David Navara

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David Navara 2013.jpg
David Navara (2013)
Land TschechienTschechien Tschechien
Geboren 27. März 1985
Prag
Titel Internationaler Meister (1999)
Großmeister (2002)
Aktuelle Elo-Zahl 2716 (Juli 2014)
Beste Elo-Zahl 2731 (Juli 2010)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

David Navara (* 27. März 1985 in Prag) ist ein tschechischer Schachmeister der Weltelite.

Navara erlernte das Schachspiel als Sechsjähriger. Bei der Entfaltung seines Talentes fand er Unterstützung bedeutender Trainer, u. a. von Luděk Pachman und Vlastimil Jansa. Navara siegte bei den tschechischen Jugendmeisterschaften in seiner Alterskategorie 1993 bis 1995 und vertrat als bester tschechischer Jugendlicher seine Heimat bei zahlreichen internationalen Jugendmeisterschaften: 1997 wurde er bei der Weltmeisterschaft U14 Dritter, 1998 in der Kategorie U16 Vizeweltmeister. 1999, im Alter von 14 Jahren, wurde er Internationaler Meister. 2001 spielte er für Tschechien bei der Europamannschaftsmeisterschaft in León und erzielte mit 7 aus 9 ein hervorragendes Ergebnis. 2002 erhielt er den Großmeistertitel verliehen, 2003 gewann er das Open von Polanica-Zdrój. 2004 und 2005 gewann Navara die Landesmeisterschaft von Tschechien. 2005 spielte er einen Kurzwettkampf über zwei Partien in Prag gegen Ex-Weltmeister Anatoli Karpow unentschieden 1-1, beide Partien endeten mit Remis. Im August 2007 gewann Navara das Schnellschach-Open der Chess Classic in Mainz, vor 61 weiteren Großmeistern bei insgesamt 762 Teilnehmern. 2009 kam er im März bei der Europameisterschaft in Budva auf Platz 5, verlor im Mai einen Schnellschach-Wettkampf gegen Wassyl Iwantschuk mit 2,5-5,5 und schied im November beim Schach-Weltpokal 2009 in der dritten Runde gegen Sergej Karjakin aus. 2010 belegte er im März bei der Europameisterschaft in Rijeka Platz 22, verlor im April einen Schnellschach-Wettkampf gegen Judit Polgár mit 2-6 und gewann im Mai in Ostrava mit 8,5 Punkten aus 9 Partien überlegen die tschechische Landesmeisterschaft. Im Juni 2011 gewann er in Prag einen Wettkampf gegen Sergej Movsesjan mit 3,5-2,5 (+1 =5). Beim Schach-Weltpokal 2011 in Chanty-Mansijsk kam Navara bis ins Viertelfinale, wo er gegen Alexander Grischtschuk ausschied. Zuvor war es in Navaras Match gegen Oleksandr Mojissejenko zu einem bemerkenswerten Vorfall gekommen. Navara hatte unabsichtlich eine Figur berührt und Moiseenko bestand zunächst darauf, dass Navara diese Figur ziehen müsse. Der Schiedsrichter entschied zugunsten von Navara, Moiseenko akzeptierte dies und setzte die Partie fort. Im weiteren Verlauf erreichte Navara eine klare Gewinnstellung, bot dann jedoch Remis an, weil er die Partie nicht trotz eines möglichen Regelverstosses gewinnen wollte. Beide Spieler erhielten einen Fairnesspreis.

Navara spielte von 2006 bis 2008 in der deutschen Schachbundesliga für den TSV Bindlach-Aktionär, seit 2013 spielt er für den SV Mülheim-Nord. In der britischen Four Nations Chess League spielte Navara von 2005 bis 2007 für die Slough Sharks, in der französischen Mannschaftsmeisterschaft spielt er seit 2005 für Mulhouse Philidor. In der polnischen Mannschaftsmeisterschaft spielt Navara seit 2005 für KSz HetMaN Szopienice und wurde mit diesem 2008 und 2010 polnischer Mannschaftsmeister.[1] Auch in tschechischen und griechischen Ligen kam Navara zum Einsatz.

2002 spielte er seine erste von sechs Schacholympiaden und kam an Brett 3 der tschechischen Mannschaft auf 7,5 Punkte aus 11 Partien. Bei der Schacholympiade 2006 in Turin erzielte er mit 8,5 aus 12 ein hervorragendes Ergebnis am ersten Brett, was ihm zugleich einen hohen Elo-Zugewinn von fast 21 Punkten einbrachte. Bei der Schacholympiade 2008 in Dresden spielte er erneut am ersten Brett für Tschechien und kam auf 6,5 Punkte aus 10 Partien. Bei der Schacholympiade 2010 erzielte er am ersten Brett 6 Punkte aus 10 Partien. Bei der Schacholympiade 2012 in Istanbul wurde er bester Spieler am zweiten Brett.[2] Von 2001 bis 2013 nahm Navara mit der tschechischen Mannschaft an sieben Mannschaftseuropameisterschaften teil, er erreichte dabei 2001 das zweitbeste und 2003 das drittbeste Ergebnis am zweiten Brett.[3]

Navara beendete ein Studium der Logik an der Karls-Universität Prag im Juli 2010 mit dem Master-Abschluss. Seitdem ist er Schachprofi. Im Mai 2012 lag er als bester tschechischer Spieler auf Platz 38 der Weltrangliste.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harry Schaack: Keine Entschuldigungen auf dem Brett. In: Karl 2012,1, S. 48-55

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Navaras Ergebnisse bei polnischen Mannschaftsmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  2. David Navaras Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  3. David Navaras Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)