Der blutige Pfad Gottes

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Filmdaten
Deutscher Titel Der blutige Pfad Gottes
Originaltitel The Boondock Saints
Produktionsland Kanada, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK 18[1]
Stab
Regie Troy Duffy
Drehbuch Troy Duffy
Produktion Chris Brinker
Robert N. Fried
Elie Samaha
Lloyd Segan
Musik Jeff Danna
Kamera Adam Kane
Schnitt Bill DeRonde
Besetzung

Der blutige Pfad Gottes (The Boondock Saints; Untertitel: Missionare des Todes) aus dem Jahre 1999 ist ein kanadisch-US-amerikanischer schwarzhumoriger Actionthriller von Autor und Regisseur Troy Duffy über zwei Brüder aus Boston, die in vermeintlich göttlicher Mission Selbstjustiz ausüben und dabei zu Killern werden. Im Oktober 2009 folgte die Fortsetzung Der blutige Pfad Gottes 2.

Handlung[Bearbeiten]

In einem von Iren geprägten Stadtviertel South Bostons setzen sich die zwei irischstämmigen Brüder Connor und Murphy MacManus gegen einige Schläger der Russen-Mafia zur Wehr, die ausgerechnet am St. Patrick’s Day den Lieblings-Pub der beiden ebenso trinkfesten wie tiefgläubigen Katholiken schließen wollen. Am Tag darauf suchen zwei verletzte Russen Connor und Murphy in deren Wohnung auf, um sich für die am Vortag erlittene Tracht Prügel zu rächen und die Brüder umzubringen. Dabei werden die Russen jedoch getötet und die Gebrüder MacManus sind plötzlich für die Presse und die Öffentlichkeit die Heiligen (engl. Saints) ihres Bezirks.

Dadurch bestärkt und zusätzlich noch durch eine nächtliche Vision animiert fühlt sich das Duo dazu berufen, das gesamte organisierte Verbrechen der Stadt Boston zu bekämpfen. Unter dem Motto „Thy Kingdom Come! Thy Will Be Done!“ (dt. „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe!“) werden immer mehr Mafia-Bosse liquidiert. Nach dem zweiten Mordanschlag auf den russischen Mafia-Boss Yuri Petrov schließt sich Rocco, der Laufbursche der italienischen Mafia, den beiden Brüdern an. Daraufhin planen und führen sie gemeinsam Mordaktionen auch gegen die italienische Mafia durch.

Nun wird ein Profikiller namens Il Duce auf sie angesetzt. Als sie den italienischen Paten Giuseppi Yakavetta umbringen wollen, stellt der Pate ihnen eine Falle und erschießt Rocco. Die MacManus-Brüder können sich jedoch befreien. Nachdem der Profikiller das Familiengebet der beiden für Rocco mitgesprochen hat, stellt sich heraus, dass er der Vater der Brüder ist. Daraufhin verbündet er sich mit seinen Söhnen.

Der homosexuelle FBI-Agent Paul Smecker durchschaut aufgrund eines durch ein Projektil abgerissenen Fingers von Rocco den Selbstjustiz-Kreuzzug der „Missionare des Todes“. Ihm kommt die Arbeit der Brüder allerdings nicht ungelegen. Nach einem Besuch in einer Kirche hilft er ihnen sogar aktiv. Beim letzten gezeigten Mordanschlag fährt die Polizei sie an den späteren Tatort, ein Gerichtsgebäude, und Smecker verschafft ihnen dort Zutritt. Hier halten sie eine Rede über ihre Absichten und richten den italienischen Paten Yakavetta vor den Augen der Prozesszuschauer hin. Im Anschluss darauf werden in der letzten Szene Menschen im Fernsehen gezeigt, die, von einem Reporterteam befragt, ihre Meinung zu den „Saints“ bekunden.

Altersfreigabe und Veröffentlichungsprobleme[Bearbeiten]

Der Film ist in Deutschland nicht in den Kinos gelaufen und erschien im Jahre 2000 als sogenannte Video-Premiere, von der Firma Columbia TriStar Home Video vorläufig einzig als VHS-Verleihversion über das Label Helkon publiziert. Die ca. 104 Minuten lange und weitläufig als uncut angesehene Version hatte keine Altersfreigabe der Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), durfte deswegen nur an Erwachsene vermietet und/oder verkauft werden und war in einem Gutachten der Juristenkommission (JK) der SPIO als strafrechtlich unbedenklich eingestuft worden. Seit April 2001 stand der Film dann auf dem Index, unter anderem weil er Selbstjustiz glorifiziere. Es dauerte danach noch zwei Jahre, bis Columbia eine identische Version des Films auf DVD veröffentlichte. Im Juni 2012 wurde der Film nach elf Jahren vom Index gestrichen.[2] Bei der Neuprüfung wurde die ungeschnittene Fassung von der FSK ab 18 Jahren freigegeben.

