter des Porsche Sports Cup Deutschland und veranstaltet seit 2009 den Großen Preis von Weingarten auf dem Hockenheimring.[6]
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Weingarten liegt an der Bertha Benz Memorial Route, die an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.
Bauwerke[Bearbeiten]
- Wartturm
- Haus des Deutschritterordens
- Tulla-Brücke
- Walk'sches Haus
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]
- Balthasar Venator (1594–1664), Schriftsteller
- Hermann Kanzler (1822–1888), päpstlicher General
- Anne und Kurt Leibersberger (* beide 1922, erstere † 2006), deutsches Volksmusikduo
- Alexander Brändle (1923–1984), Schriftsteller
- Reinhold Friedrich (* 1958), Musiker
Bekannte Einwohner[Bearbeiten]
- Daniel Caspary, Mitglied des Europäischen Parlaments
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 132–133
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 102f.
- ↑ Innenministerium Baden-Württemberg 20. April 2010
- ↑ http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Unikate-Unheilig-Unentschieden-das-war-los-am-Wochenende;art6066,544862
- ↑ http://www.msc-weingarten.de
Weblinks[Bearbeiten]
Bad Schönborn | Bretten | Bruchsal | Dettenheim | Eggenstein-Leopoldshafen | Ettlingen | Forst | Gondelsheim | Graben-Neudorf | Hambrücken | Karlsbad | Karlsdorf-Neuthard | Kraichtal | Kronau | Kürnbach | Linkenheim-Hochstetten | Malsch | Marxzell | Oberderdingen | Oberhausen-Rheinhausen | Östringen | Pfinztal | Philippsburg | Rheinstetten | Stutensee | Sulzfeld | Ubstadt-Weiher | Waghäusel | Waldbronn | Walzbachtal | Weingarten (Baden) | Zaisenhausen
