Nargaroth
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| Nargaroth | |
|---|---|
| Gründung | 1996 |
| Genre | Black Metal |
| Website | http://www.nargaroth.de |
| Gründungsmitglieder | |
| Gesang, Musik | René Wagner (Kanwulf, Ash) |
Nargaroth ist eine deutsche Metal-Band. Einziges Mitglied ist René Wagner, der meist unter dem Pseudonym „Kanwulf“ auftrat und sich inzwischen „Ash“ nennt. Kanwulf zeichnet sich größtenteils alleinig verantwortlich für Musik und Texte, wird jedoch von Gastmusikern unterstützt. Dazu gehören beispielsweise Akhenaten von „Judas Iscariot“ und „Weltmacht“, Occulta Mors von „Moonblood“ und der Ein-Mann-Band „Nachtfalke“ sowie L’hiver von „Winterblut“ und „Seeds of Hate“.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Name
Kanwulf selbst gibt an, der Bandname „Nargaroth“ setze sich aus den Endsilben des Namens der Band Gorgoroth und der Anfangssilbe „Narg-“, die angeblich Naturverbundenheit ausdrücken soll, zusammen, jedoch wird öfters behauptet und vermutet, der Name stamme aus dem Fantasy-Tabletop Warhammer. Dort existiert unter sehr ähnlich klingendem Namen „Naggaroth“ [1] ein düsterer, eisiger Kontinent, der von Dunkelelfen bewohnt wird. Kanwulf selbst allerdings weist diese Vermutungen vehement von sich und bezeichnet Tabletop-Games als sinnlosen Zeitvertreib.
Das Pseudonym „Kanwulf“ wiederum gleicht dem Namen eines Charakters, der 1995 in einer Folge der franko-kanadischen Fantasy-Fernsehserie „Highlander“ auftauchte; Kanwulf jedoch behauptet, es stamme „aus einem französischen Buch mit altskandinavischen Namen“.
[Bearbeiten] Biografie
Nargaroth entstand nach Kanwulfs Angaben im Jahr 1989. Dieses Gründungsjahr ist allerdings aufgrund Kanwulfs widersprüchlicher Aussagen sehr umstritten. Dessen Aussagen zufolge sei bereits 1991 das „Orke“-Demo entstanden, welches reine Instrumentalmusik enthielt. Auf diesem Demo benutzte Kanwulf erstmals auch Gitarre und Schlagzeug. Zu diesem Demo gibt es allerdings ebenfalls sehr widersprüchliche Aussagen Kanwulfs, und eine Veröffentlichung des Demos vor 1996 gilt als unwahrscheinlich, der tatsächliche Zeitpunkt der Veröffentlichung wird zumeist auf 1999 datiert. Tatsächlich gilt als gesichert, dass die eigentliche Bandgründung erst 1996 erfolgt sein kann. Frühestens in dieses Jahr fällt dann auch die Entstehung des „Herbstleyd“-Demos, die Kanwulf selbst auf 1993 datiert. Allerdings stammt das Pseudonym "Kanwulf" aus der frankokanadischen Fantasy-Serie Highlander, in welcher es einen „unsterblichen“ Wikingerkrieger bezeichnet. Diese Figur taucht erstmals in der vierten Staffel auf, welche 1995 erstmals ausgestrahlt wurde. Kanwulf räumte mittlerweile auf seiner Homepage ein, dass dieses Pseudonym 1996 entstanden wäre, womit er angesichts des Erscheinens der Namen auf sowohl „Orke“ als auch dem Herbstleyd-Demo indirekt zugibt, dass diese Veröffentlichungen Fälschungen darstellen und sämtliche früheren seiner Aussagen diesbezüglich Lügen sind.
Im Jahr 1999 veröffentlichte das Plattenlabel „No Colours Records“ das Album „Herbstleyd“, 2000 kam es dann zu zwei weiteren Veröffentlichungen. Zum einen erschien „Amarok“, welches nicht ein neues Album darstellte, sondern ältere Aufnahmen wie beispielsweise die Burzum-Coverversion „Black Spell of Destruction“ enthielt. Zum anderen wurde das Demo „Fuck off nowadays Black Metal“ veröffentlicht. Bei diesem Demo sollte beachtet werden, dass die angegebenen Limitierungen (Kassette 333 Stück, LP 100 Stück) wahrscheinlich nicht der Wahrheit entsprechen, sondern dass weitaus mehr Einheiten gepresst bzw. bespielt wurden.