Rezeption[Bearbeiten]

Der Film erhielt eher mäßige Kritiken. Die Filmwebseite Rotten Tomatoes gibt an, dass nur 4 von 23 untersuchten Filmkritiken positiv ausfallen, was einer Wertung von 17 % entspricht.[3]

  • Prisma beschrieb den Film als „blutig“, „ungewöhnlich“, „spaßig“, aber teilweise „etwas unglaubwürdig“ und lobte Willem Dafoe für seine Darstellung.[4]
  • Lexikon des internationalen Films: „Mit der eskalierenden Gewaltbereitschaft der beiden Rächer und ihrer fortschreitenden Säkularisierung" nähert sich der Film bedenklich dem Genre-Sumpf der Selbstjustiz-Schmonzetten.“[5]

Hintergründe[Bearbeiten]

  • Das Budget des Films betrug etwa 6 Millionen US-Dollar.[6] Gedreht wurde vom 10. August bis zum 26. September 1998 in Boston (unter anderem auf der Longfellow Bridge) und in Toronto.
  • Der Film feierte am 4. August 1999 beim Fantasy Filmfest in München seine Premiere.
  • Rocco hat Troy Duffy, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, nicht als Kind kennengelernt, sondern in einer Bar in Los Angeles. Der Altersunterschied der beiden wäre laut Rocco (so in einem Radio-Interview) zu groß gewesen.
  • Troy Duffy steuerte zum ersten Film nicht nur das Drehbuch und die Regie bei, sondern auch einen Teil des Soundtracks. Seine Band, die genau wie der Film The Boondock Saints heißt, spielte für den Film die Titel „Holy Fool“ und „Pipes“ ein. Mitglieder der Band sind neben Troy Duffy sein Bruder Taylor, sowie deren zwei Freunde Gordon „Gordie“ Clark und Jimi Jackson. Im Film haben die Bandmitglieder einen Kurzauftritt.
  • Die Tattoos an den Zeigefingern der Beiden bedeuten VERITAS (lat.: „Wahrheit“) und AEQUITAS (lat.: „Gleichheit“).
  • In der Auflistung der Schauspieler wird ein gewisser Bob Marley als Akteur des Detektivs Greenly aufgeführt. Dabei handelt es sich um einen Schauspieler, der denselben Namen wie der verstorbene Reggae-Musiker Marley trägt.
  • Der Soundtrack trägt den Namen „The Blood of Cú Chulainn“ und wurde von Mychael Danna und seinem Bruder Jeff komponiert.

Einfluss[Bearbeiten]

Teile des Films wurden verschiedentlich von Musikern zitiert. So benutzen die amerikanischen Bands A Day to Remember (im Lied „1958“) und Aiden (in der Albumversion des Liedes „World By Storm“) sowie das norwegische Musikprojekt Combichrist (im Lied „Today I Woke To The Rain Of Blood“) Ausschnitte aus der Gerichtssaalszene, die deutsche Death-Metal-Band Forever It Shall Be (im Lied "Flatline") verwendet die Szene, in der die Brüder Rocco den Grund ihrer Taten erklären. Weiterhin ist ein Monolog von Smecker im Intro des Liedes Hate Song, der deutschen Black Metal Formation Nargaroth zu hören. Die deutsche Band Feindflug benutzt in ihrem Lied „Faustrecht“ mehrere Samples aus den Filmdialogen und die Metalcore-Band Bleeding Through verwendet den Monolog von Agent Smecker über das erste Aufeinandertreffen der Boondock Saints mit ihrem Vater als Intro für ihr Lied „Love Lost In A Hale Of Gunfire“, außerdem auch als Intro für "Revenge I Seek". Auch die Grindcore-Band Milking the Goatmachine benutzt in ihrem Song „Ding Dong“ ein Sample aus dem Film. Der niederländische Hardstyle-DJ Headhunterz verwendet in seinem Lied „The Sacrifice“ das Familiengebet der MacManus’.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK
  2. Vom Index gestrichen auf schnittberichte.com
  3. rottentomatoes.com
  4. Der blutige Pfad Gottes bei prisma-online.de, abgerufen am 11
  5. Der blutige Pfad Gottes im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 11. Juni 2011
  6. Boondock Saints. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 28. Dezember 2006.