Demokratischer Frauenbund Deutschlands

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Gründungsveranstaltung am 7.- 9. März 1947 im Admiralspalast in Berlin

Der 1947 gegründete Demokratische Frauenbund Deutschlands (DFD) war eine Frauenorganisation. In der SBZ bzw. DDR war der DFD eine Massenorganisation. Aus den DFD-Landesverbänden in den westlichen Besatzungszonen/BRD wurde 1952 ein eigenständiger Verband, der 1957 in der Bundesrepublik verboten wurde. 1990 konstituierte sich der DFD als gemeinnütziger Verein und veränderte seinen Namen in dfb.

Gründung[Bearbeiten]

Präsidium des DFD bei einer Abstimmung auf der Gründungsveranstaltung 1947.

Der DFD wurde auf dem Deutschen Frauenkongress für den Frieden vom 7. bis 9. März 1947 im Berliner Admiralspalast gegründet. Hervorgegangen ist der DFD aus den am 30. Oktober 1945 gegründeten antifaschistischen Frauenausschüssen. Dabei wurden die noch heterogenen Frauenausschüsse auf Befehl der SMAD zum DFD vereinigt.[1] Anwesend waren 811 Frauen aus der damals sowjetisch besetzten Zone, 104 Frauen aus den westlichen Besatzungszonen, sowie ausländische Gäste und Beobachter der Besatzungsmächte. Eröffnet wurde der Kongress von Else Lüders. Elli Schmidt wurde 1949 die erste Vorsitzende des DFD. 1950 erfolgte die Gründung westdeutscher Landesverbände, die aber am 10. April 1957 im Zuge des KPD-Verbots ebenfalls verboten wurden.

Entwicklung in der SBZ/DDR[Bearbeiten]

Briefmarke der DDR von 1964

Der DFD verstand sich als Erbe der Frauenbewegung. Die zunächst antifaschistische, demokratische, parteipolitisch und religiös unabhängige Organisation entwickelte sich schnell zu einer Massenorganisation im Gefolge der SED. Der DFD war im Demokratischen Block der Nationalen Front eingegliedert und stellte anteilmäßig Abgeordnete für die Volkskammer und ab 1952 auch in den Bezirks- und Kreistagen. Dem Auftrag nach sollte sich der DFD gemäß der Verfassung für die Gleichberechtigung der Frau einsetzen. Er wirkte am „Gesetz zum Schutz von Mutter und Kind und über die Rechte der Frau“ mit, das am 27. September 1950 verabschiedet wurde.

In Veranstaltungsreihen und Vorträgen beschäftigte sich der DFD verstärkt mit Gesundheits- und Schwangerschaftsberatung. Nach dem 1. Frauenkongress 1964 kümmerte er sich verstärkt um Frauen, die nicht organisiert, nicht berufstätig oder nur halbtags beschäftigt waren, um sie fürs Berufsleben zu gewinnen. Auf Betreiben des DFD entstanden ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre Frauenakademien und Frauensonderklassen in vielen Bildungseinrichtungen. In den 1970er Jahren organisierte der DFD in Bezirks- und Kreisstädten über 200 „Beratungszentren für Haushalt und Familie“, die sich rasch zur praxisorientierten Beratung für Ehe, Haushalt und Säuglingspflege entwickelten.

Fotos vom XII. DFD-Kongress 1987[Bearbeiten]

DDR-Briefmarke von 1987 zum Jubiläum "40 Jahre DFD"

Abzeichen und Fahne[Bearbeiten]

altes DFD-Logo

Das Abzeichen des Frauenbunds bestand aus der Buchstabengruppe DFD, die von einem rechteckigen Rahmen eingefasst ist. Das F überragt diesen Rahmen nach oben und unten. Das ganze liegt auf blauem Grund. Blau stand für Zukunft und Hoffnung.

Nach der Wende[Bearbeiten]

DFD-Abgeordnete Karin Bencze und Günther Maleuda von der DBD in der Volkskammer am 28. Juni 1990.