2001 wurde das Album „Black Metal ist Krieg“ veröffentlicht, welches, so Wagner, als eine Art „Tribut“ an den Black Metal zu verstehen sei, und welches neben diversen Coverversionen bekannter Bands auch Lieder enthält, die sich mit Geschehnissen der Black-Metal-Geschichte beschäftigen, beispielsweise „The Day Burzum Killed Mayhem“, das sich auf den Mord an Øystein Aarseth bezieht, oder „Erik, May You Rape the Angels“, das eine Ehrbezeugung für den verstorbenen Musiker Erik Brødreskift darstellt. Der Musiker spielte unter anderem bei Immortal, Borknagar und Gorgoroth Schlagzeug und beging am 4. Oktober 1999 Selbstmord.
Ein Jahr später, 2002, wurde dann der zweite Teil der „Rasluka“-Aufnahmen veröffentlicht. Diese Mini-CD ist, genau wie der erste Teil, einem angeblich 1995 verstorbenen Freund Kanwulfs gewidmet. Zu dem Tod gibt es allerdings wieder sehr widersprüchliche Aussagen Wagners, sodass nicht wenige die Existenz dieses Freundes anzweifeln.
Ein Jahr später erschien mit „Geliebte des Regens“ wieder ein vollständiges Album, dann wurde 2004 das Album „Prosatanica Shooting Angels“ veröffentlicht, welches sowohl musikalisch als auch textlich als stilistischer Wandel Nargaroths angesehen wurde. Kanwulf jedoch behauptet, es handle sich hierbei um Aufnahmen, welche ursprünglich als Nebenprojekt namens „Prosatanica“ gedacht seien, die unter dem Veröffentlichungstitel „Shooting Angels“ hätten erscheinen sollen. Er sehe sein Schaffen jedoch gemäß seiner des Öfteren skandierten Parole „Kanwulf is Nargaroth; Nargaroth is Kanwulf. No compromise!“ „untrennbar mit Nargaroth verbunden“ und habe sich somit entschieden, diese unter dem Projektnamen Nargaroth zu veröffentlichen.
2007 erschien das Album „Semper Fidelis“, zu dem auch eine auf 99 Stück limitierte Box herauskam. Der Box lagen u. a. private Gegenstände bei.
[Bearbeiten] Black Metal
Die Songs orientieren sich am Stil europäischer Black-Metal-Bands und sind sehr einfach aufgebaut, so besteht der Track „Black Metal ist Krieg“ lediglich aus 2 verschiedenen Gitarrenriffs. Das Tempo variiert zwischen schnellen Songs mit Blastbeats und langsamen, epischen Werken von bis zu zwanzig Minuten Länge. Die meisten Aufnahmen sind genretypisch in rauer Proberaum-Qualität und der Gesang weitgehend unverständlich. Weiterhin zu bemerken ist, dass auf dem Album „Black Metal ist Krieg“ „verdammt wenig eigene Ideen mit dem professionellen Nachspielen von traditionellen Hörmustern […] aufgepeppt wurden“[2] und Wagner in den selbstgeschriebenen Liedern Stil und Riffs von etablierten Bands wie Immortal, Darkthrone und Strid ohne weitere Erwähnung übernimmt. Kanwulf selbst versteht seine Musik als „German Hateful and Misanthropic Metal“ und nicht als Black Metal; dies in erster Linie aus dem Grund, dass Black Metal im klassischen Sinne satanistisch geprägt ist, was bei Nargaroth nicht der Fall ist. Trotz der Verneinung Kanwulfs wird die Musik Nargaroths aufgrund ihrer stilistischen Nähe zum klassischen Black Metal und ihres emotionalen Hintergrundes und Einflusses (der im Black Metal als eine der Essenzen dieser Musikrichtung gilt) dennoch oftmals dem Black Metal zugeordnet.
