Willem Dafoe

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Willem Dafoe beim Internationalen Film Festival in Toronto 2009

William „Willem“ Dafoe (* 22. Juli 1955 in Appleton, Wisconsin) ist ein US-amerikanischer Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Willem Dafoe ist das zweitjüngste von acht Kindern eines Chirurgen und einer Krankenschwester. Bereits als Jugendlicher begann Dafoe Theater zu spielen und ging im Alter von 17 Jahren an die University of Wisconsin in Milwaukee, um Theaterwissenschaft zu studieren. Der Unterricht wurde ihm jedoch bald zu theoretisch und er schloss sich dem experimentellen Theatre X an, mit dem er bald durch Europa und die USA tourte.

1977 zog er nach New York und wurde Mitglied der Theatergruppe Wooster Group, der er bis heute angehört. Die Leiterin des Ensembles, Elisabeth LeCompte wurde seine Lebensgefährtin. 1982 kam ihr gemeinsamer Sohn Jack auf die Welt. 1981 spielte er schließlich seine erste Rolle im legendären Western-Flop Heaven’s Gate von Michael Cimino. Dafoes erster Erfolg sollte erst fünf Jahre später mit der Rolle des selbstlosen Sergeant Elias in Oliver Stones Vietnamdrama Platoon kommen und bescherte ihm eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Im März 2005 heiratete er die zwanzig Jahre jüngere italienische Filmregisseurin Giada Colagrande.

Dafoe ist bekannt für ein breites Spektrum an Rollen, das eine Einordnung nur schwer möglich macht. So spielte er in Wild at Heart, Speed 2 – Cruise Control oder Spider-Man rein böse, überwiegend exzentrische Charaktere, andererseits in Platoon und Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses den Helden. Kontrovers diskutiert wurde auch Martin Scorseses Drama Die letzte Versuchung Christi, in dem er die Rolle des Jesus spielte. Als eine seiner erfolgreichsten Rollen gilt ebenfalls die Darstellung des Max Schreck in E. Elias Merhiges Shadow of the Vampire, für die er im Jahr 2001 u. a. für den Oscar und den Golden Globe als bester Nebendarsteller nominiert war. 2007 gehörte er unter dem Vorsitz des US-amerikanischen Filmemachers Paul Schrader zur Jury der Filmfestspiele von Berlin. Für seine Hauptrolle in Lars von Triers Psychothriller Antichrist wurde ihm 2010 die dänische Bodil zuteil. 2012 stand er im Teatro Real in Madrid gemeinsam mit der serbischen Performance-Künstlerin Marina Abramović auf der Bühne. Außerdem hat er im Videospiel Beyond: Two Souls von Quantic Dream, den Entwicklern von Heavy Rain, die Rolle von „Nathan Dawkins“ übernommen.

Filmografie[Bearbeiten]

Dafoe (2006)

Videospiele[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Jahr Titel Rolle Preise und Nominierungen
1986 Platoon Sgt. Elias K. Grodin Nominiert—Academy Award Bester Nebendarsteller
Nominiert—Independent Spirit Award Bester Hauptdarsteller
1993 Body of Evidence Frank Dulaney Nominiert—Goldene Himbeere-Schlechtester Schauspieler
1997 Speed 2 – Cruise Control John Geiger Nominiert—Goldene Himbeere Schlechtester Nebendarsteller
2000 Shadow of the Vampire Max Schreck Independent Spirit Award Bester Nebendarsteller
Saturn Award Bester Nebendarsteller
Los Angeles Film Critics Association Award Bester Nebendarsteller
Satellite Award Bester Nebendarsteller
Nominiert—Academy Award Bester Nebendarsteller
Nominiert—Chicago Film Critics Association Award Bester Nebendarsteller
Nominiert—Golden Globe Award Bester Nebendarsteller
Nominiert—Screen Actors Guild Award Bester Nebendarsteller
Nominiert—Online Film Critics Society Award Bester Nebendarsteller
2002 Spider-Man Grüner Kobold/Norman Osborn Nominiert Satellite Award Bester Nebendarsteller
Nominiert Teen Choice Award bester Bösewicht
Nominiert—MTV Awards Bester Bösewicht
Nominiert—MTV Movie Award bester Kampf (zusammen mit Tobey Maguire)
Auto Focus John Henry Carpenter Nominiert—Chicago Film Critics Association Award Bester Nebendarsteller
2009 Antichrist He Bodil Awards Bester Darsteller

Quellen[Bearbeiten]

  • Sind Sie ein Abenteurer, Mister Dafoe?, ganzseitiges Interview mit Willem Dafoe, FAZ vom 22. September 2007, S. Z6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Willem Dafoe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien