Die weiße Löwin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die weiße Löwin
Genre Kriminalroman
Originaltitel Den vita lejoninnan
Sprache (Originalausgabe) Schwedisch
Seitenanzahl 557 Seiten (gebunden)
538 Seiten (Taschenbuch)
Ersterscheinung Schweden: 1993
Deutschland: 1995
ISBN (gebunden) ISBN 3-552-05188-0
ISBN (gebunden) ISBN 978-3-552-05188-1
ISBN (Taschenbuch) ISBN 3-423-20150-9
ISBN (Taschenbuch) ISBN 978-3-423-20150-6

Der Roman Die weiße Löwin von Henning Mankell ist erstmals 1993 erschienen. Die weiße Löwin ist das dritte Buch der Krimireihe um den schwedischen Kommissar Kurt Wallander nach Mörder ohne Gesicht und Hunde von Riga.

1996 folgte unter der Regie von Per Berglung eine von Schweden, Dänemark sowie Norwegen finanzierte Verfilmung „Die Weiße Löwin“ (Den Vita lejoninnan) mit Rolf Lassgård in der Rolle des Kurt Wallander.

Inhalt[Bearbeiten]

Zu Beginn der Handlung, die im Frühjahr 1992 spielt, verschwindet eine Immobilienmaklerin aus Ystad. Nach längerer Suche durch die Polizei wird die Mutter und Ehefrau erschossen in einem Brunnen außerhalb von Ystad aufgefunden. Kommissar Kurt Wallanders Ermittlungen im Umfeld der freikirchlich engagierten Frau ergeben keinen Hinweis auf den Täter. Als bei einer Tatortbegehung ein Haus in der Nachbarschaft explodiert, finden die Kriminaltechniker dort ein Funkgerät, eine Pistole und einen abgeschnittenen Finger eines schwarzen Mannes.

Parallel zu dieser Handlung erfährt der Leser in einem anderen Handlungsstrang, zu dem gelegentlich gewechselt wird, dass der Finger dem Südafrikaner Victor Mabasha gehört, der von einer Zelle des südafrikanischen Geheimdienstes dazu angeheuert worden ist, den südafrikanischen Schwarzenführer Nelson Mandela zu erschießen, damit das Land im Bürgerkrieg versinkt und die alten Eliten das System der Apartheid wieder einführen können. Zu diesem Zweck schickt Jan Kleyn, der Initiator der Verschwörung, Mabasha nach Schweden, um dort unter Anleitung des brutalen ehemaligen KGB- Agenten Konovalenko für das Attentat zu trainieren. Als Mabasha die schlechte und entwürdigende Behandlung durch Konovalenko nicht mehr erträgt und sich an ihm rächen will, schneidet ihm dieser den Finger ab, sprengt das Haus und flieht. Mabasha, der weiß, wer Wallander ist, sucht bei ihm Zuflucht, um Konovalenko zu entkommen. Jan Kleyn schickt zur gleichen Zeit einen neuen Killer, Sikosi Tsiki. Mabasha soll eliminiert werden.

Ein weiterer Handlungsstrang der Geschichte sind die Ermittlungen eines südafrikanischen Staatsanwaltes, der dem Präsidenten de Klerk persönlich berichtet. Obwohl zunächst vermutet wird, dass der Präsident selbst das Ziel des Anschlages sein soll, wird bald klar, dass Mandela getötet werden soll. In Schweden kommt es zur Krise, als Konovalenko Mabasha aus Wallanders Wohnung entführt und auf einem Truppenübungsplatz ermordet. Wallanders ebenfalls entführte Tochter Linda kann jedoch fliehen. Wallander, der Konovalenko zum Truppenübungsplatz gefolgt ist, erschießt bei der Verfolgung des Russen einen von dessen Komplizen, weswegen er sich schwere Vorwürfe macht. Nach einer Verfolgungsjagd mit dem Auto fährt Konovalenko gegen einen Betonpfeiler und stirbt. In Südafrika kann das Attentat auf Mandela in allerletzter Minute vereitelt werden.

Verfilmung[Bearbeiten]

Filmdaten
Deutscher Titel Die weiße Löwin
Originaltitel Den vita lejoninnan
Produktionsland Schweden, Norwegen, Dänemark
Originalsprache Schwedisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 103 Minuten
Stab
Regie Per Berglund
Drehbuch Lars Björkman
Produktion Gertrud Bengtsson, Katinka Faragó, David Wicht
Musik Thomas Lindahl
Kamera Tony Forsberg
Schnitt Leif Kristiansson
Besetzung

1995 wurde der Roman in Schweden als TV-Krimi verfilmt, die Hauptrolle übernahm zum dritten Mal nach Mörder ohne Gesicht und Hunde von Riga Schauspieler Rolf Lassgård, Regie führte erneut Pelle Berglund. Die deutsche Fassung wurde 1997 vom NDR Studio Hamburg synchronisiert und im selben Jahr in der ARD ausgestrahlt.

Der Film hält sich über weite Strecken an die Romanvorlage, bis auf einige Namen sowie Änderungen in der Erscheinung der Charaktere, lediglich das Ende wurde im Rahmen der Friedensnobelpreis-Verleihung am 10. Dezember 1993 von Südafrika nach Oslo (Rathaus von Oslo) verlegt. Es ist zudem der letzte Film mit der alten Kollegenbesetzung (Joakim Narin, Åke Jörnfalk, Frederic Täckström). Da dieser Film nicht wie gewohnt vom ZDF synchronisiert wurde, fehlen außerdem die bekannten Synchronstimmen der vorherigen Filme.

Am 2. Dezember 2005 erschien die DVD-Version des Films.

Kritiken[Bearbeiten]

  • „‚Die weiße Löwin‘ ist von seltener Qualität.“ – Reidar Johansson, Neues Deutschland
  • „Ein fesselnder Politthriller.“ – NDR
  • „Was diesen Roman wohltuend von anderen Werken des Genres abhebt, sind die gelungenen Psychogramme der Hauptfiguren. Besonders sympathisch bei Mankell: Sein Kommissar Kurt Wallender bleibt stets er selbst, ein kleiner problembeladener Polizist, und mutiert nicht zum heroischen Alleswisser.“ – Hamburger Abendblatt
  • „Als Wallander einem Nelson M. helfen konnte“ (Wertung: 74 %) – Krimi-Couch.de

Weblinks[Bearbeiten]