debitel

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mobilcom-debitel AG
Ehemaliges Debitel-Logo vor der Übernahme durch Freenet
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1991
Auflösung 23. Mai 2011
Sitz Stuttgart, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 3.369 (2008)[2]
Umsatz 2,6 Mrd. Euro (2008)[3]
Branche Telekommunikation
Website www.mobilcom-debitel.de
Hauptsitz von mobilcom-debitel in Stuttgart-Vaihingen
Ein debitel Center vor dem Umstellung auf das Design der _dug-Filialen

Die debitel AG war ein deutsches Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen. Sie war mit ca. 13,2 Millionen Kunden der größte Mobilfunkprovider in Deutschland. Parallel dazu existiert noch die mobilcom-debitel GmbH (ehemals Mobilcom Communicationstechnik GmbH). Beide Unternehmen gehören zur freenet AG[4] und sollen nach und nach zu einem Unternehmen verschmolzen werden. Die gleichnamige Marke mobilcom-debitel entstand aus der Zusammenführung der zur freenet AG gehörenden Marke mobilcom und dem Mobilfunkprovider debitel. Im Jahr 2011 verschmolz die mobilcom-debitel AG vollständig mit der mobilcom-debitel GmbH.[5][6]

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet 1991 von der Daimler Benz-Tochter debis (unter Beteiligung von Metro und Nynex) war sie nach dem Verkauf durch diese bis 2004 eine Tochter der Swisscom, mittelbar über die Swisscom Deutschland Holding GmbH mit 93 % Aktienbesitz.

Die debitel AG besaß eine Reihe von Auslandsgesellschaften in Europa (Niederlande, Belgien, Frankreich, Dänemark und Slowenien), die etwa ein Drittel des Umsatzes der Mutterfirma erbrachten (debitel-Gruppe), und bis 2008 alle wieder verkauft wurden. Die debitel ist keine reine Mobilfunkfirma, erbringt dort jedoch ihr Hauptgeschäft. Dazu hat sie insbesondere ein Breitband- (DSL) und Festnetzgeschäft (Kennzahl 01018). Der debitel-Konzern gilt als größte netzunabhängige Telefongesellschaft in Europa.

Trotz hohen Werbeaufkommens für Mobilfunk besitzt sie kein eigenes GSM Mobilfunknetz. Bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland war debitel dabei, stieg aber als einzige Firma frühzeitig aus, als der Preis unwirtschaftliche Höhen erreichte. Die Firma nutzte den Liquiditätsvorteil aus, um zahlreiche kleine Firmen aufzukaufen, und sich am Markt als netzübergreifender Diensteanbieter zu positionieren.

Über ihre Tochter dVG (debitel Vertriebs GmbH) betreibt die debitel AG ca. 100 eigene Mobilfunkshops in Deutschland. Für die Planung dieser Mobilfunkshops war das Berliner Architekturbüro de Vos und Stegschuster von 1998–2006 verantwortlich.

Die Swisscom verkaufte ihre Anteile 2004 an den Finanzinvestor Permira. Eine umfangreiche Umstrukturierung, die zu Einschnitten beim Personalbestand sowie zur Aufgabe eines Hotline-Standortes führte, wurde Mitte 2005 abgeschlossen.

Seit Juni 2005 hat die debitel AG ihr Angebotsportfolio von ehemals 3 Mobilfunknetzen (T-Mobile, Vodafone und E-Plus) um das vierte, O2, erweitert. debitel vermarktet auch DSL-Anschlüsse und ist mit Produkten aus den Bereichen Mobilfunk, Festnetz sowie Internet ein Vollsortimenter im Bereich der Telekommunikation. debitel bietet außerdem einen kombinierten Mobilfunk-DSL-Tarif an.

Debitel war an der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Jamba! beteiligt. Es wurde im Jahr 2004 an VeriSign verkauft.

crash-tarife[Bearbeiten]

In den Jahren 2007 bis 2009[7] wurden unter der Bezeichnung crash-tarife Handytarife über das Internet vermarktet.

Zusammenschluss mit der _dug telecom ag[Bearbeiten]

Logo der _dug telecom AG

Wie Ende 2006 bekanntgegeben wurde, hat sich debitel mit der _dug telecom AG zusammengeschlossen.

