Haxthausen (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Haxthausen

Haxthausen ist der Name eines alten westfälischen Adelsgeschlechts. Die Familie gehört zum Uradel im Fürstbistum Paderborn.

Geschichte[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Gut Abbenburg
Schloss Welda (1734), Abb. von 1840
Der Haxthäuser Hof in Nierstein (1670)

Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich im Jahr 1340 mit dem Knappen Albertus de Haxtehusen,[1] welcher dann 1345 mit seinem Vater Albertus siegelt.[2] Ihr Stammsitz ist eine heute wüst liegende Ortschaft südlich Paderborn, an die noch die Flurnamen Haxterberg und Haxtergrund erinnern.

Die Familie geht vermutlich auf die Familie von Vlechten zurück, die bereits im Jahre 1173 mit Alexander de Fleghten erschien und sich nach einem untergegangenem Ort bei Büren benannte. Die bereits im 15. Jahrhundert ausgestorbenen Herren von Vlechten führten dasselbe Wappen und gleiche Vornamen wie die Haxthausen. Das Wappenbild, die Wagenflechte, war im westfälischen Uradel sonst nirgends anzutreffen.

Die Haxthausen waren vielfältig an der fürstbischöflichen Politik und Verwaltung des Fürstbistums Paderborn beteiligt. Mitglieder des Geschlechts besetzten Domherrenstellen in Paderborn und Hildesheim und hatte zeitweise die Ämter des Drosten in Steinheim und Lichtenau sowie das Amt des Geheimen Rats inne.[3]. Zusammen mit den Geschlechtern Brenken, Krevet und Stapel gehörten die Haxthausen zu den so genannten „vier Säulen“ (Haupt-Meyern) des Hochstifts Paderborn. Dort wurde ihnen das Amt des Erbhofmeisters und das Amt des Erzkämmerers übertragen. In dem ebenfalls im Fürstbistum Paderborn gelegenen Stift Neuenheerse hatten sie das Amt des Erbmarschalls. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden die Haxthausen vom Paderborner Fürstbischof mit den Gütern Abbenburg und Bökerhof belehnt, wo sie die ersten festen Häuser errichteten. Mitglieder der Familie waren auch zeitweise am adeligen Kanonissenstift St. Cyriakus in Geseke beteiligt; so war Ludowine von Haxthausen von 1763 bis 1774 dort Äbtissin.[4]

Linien und Besitzungen[Bearbeiten]

Der Stamm der Familie bildete zwei große Linien, die sich weiße und schwarze nannten. Beide breiteten sich im Laufe der Zeit in Westfalen, im Hannover, Hessen, Sachsen und Dänemark aus.

Weiße Linie[Bearbeiten]

Die Angehörigen der weißen Linie tragen den Freiherrentitel gewohnheitsrechtlich. Zu ihrem älteren Ast gehören die Besitzer der Güter Abbenburg und Bökerhof (heute im Ortsteil Bökendorf der Stadt Brakel), Thienhausen (heute Ortsteil der Stadt Steinheim) und ehemals Welda. Dem jüngeren, lutherischer Ast der weißen Linie wurde im Königreich Dänemark der Baronstitel zuerkannt.

Haxthausen zu Abbenburg

1465 belehnte der paderbornische Bischof Simon III. die Herren von Haxthausen mit dem Gut Abbenburg.

Haxthausen zu Welda

1469 erhielt der geheime Rat Gottschalk von Haxthausen die Welledeschen Lehen des Hochstifts Paderborn, insbesondere den Burglehn auf der Burg Warburg und dem Dorf Welda, jeweils mit den zugehörigen Kötterstätten. Dietrich von Haxthausen besaß bis 1488 die Curia Romana in der Warburger Neustadt. Von 1734 bis 1736 ließ Gottschalks Nachfahre Hermann Adolph von Haxthausen, Obermarschall des Fürstbistums Paderborn das Schloss Welda errichten. Mit seinem Tode 1768 starb der Weldaer Zweig der Familie Haxthausen in der männlicher Linie aus. Dieser Zweig trug den Namenszusatz Haxthausen zu Welda und Vörden zeitweise auch Dedinghausen.

Haxthausen zu Thienhausen

1523/26 ging das Schloss Thienhausen im Paderborner Land an die Herren von Haxthausen über. Es wurde um 1609 durch Tönnies Wolf von Haxthausen im Stil der Weserrenaissance umfassend erneuert. Im 19. Jahrhundert genoss Thienhausen unter Geheimrat August von Haxthausen den Ruf eines Künstler- und Literatentreffpunkts. 1837 erhielt Werner von Haxthausen (* 1780; † 1842) den bayerischen Grafentitel, der 1840 in Preußen bestätigt wurde.

Hessischer Zweig

1670 erwarben die Reichsritter von Haxthausen von der Familie Rodenstein ein barockes Herrenhaus in Nierstein. Der Hof gelangte jedoch 1700 durch eine Heirat in den Besitz des Freiherrn von Stockheim, 1753 bis 1804 gehörte er wieder den Freiherren von Haxthausen. [5]

Dänischer Zweig

1736 wurde Christian Friedrich Freiherr von Haxthausen, königlich dänischer Kammerherr und Generalkriegskommissar († 1741), in den dänischen Grafenstand erhoben.

Schwarze Linie[Bearbeiten]

In der schwarzen Linie trug ein älterer freiherrlicher Ast seit 1811 den Namen Haxthausen-Carnitz.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Rot eine schrägliegende silberne Wagenflechte. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein je mit der Schildfigur belegter offener Flug.

Namensträger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Familie v. Haxthausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Original im Freiherrlich von Benckenschen Archiv zu Erpernburg
  2. Staats-Archiv Münster, Busdorf Nr 137
  3. Ulrich Löer: Das Erzbistum Köln: Das adlige Kanonissenstift St. Cyriakus zu Geseke. de Gruyter, Berlin, 2007, S. 316
  4. Ulrich Löer: Das Erzbistum Köln: Das adlige Kanonissenstift St. Cyriakus zu Geseke. de Gruyter, Berlin, 2007, S. 316
  5. http://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/nierstein/kulturdenkmaeler/haxthaeuser-hof.html www.regionalgeschichte.net