Wagner fiel auch durch verbale Angriffe gegen einzelne Bands und Musiker auf, insbesondere Mystic Circle, Impending Doom und Agathodaimon, ebenso einige seiner Fans.[3][4] Wagner warf den Bands und Musikern vor, sie stünden „dem Geiste der Musik nicht nahe“. Diese Sicht wird zwar von der Black-Metal-Szene geteilt, Kritiker werfen Wagner jedoch vor, andere, private Gründe für die Fehde gegen diese Musiker zu haben als die vorgeschobenen.
In der Szene selbst werden Kanwulfs Äußerungen zum Black Metal unterschiedlich betrachtet. Einige tun sie als „Spinnerei“ ab und sehen im Black Metal hauptsächlich eine Musikform, andere fühlen sich jedoch besonders durch Kanwulfs Ansichten von Nargaroth angesprochen. Sie sehen die Essenz des Black Metal ebenso in der Emotion und haben ein ähnliches Verständnis gegenüber dem Black Metal. Ein weiterer Teil der Szene zweifelt an der Glaubwürdigkeit Kanwulfs und begegnet Nargaroth mit starker Abneigung. Auch für seinen Auftritt in der Talkshow von Sonja Zietlow [5] erntet Kanwulf oftmals Spott, und auch sein Ausspruch „Black Metal ist Krieg“ ist ein häufiges Ziel szene-interner und -externer Parodien.
[Bearbeiten] Rechtsextremismus-Vorwürfe
Nargaroth wird von einigen Kritikern zum National Socialist Black Metal (NSBM) gezählt. Wenngleich eindeutig antisemitische, rassistische oder neonazistische Texte nicht auszumachen sind, so fiel Kanwulf doch durch Aussagen wie die folgenden (zu finden im Booklet der Erstpressung der „Herbstleyd“-CD, Orthografie im Original belassen) auf:
- „Zur höheren Ehre des deutchen [sic] Soldaten der Wehrmacht 1933 [sic] – 1945. Die Negierung ihrer Leistungen sowie das Augenverschließen vor ihrer Opferbereitschaft, gerade im letzten Kriegsjahr, ist die Schande unserer Nation!“
- „German hateful and misanthropic Black Metal, made from White man for White man.“
- „Absurd, good to know yeah [sic] out of jail !!!.“
Zu diesen Vorwürfen nahm Kanwulf in einem Interview mit dem „Magacinum ab ovo“ Stellung. Er gab an, dass es ihm im konkreten Fall um die Kriegsgräberfürsorge ginge und er Nationalsozialismus allgemein als geistige Einschränkung empfände (Kanwulf unterstützt nach eigenen Angaben die Kriegsgräberfürsorge sowie die MIA – eine Organisation, die Vermisste des Vietnamkrieges ausfindig macht).[6] Allerdings wird diese Distanzierung vom Nationalsozialismus von einigen Kritikern als zu halbherzig empfunden. Von der Äußerung „made from White man for White man“ distanzierte er sich nicht, in den Neuauflagen des Albums wurde der Satz allerdings durch die Worte „a celtae hominis pro celtae homninis“ [sic] ersetzt.
Außerdem geben Kritiker an, in dem Lied „Karmageddon“ (ebenfalls von dem Album „Herbstleyd“) sei eindeutig ein „Sieg Heil“ zu vernehmen. Exakt bezieht sich dies auf die im Booklet abgedruckte Textzeile „When I die, .... ....“, wobei Kritiker die Leerstelle als eben die Stelle bezeichnen, wo der Ausruf „Sieg Heil“ ertönt und die „Eigenzensur“ im Booklet als ein Versuch, ein mögliches Verbot der CD zu umgehen, gewertet wird. Fakt ist, dass nach der Zeile „When I die…“ noch Gesang vorkommt, der Text aber aufgrund des für das Genre üblichen extremen Kreischgesangs nicht eindeutig auszumachen ist. Bei der Aufnahme eines Konzerts in Erlangen, die auf der Doppel-LP-Version des „Herbstleyd“-Albums zu finden ist, wurde die Stelle ebenfalls zensiert, wobei noch ein eindeutiges „Heil“ zu vernehmen ist. Im Anschluss sind Beleidigungen aus dem Publikum zu hören[7]. Außerdem fiel Kanwulf live durch Hitler-[8] und Kühnengrüße[9] auf.