Nach der Wende 1989 beteiligte sich der DFD an den ersten freien Volkskammerwahlen am 18. März 1990, erreichte allerdings nur einen Stimmenanteil von 0,33 %. Damit errangen sie ein Mandat, das von Karin Bencze wahrgenommen wurde. Zusammen mit den 9 Abgeordneten der Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) bildete sie die DBD/DFD-Fraktion. Im Zuge der Auflösung der DBD Ende August 1990 zerfiel die Fraktion, Karin Bencze ging als Gast zur FDP-Fraktion.

Im Dezember 1989 gründeten Frauen in Ost-Berlin in Konkurrenz zum DFD den Unabhängigen Frauenverband (UFV), dieser ist heute allerdings nicht mehr existent.

Nach der Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wandelte sich der DFD am 26. Oktober 1990 in den Demokratischen Frauenbund e.V. (dfb) um und unterhält seitdem Landesstellen in den fünf ostdeutschen Ländern und in Berlin. Neben seinen anderen Zielen (Förderung des demokratischen Gemeinwesens, organisiert arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, Förderung von Toleranz und Völkerverständigung) ist der dfb zuständig für Organisation und Unterhalt von Frauenhäusern. Wegen der Abkürzung „dfb“ lag der Demokratische Frauenbund im Rechtsstreit mit dem Deutschen Fußball-Bund.

Übersicht[Bearbeiten]

  • 1947: 200 000 Mitglieder
  • 29.–30. Mai 1948: 2. Bundeskongress des DFD in Berlin (zu dieser Zeit 260 000 Mitglieder), auch in Westberlin zugelassen (als DFB), Hauptthemen: Antifaschismus, Wettbewerb, Kindergärten, deutsche Einheit
  • Juli 1948: Bundesvorstandssitzung, DFD verpflichtet sich, Frauen für berufliche Qualifizierung zu gewinnen
  • 2.–3. April 1949: DFD-Konferenz „Mutter, Kind und Lehrerin in Deutschland“
  • 1949: Elternseminare (60.000 Teilnehmer)
  • 1948: Aufnahme des DFD in den IDFF
  • 1948: Unterschriftensammlung für die Ächtung der Atombombe
  • Vorsitzende: 1949–1953 Elli Schmidt
  • Vorsitzende: 1953–1989 Ilse Thiele
  • 1985: 1,5 Millionen Mitglieder

Ehemalige Vorstandsmitglieder[Bearbeiten]

siehe auch[Bearbeiten]

Kategorie:DFD-Funktionärin

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerda Weber: Demokratischer Frauenbund Deutschlands (DFD), In: Martin Broszat, Hermann Weber (Hrsg.): SBZ-Handbuch. Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre Führungskräfte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, Oldenbourg, München 1990, ISBN 3-486-55261-9.
  • Barbara Koelges: Der Demokratische Frauenbund : von der DDR-Massenorganisation zum modernen politischen Frauenverband, Westdt. Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13682-8.
  • Demokratischer Frauenbund Deutschlands (Hrsg.): Geschichte des DFD, Verlag für die Frau, Leipzig 1989, ISBN 3-7304-0223-4.
  • Protokoll des Deutschen Frauenkongresses für den Frieden. Gründungskongreß des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands 7., 8. und 9. März 1947. Staatsoper - Berlin. Berliner Verlag, Berlin 1947.
  • Frank Decker, Viola Neu (Hrsg.): Handbuch der deutschen Parteien. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, S. 236–240. (Online)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Demokratischer Frauenbund Deutschlands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Demokratischer Frauenbund Deutschlands (DFD), In: Rainer Eppelmann, Horst Möller, Günter Nooke, Dorothee Wilms (Hrsg.): Lexikon des DDR-Sozialismus, Schöningh, Paderborn 1996, S.155-156, ISBN 3-506-79329-2.