Alexander Igorewitsch Grischtschuk

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Alexander Igorewitsch Grischtschuk (2009)
A. Grischtschuk in Mainz 2009
Name Alexander Igorewitsch
Grischtschuk
Schreibweisen Alexander Grischuk (FIDE)

Александр Игоревич
Грищук
(russisch)

Land RusslandRussland Russland
Geboren 31. Oktober 1983
Moskau, UdSSR
Titel Internationaler Meister (1998)
Großmeister (2000)
Aktuelle Elo-Zahl 2789 (August 2014)
Beste Elo-Zahl 2795 (Juli 2014)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Alexander Igorewitsch Grischtschuk (russisch Александр Игоревич Грищук, wiss. Transliteration Aleksandr Igorevič Griščuk; man trifft oft die englische Form Grischuk; * 31. Oktober 1983 in Moskau) ist ein russischer Schachgroßmeister.

Werdegang[Bearbeiten]

Alexander Grischtschuk (1992)
Vizeweltmeister U10 in Duisburg

Grischtschuk stammt aus einer Intellektuellenfamilie, seine Eltern sind Physiker. Sein Schachtalent wurde in den 90er Jahren stark gefördert. 1992 nahm er an der Jugendweltmeisterschaft U10 in Duisburg teil, wo er Vizeweltmeister hinter Luke McShane wurde. Als Kind spielte er weiterhin bei wichtigen nationalen und internationalen Jugendturnieren (wie 1995 in Verdun bei der Jugend-Europameisterschaft U12, bei der er den sechsten Platz belegte), daneben aber auch verstärkt an Turnieren der Erwachsenen. Bereits 1998 nahm er an der Meisterschaft Russlands unter den Erwachsenen teil. Seine erzielten 5 Punkte aus 11 Partien waren bereits ein achtbares Ergebnis.

1999 erzielte er die ersten hervorragenden Resultate: Er gewann das Tschigorin-Memorial in Sankt Petersburg und wurde für die russische Nationalmannschaft nominiert, für die er an der Europamannschaftsmeisterschaft in Batumi teilnahm (+3, −0, =6). 2000 verlieh ihm, 16-jährig, die FIDE den Titel eines Großmeisters. Weitere Erfolge folgten im selben Jahr, so gewann er zusammen mit Ruslan Ponomarjow in Tórshavn und gelangte bei der FIDE-WM in New Delhi bis ins Halbfinale, wo er Alexei Schirow unterlag. Auf der Schacholympiade in Istanbul spielte er wieder solide und erfolgreich: (+5, −0, =5). Grischtschuk studierte an der Moskauer Sporthochschule.

Sein Erfolg bei der FIDE-WM ließ ihn in den Kreis der Elitespieler treten: er nahm 2001 in Linares teil, wo er auf dem geteilten zweiten Platz landete (Sieger wurde Garri Kasparow). 2002 wurde er in Wijk aan Zee Zweiter hinter Jewgeni Barejew und geteilter Erster beim Aeroflot Open in Moskau. Beim Schnellschach-Grand-Prix in Dubai 2002 wurde er Zweiter hinter Péter Lékó, dem er im Finale unterlag. 2004 gewann er das Eliteturnier in Poikowski zusammen mit Sergei Rublewski. Bei der FIDE-WM in Tripolis im selben Jahr gelangte er bis ins Viertelfinale, wo er gegen den späteren Weltmeister Rustam Kasimjanov in den Schnellpartien verlor. Im selben Jahr wurde er hinter Garri Kasparow russischer Vize-Meister in Moskau. Im September 2006 gewann Grischtschuk in Rischon leTzion die FIDE-WM im Blitzschach nach Stichkampf gegen Pjotr Swidler. Beim Kandidatenturnier vom 26. Mai bis 13. Juni 2007 in Elista qualifizierte sich Grischtschuk durch Wettkampfsiege gegen Wladimir Malachow (3,5:1,5) und Sergei Rublewski (5,5:3,5 nach Stichkampf) für das Turnier um die Weltmeisterschaft im September 2007, bei dem er über den achten und damit letzten Platz nicht hinauskam. Im August 2007 gewann er die stark besetzte Blitzschach-Meisterschaft von Moskau mit 17 Punkten aus 19 Partien. Im März 2009 siegte er beim Eliteturnier in Linares mit 8 Punkten aus 14 Partien nach Wertung vor dem punktgleichen Wassyl Iwantschuk. Im Dezember 2009 siegte er beim Finale der Russischen Meisterschaft in Moskau mit 6,5 Punkten aus 9 Partien.

2011 kam er sowohl beim Kandidatenturnier als auch beim Schach-Weltpokal bis ins Finale und wurde jeweils Zweiter. 2012 wurde er in Astana zum zweiten Mal nach 2006 Weltmeister im Blitzschach. Bei der zuvor erstmals ausgetragenen Weltmeisterschaft im Schnellschach kam er auf Platz 5.

Grischtschuk gehört zu den Kritikern der klassischen Bedenkzeitregelung im Schach. Nach eigener Aussage kann er sich für solche Turniere nur motivieren, wenn es um einen hohen Einsatz geht, ansonsten bevorzugt er Blitz- und Schnellschach.

Er ist verheiratet mit der Großmeisterin Natalja Schukowa und hat eine Tochter.

Grischtschuk ist auch ein guter Pokerspieler, der sowohl an Turnieren teilnimmt als auch online spielt. Seine bevorzugten Varianten sind Omaha Hold’em und Texas Hold’em.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Grischtschuk gehört seit 1999 zur russischen Nationalmannschaft und nahm an acht Schacholympiaden[1], fünf Mannschaftsweltmeisterschaften[2] und fünf Mannschaftseuropameisterschaften teil.[3] Er wurde 2000 und 2002 Olympiasieger[1], 2005, 2010 und 2013 Mannschaftsweltmeister[2] sowie 2003 und 2007 Mannschaftseuropameister[3].

Vereine[Bearbeiten]

In der russische Mannschaftsmeisterschaft spielte Gritschuk 2001 bei Norilski Nikel Norilsk, von 2003 bis 2009 für die Mannschaft Ural Jekaterinburg, mit der er 2006 und 2008 Mannschaftsmeister wurde, 2010 für Chanty-Mansijsk sowie 2013 und 2014 für Malachit Oblast Swerdlowsk, das 2014 Meister wurde[4]. In der deutschen Schachbundesliga spielte Grischtschuk in der Saison 2002/03 beim Meister Lübecker Schachverein von 1873, in Frankreich bis 2006 bei Paris NAO, mit dem er 2003, 2004, 2005 und 2006 Meister wurde. Den European Club Cup gewann er 2001 mit Norilski Nikel Norilsk, 2003 und 2004 mit Paris NAO, 2008 mit Ural Jekaterinburg und 2012 mit SOCAR Baku.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • „I get bored very quickly“. In: New In Chess 2007, 6, S. 20–23 (Interview mit Dirk Jan ten Geuzendam)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexander Grischtschuk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Alexander Grischtschuks Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  2. a b Alexander Grischtschuks Ergebnisse bei Mannschaftsweltmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  3. a b Alexander Grischtschuks Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  4. Alexander Grischtschuks Ergebnisse bei russischen Mannschaftsmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  5. Alexander Grischtschuks Ergebnisse bei European Club Cups auf olimpbase.org (englisch)