Ebenso zweideutig erscheint die Tatsache, dass sich im Booklet zu „Black Metal ist Krieg“ bei dem Lied Amarok - Zorn des Lammes III Bilder von Kanwulfs gefallenen Großonkeln sowie seines Urgroßvaters finden, die laut eigenen Angaben alle in Kriegen gefallen sind. Daneben ist ein kritischer Text über das heutige deutsche Nationalbewußtsein von Kanwulf zu finden. Des Weiteren wird im selben Booklet Moonblood als die „einzige Black-Metal-Band Deutschlands, die neben Absurd es auch wert ist, erwähnt zu werden“ bezeichnet, was seine zuvor abgestrittene Zuneigung zu Absurd wieder als unwahr erscheinen läßt.
Des Weiteren spielte Kanwulf in den späten 90er Jahren für ein Konzert und einige wenige Proben bei der NSBM-Band Totenburg aus Thüringen.
Außerdem weisen Mitmusiker Kanwulfs sowie deren Projekte ebenfalls eine Nähe zum Rechtsextremismus auf: Akhenaten beispielsweise beteiligte sich mit seiner Band Weltmacht an der Kompilation „The Night and the Fog. A Tribute to the National Socialist Black Metal Underground“, und Occulta Mors äußerte in einem Interview:
„Wir Deutschen sind die Herrenrasse! Wir müssen alles dafür tun, dass der Pöbel nicht die Oberhand gewinnt, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Deutsche Mensch ausstirbt, und alles in einer riesigen Multikulti-Kloake versinkt. Muss das etwa sein?“
– Tino „Occulta Mors“ Mothes: Irminsul Magazin, Nr. 1, zitiert nach Unheilige Allianzen, S. 182
[Bearbeiten] Diskografie
[Bearbeiten] Demos
Als stark zweifelhaft gelten die von Kanwulf angegebenen Erscheinungsdaten der beide Demoaufnahmen.
- 1991: Orke (frühestens 1996, am wahrscheinlichsten 1999)
- 1993: Herbstleyd (wahrscheinlich erst 1999)
[Bearbeiten] Alben
- 1999: Herbstleyd
- 2001: Black Metal ist Krieg - A Dedication Monument
- 2003: Geliebte des Regens
- 2004: Prosatanica Shooting Angels
- 2007: Semper Fidelis
2009: Jahreszeiten
[Bearbeiten] EPs
- 2000: Amarok
- 2002: Rasluka Pt. II
- 2004: Rasluka Pt. I
[Bearbeiten] Sonstiges
- 2000: Fuck Off Nowadays Black Metal (Demotape/LP)
- 2004: Crushing Some Belgian Scum (Live)
[Bearbeiten] Sampler
Nargaroth ist unter anderem auf folgenden Samplern mit Beiträgen vertreten:
- Black Metal Endsieg (Pt. II)
- No Colours Records Compilation (Pt. II)
- No Colours Records Compilation (Pt. III)
[Bearbeiten] DVD
- 2008: Dead~Ication
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://whfb.lexicanum.de/wiki/Naggaroth
- ↑ Rezension des Albums „Black Metal ist Krieg“
- ↑ Bericht vom Summer Breeze 2002 auf Powermetal.de
- ↑ Bericht vom Summer Breeze 2002 von Wallsoffire.de
- ↑ Kanwulf bei Sonja Zietlow (DivX-Avi-Format)
- ↑ Interview mit dem Magacinum ab ovo, 1999
- ↑ Besprechung der Herbstleyd-LP bei metal-district.de
- ↑ Nargaroth live
- ↑ „Black Spell of Destruction“ live
[Bearbeiten] Links
- Offizielle Webseite
- „Lügen und Halbwahrheiten um ‚Kanwulf von Nargaroth‘“ – Kritischer Artikel über Kanwulf und Nargaroth

