Der gute Handel

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Der gute Handel ist ein Schwank (ATU 1642, 1610). Er steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der Zweitauflage von 1819 an Stelle 7 (KHM 7).

Inhalt[Bearbeiten]

Ein Bauer verkauft seine Kuh für 7 Taler. Auf dem Heimweg vom Markt hört er bei einem Teich Frösche quaken, und missversteht deren „ak“ als „acht“. Er wirft daraufhin seine Taler in den Teich, um die Frösche zu belehren das es sieben waren, und nicht einer mehr. An seinem nächsten Marktbesuch will er eine Fuhre Fleisch verkaufen, doch wird er vor der Stadt von einem Rudel Hunde aufgehalten. Anhand deren Bellen („Was, was“) deutet er, dass sie „was“ vom Fleisch haben wollen. Da das Alphatier dem Metzger gehört, überlässt er die Ladung den Hunden, um nach drei Tagen zum Fleischer zurückzukehren und dort sein Geld abzuholen. Da der Fleischer ihn natürlich nicht entschädigt und sogar mit dem Besenstiel hinausjagt, fühlt der Bauer sich ungerecht behandelt und geht mit seinen Klagen vor den König. Der hat zwar kein Verständnis für den Bauer, er bietet ihm aber trotzdem seine Tochter als Frau an, da die Geschichte sie zum ersten Mal in ihrem Leben zum Lachen gebracht hat. Als der Bauer ablehnt, weil ihm schon eine Frau zuviel ist, wird der König wütend und verspricht dem Bauer einen anderen Lohn, nämlich dass ihm drei Tage später die Fünfhundert vollgezählt werden. Vor der Tür erzählt er einer Schildwache von seinem Glück, welche ihn um einen Teil seines Gewinns bittet. Der Bauer verspricht ihr zweihundert. Ein Jude (in früheren Ausgaben ein Kaufmann) hat das Gespräch mitgehört und unterbreitet ihm ein Angebot, dass er in drei Tagen die restlichen dreihundert einkassieren werde, diese aber dem Bauern in schlechten Groschen auszahlt, wovon drei so viel wert sind wie zwei gute. Der Landwirt nimmt das Angebot an und erhält das Geld. Als die drei Tage vorüber sind, erscheinen sie vor dem König. Es stellt sich heraus, dass es sich nicht um fünfhundert Taler sondern fünfhundert Schläge handelt, von denen sich der Bauer gerettet hat. Der König lacht über den Bauern, und da sein Zorn verflogen ist, lässt er ihn sich an der Schatzkammer bedienen. Nachdem der Bauer das Geld nachgezählt hat, bereut er, dass er sich nicht einen festen Betrag vom König selbst hat auszahlen lassen, da er dann wüsste, was er hat. Er bezeichnet den Monarchen als „Spitzbuben“. Der ihm nachgeschlichene Jude hörte dies, und zeigt den Bauern dafür beim König an. Beide sollen erneut vor den König treten, doch als der Jude dem Bauern die Nachricht erteilt, will sich dieser erst fein machen und sich einen neuen Rock schneidern lassen. Um die Sache zu beschleunigen, leiht ihm der Jude aus vorgetäuschter Freundschaft seinen eigenen. Als der Bauer vor dem König schließlich die Anklage hört, unterstellt er dem Juden, es kämen nur Lügen aus seinem Mund. Als Beispiel nennt er den Rock, den er trägt. Als der Jude die Wahrheit sagt und betont, dass er dem Bauer den Rock aus bloßer Freundschaft geliehen habe, gerät er in eine Zwickmühle, da der König erkennt, dass er auf jeden Fall mindestens eine Person betrogen hat. Daraufhin belohnt er den Bauern mit noch mehr Geld, sodass dieser mit feinem Rock und ohne finanzielle Sorgen heimgehen kann.

Herkunft[Bearbeiten]

Der Text aus dem Paderbörnischen ist in den Kinder- und Hausmärchen ab der Zweitauflage (1819) enthalten. Er verdrängte damit Der gestohlene Heller von Nr. 7 auf Nr. 154.

Vergleiche[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Grimm, Brüder: Kinder- und Hausmärchen. Vollständige Ausgabe. Mit 184 Illustrationen zeitgenössischer Künstler und einem Nachwort von Heinz Rölleke. S. 73-77. 19. Auflage, Artemis & Winkler Verlag, Patmos Verlag, Düsseldorf und Zürich 1999, ISBN 3-538-06943-3)
  • Grimm, Brüder: Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. S. 31, S. 445. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Reclam-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-003193-1)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Der gute Handel – Quellen und Volltexte