Die fünfte Frau

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Die fünfte Frau
Genre Kriminalroman
Originaltitel Den femte kvinnan
Sprache (Originalausgabe) Schwedisch
Seitenanzahl 544 Seiten (gebunden)
563 Seiten (Taschenbuch)
Ersterscheinung Schweden: 1996
Deutschland: 1998
ISBN (gebunden) ISBN 3-552-04901-0
ISBN (gebunden) ISBN 978-3-552-04901-7
ISBN (Taschenbuch) ISBN 3-423-20366-8
ISBN (Taschenbuch) ISBN 978-3-423-20366-1

Die fünfte Frau (schwed. Den femte kvinnan) ist ein Kriminalroman des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell aus dem Jahr 1996 (dt. 1998). Der Roman ist der sechste Fall des Serienhelden und Kriminalkommissars Kurt Wallander.

Inhalt[Bearbeiten]

1993 fallen in Algerien fünf Frauen islamischen Fundamentalisten zum Opfer – vier Nonnen und eine schwedische Touristin, die sich nur zufällig im Kloster aufhielt. Auf politischen Druck von oben beschließen die Ermittlungsbeamten, die fünfte Frau zu ignorieren. Sie vernichten jegliche Beweise, die auf einen Aufenthalt im Kloster hindeuten könnten und stellen es so dar, als sei die Schwedin durch einen Autounfall ums Leben gekommen. Das schlechte Gewissen treibt eine junge algerische Polizistin jedoch dazu, zumindest der Tochter des Mordopfers in Schweden die Wahrheit zu erzählen.

Ein Jahr später, im September/Oktober 1994 ereignen sich in der südschwedischen Provinz Schonen innerhalb kurzer Zeit drei grausame und anscheinend akribisch geplante Morde, die sogar Kurt Wallander, einen erfahrenen Polizisten, vor ein scheinbar unlösbares Rätsel stellen. Einen alten Mann findet man aufgespießt auf neun Bambusstangen in einer Grube, ertrunken durch das viele Blut in seiner Lunge. Ein zweiter Mann wurde drei Wochen lang in Gefangenschaft gehalten, beinahe nackt an einen Baum gebunden und erwürgt. Das dritte Opfer wurde, gefangen in einem festen Sack mit Gewichten, in einen See gestoßen und ertrank. Die ermordeten Männer weisen scheinbar keine Gemeinsamkeiten auf. Es handelt sich um anständige Bürger – ein pensionierter Autohändler, der Gedichte schrieb, ein Blumenhändler und ein Forscher gegen Milcheiweißallergien an der Universität Lund – die offensichtlich in keiner Verbindung zueinander stehen.

Doch nach und nach bekommt die makellose Fassade der Opfer Risse und Wallander stößt doch auf eine Gemeinsamkeit: Alle drei Männer waren brutale Menschen, die ihre Frauen auf grausame Art und Weise misshandelt hatten. Zwei der Opfer ermordeten ihre Frauen sogar schließlich bzw. trieben sie in den Tod. Inzwischen ist Wallander davon überzeugt, dass es sich bei dem Mörder um eine Frau handelt. Über eine der misshandelten Frauen gelangen sie schließlich auf die Fährte der Mörderin, die bei der Bahn arbeitet. Wallander beschließt, diese Frau näher zu untersuchen. Doch in ihrer Wohnung finden sie nur ein mysteriöses Notizbuch mit einer Liste. Als Wallander die ersten Namen der Liste sieht, gibt es keine Zweifel mehr. Die Namen stimmen mit denen der Opfer überein, auch das Todesdatum wurde notiert. Doch ein weiterer Name ist mit einem roten Ausrufezeichen markiert. In letzter Minute gelingt es Wallander und seinen Kollegen, den nächsten, brutalen Mord zu verhindern.

Letztendlich wird die Mörderin, eine Frau, die ein geheimes Hilfsnetzwerk für misshandelte Frauen aufgebaut hatte, gefasst. Die Mutter der Täterin war die vor über einem Jahr in Algerien ermordete Touristin. Daher begann sie im Alleingang, Rache an brutalen Männern zu nehmen. Da sie lange Zeit in einem Krankenhaus mit misshandelten Frauen zu tun hatte, kannte sie viele Namen und Adressen und wählte ihre Opfer nach Zufall aus. Zum Schluss begeht die Mörderin im Polizeigewahrsam Selbstmord.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Filmdaten
Deutscher Titel Die fünfte Frau
Originaltitel Den 5:e kvinnan
Produktionsland Schweden, Norwegen, Dänemark
Originalsprache Schwedisch
Erscheinungsjahr 2002
Länge 224 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Birger Larsen
Drehbuch Klas Abrahamsson, Birger Larsen
Produktion Lars Säfström
Musik Frans Bak
Kamera Eric Kress, Jacob Kusk
Schnitt Pernille Bech Christensen, Jacob Thuesen
Besetzung

2002 wurde der Roman in einer schwedisch-norwegisch-dänischen Koproduktion als TV-Krimi verfilmt, die Hauptrolle übernahm erneut Schauspieler Rolf Lassgård, Regie führte Birger Larsen. Die deutsche Fassung wurde 2002 vom ZDF synchronisiert und im Dezember desselben Jahres als Zweiteiler ausgestrahlt. Der Film ist die fünfte Wallander-Verfilmung, da die neueren Verfilmungen von der Chronologie der Bücher abweichen, und erschien am 17. Februar 2003 als DVD-Version inklusive der Dokumentation Die Welten des Henning Mankell.

Neben den zum zweiten Mal eingesetzten neuen Schauspielern von Wallanders Kollegen tritt auch zum ersten Mal Maya Thysell in den Filmen auf, eine Kollegin Wallanders, mit der er eine Affäre eingeht, die aber in der literarischen Vorlage nicht existiert.

2010 wurde der Roman erneut verfilmt. (Schwedisch/britisch/deutsch) In der Titelrolle: Kenneth Branagh.

Weblinks[Bearbeiten]


Kritiken[Bearbeiten]

  • "Ein schlichtweg atemberaubendes Buch. Ein Volltreffer ohne Schönheitsfehler! Vielschichtig. psychologisch stimmig, von kristallklarer Beobachtung." - Bremer
  • "Raffiniert und behutsam, dabei ungemein spannend, entwickelt der schwedische Autor eine unverwechselbare, beklemmende Atmosphäre, die weit über das hinausgeht, was ein durchschnittlicher Krimi zu bieten hat. Mankell beschreibt nicht nur die allmähliche Annäherung an eine kranke Täterseele - er legt gleich die ganze kaputte Gesellschaft mit auf die Couch." - Der Spiegel
  • "Ein Kommissar zum lieb haben" (Wertung: 82 %) - Krimi-Couch.de