Die _dug telecom AG hatte bei Übernahme durch die Debitel AG bereits 430 Filialen. Sie wurde im Jahre 1993 als Direktvertrieb für Mobilfunk als Dittrich und Grella GbR gegründet. Im Jahre 1997 wurde der erste Telecomshop in Oranienburg eröffnet. Im Jahre 2000 wurde die GbR in eine AG mit 29 Filialen umgewandelt.[8]

Ein _dug Shop in einer Fußgängerzone

In einem neuen Geschäftsbereich Retail sollen die bei debitel bisher getrennten Bereiche Shops und Hardwaremanagement sowie die _dug-Shops zusammengeführt werden. Das gemeinsame Unternehmen beschäftigt mit den ca. 1100 Mitarbeitern von _dug insgesamt etwa 4000 (Stand März 08) Mitarbeiter. Es verfügt bundesweit über ein Netz von zur Zeit 500 Shops (Stand Oktober 2008). Die Umgestaltung der debitel-Center in das Design der _dug-Shops ist abgeschlossen. Die Tarifprodukte werden weiterhin u. a. unter dem Namen debitel vermarktet, so werden auch die Netzbetreiber T-Mobile, E-Plus und O2 als „Originalprodukte“ angeboten. Zusätzlich Festnetzprodukte der Anbieter T-Home, Arcor, O2 DSL, Alice, 1&1 und Freenet.

Übernahme von Talkline[Bearbeiten]

Am 5. Juni 2007 gab die debitel AG die Übernahme von Talkline bekannt, die am 20. Juli 2007 von der EU-Kommission genehmigt wurde.[9] Der dänische Mutterkonzern TDC A/S verkaufte Talkline für 560 Millionen Euro.[10] Zuvor war in der Presse über eine Übernahme durch freenet spekuliert worden.[11] Durch die Übernahme wurde die debitel AG zum drittgrößten Mobilfunkanbieter in Deutschland. Die Zusammenlegung der Konzernzentralen von Talkline und debitel und die damit verbundene Verkleinerung der Verwaltungseinheiten nutzte debitel zum Abbau von insgesamt 1.000 Stellen.[12] So wurde der Talkline-Stammsitz in Elmshorn zum Oktober 2010 geschlossen, an dem Ende 2008 noch 730 Mitarbeiter beschäftigt gewesen waren. [13]

Übernahme durch freenet AG[Bearbeiten]

Die Freenet AG kündigte im April 2008 an, die Debitel AG samt ihrer Verbindlichkeiten für ca. 1,6 Milliarden Euro von der Permira übernehmen zu wollen. Eine Einigung mit den Kreditgebern der Debitel AG sei bereits perfekt.[14][15][16]

Die Debitel Nederland BV mit 120 Beschäftigten und ca. 530.000 Kunden wurde unterdessen vom niederländischen Mobilfunkbetreiber KPN Mobile übernommen. [17]

Logo der einheitlichen Marke mobilcom-debitel

Die debitel AG und die Media-Saturn-Holding haben am 22. Juni 2008 ihre Vertriebspartnerschaft für die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt verlängert. [18]

Nach der Fusion mit mobilcom zur mobilcom-debitel GmbH tritt die Mobilfunksparte seit dem 1. Mai 2009 unter der neuen Marke mobilcom-debitel auf. Alle dug-Filialen wurden bis dahin umgebrandet.

Sponsoring[Bearbeiten]

Fußballfans ist die debitel AG vor allem als Hauptsponsor des VfB Stuttgart ein Begriff. Das seit 1998 bestehende Engagement endete mit der Saison 2004/2005. debitel blieb bis 2008 Premiumsponsor.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.mobilcom-debitel.de/kontakt/impressum/
  2. Veröffentlichung im elektronischen Bundesanzeiger
  3. Veröffentlichung im elektronischen Bundesanzeiger
  4. horizont.net: Aus Freenet wird Mobilcom Debitel / Berger übernimmt als Marketingvorstand
  5. https://www.handelsregister.de/rp_web/result.do?Page=4
  6. http://www.mobilcom-debitel.de/kontakt/impressum/
  7. http://www.teltarif.de/debitel-crash-tarife-ende-einstellung/news/34412.html
  8. dugaktion.de - Geschichte des Unternehmens - gelesen am 27. April 2008
  9. http://ec.europa.eu/comm/competition/mergers/cases/decisions/m4764_20070720_20310_en.pdf
  10. heise online Debitel übernimmt Talkline
  11. heise online Bericht: Freenet verhandelt mit Talkline über Fusion
  12. http://www.kn-online.de/top_news/62392_750_Jobs_weg_Talkline_Mitarbeiter_geschockt.html Kieler Nachrichten, 20. November 2008
  13. Arne Kolarczyk: Elmshorn - 68 Talkline-Mitarbeiter sind noch ohne Job, Hamburger Abendblatt, 16. Oktober 2010, Zugriff am 19. Januar 2012
  14. Pressemitteilung: freenet kauft debitel Group - vom 27. April 2008
  15. heise mobil - Bericht: Kreditgeber stimmen Debitel-Verkauf an Freenet zu - vom 24. April 2008
  16. heise online - Freenet-Aufsichtsrat berät über Debitel-Kauf - vom 27. April 2008
  17. http://www.heise.de/newsticker/KPN-schliesst-Uebernahme-von-Debitel-Nederland-ab--/meldung/121047
  18. http://www.dsltarife.net/news/1448.html