Dingle-Halbinsel

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Dingle-Halbinsel
Lage der Dingle-Halbinsel
Lage der Dingle-Halbinsel
Gewässer Atlantischer Ozean

Geographische Lage

52° 11′ 36″ N, 10° 5′ 2″ W52.193333333333-10.083888888889Koordinaten: 52° 11′ 36″ N, 10° 5′ 2″ W
Dingle-Halbinsel (Irland)
Dingle-Halbinsel
Länge 50 km
Breite 9 km
Westküste der Halbinsel Dingle
Westküste der Halbinsel Dingle

Die Dingle-Halbinsel (englisch Dingle Peninsula, irisch: Corca Dhuibhne /ˌkɔrkə ˈɣɰiːnʲɪ/, nach einer alten Stammesgruppe) liegt in Irland, im County Kerry, in der Provinz Munster. Sie hat ihren anglisierten Namen vom Ort Dingle (An Daingean), der im Westen der 50 km langen und durchschnittlich neun km breiten Halbinsel liegt.

Geologie und Geschichte[Bearbeiten]

Die bergige Halbinsel ist besonders in ihrem Westteil von vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern förmlich übersät. Heraus ragt unter den Sehenswürdigkeiten das Gallarus Oratory, ein rustikaler Kraggewölbebau aus frühchristlicher Zeit, der wie die Beehive-huts von Fahan und das Killelton Oratory in Trockenmauertechnik errichtet wurde. Aber auch Wedge tombs (The Giants Table, Maumnahaltora und Pŭicin an Chairn), Steinkisten (Knockane), Cup-and-Ring-Markierungen, Menhire (Cloonsharragh), Ringforts, Steinreihen (Ardamore) und Promontory Forts (Caherconree, Dunbeg Fort, Dunmore) sowie Cross-Slabs (Knockane), Ogam- (Oghamsteine von Ballintaggart, The Priest's Stone) und Bullaun-Steine findet man hier. Eine weitere Gruppe sind frühchristliche Kirchenruinen (Kilmalkedar und auf einer der Magharee-Inseln). Relikte, wie die Cloghane church, die Garfinny Bridge und die Pillar Stones von Kilfountan und Reask, sowie die Ruinen von Kirchen (Kilvicadownig) und Klöstern (Raingiléis), alter Burgen (Minard) gehören zum Landschaftsbild der Halbinsel. Der Hafen von Smerwick (nord. Butterhafen) hat seinen Namen von den Wikingern, die hier vermutlich einen Stützpunkt unterhielten.

Einbindung in der gälischen Mythologie[Bearbeiten]

Auf der Dingle-Halbinsel landete, nach dem „Das Buch von den Einnahmen Irlands“ (Lebor Gabála Érenn) 2242 Jahre nach der Erschaffung der Welt Cessair, eine Enkelin Noahs.

Später kommt Ith aus Breganza in Spanien hier an und wird getötet. Die Tuatha dé Danaan, das mythische Feenvolk der irischen Sage verliert am Slieve Mish (den Phantombergen) die Schlacht gegen die Milesier oder die Gael (die Glockenbecherleute), die den Tod Iths rächen wollen. Zwei Königinnen der Ankömmlinge Scota und Fais (Fai oder Fas) fallen. Fais Grab (ein Hügel, auf dem die Ruine eines winzigen Kirchleins steht) befindet sich im Glenfash bei Camp, Scota liegt dem Mythos nach im Glenaskagheen (Scota’s Glen) begraben.

Der Osten, wo das 600 m hoch gelegene Fort Caherconree liegt, wird mit Cú Rois und Cú Chulainn in Verbindung gebracht.

Der Südwesten mit der Schlacht von Ventry, die sich die Fianna mit Donn, dem "König der Welt" liefern.

Die Nordküste das Areal des Hl. Brandon (Brandon der Seefahrer). Hier finden zum 952 m hohen dritthöchsten Berg Irlands dem Mount Brandon immer noch Prozessionen statt, die man vom Connor Pass wie eine Reihe Ameisen in der Ferne erkennt. Der Mt. Brandon war zuvor ein Heiligtum des pan-keltischen Gottes Lugh und hier wurde einst Lughnasadh (Herbstanfang und Erntefest) gefeiert.

Tourismus[Bearbeiten]

Die Dingle-Halbinsel ist neben dem Ring of Kerry, der auf der südlich anschließenden Iveragh-Halbinsel liegt, der touristische Hauptanziehungspunkt im südwestlichen Irland. Der Tourismus wird durch Bootfahrten zu den Blasket Islands, Angel- und Fahrradtouren, Golfplätze, Reiter- und Planwagenurlaub sowie Wanderrouten befördert. Touristisch interessant sind ein sehr flacher Sandstrand an der Nehrung von Inch und der Slea Head Drive, die westliche Küstenstraße. Auf Dingle gibt es einige schöne Tageswanderungen z.B. auf den Sliabh Mis oder den Mount Brandon und als Streckenwanderung den Dingle Way; von Tralee über Camp, Annascaul, Dingle, Dunquin, Ballydavid, Cloghane und Castlegregory nach Tralee.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sylvia Botheroyd: Irland. Mythologie in der Landschaft. Häusser, 1996 ISBN 3-89552-034-9
  • Steve MacDonogh: The Dingle Peninsula: History, Folklore and Archaeology. Brandon, 1993 ISBN 0-86322-159-9
  • M. Sheehy: The Dingle Peninsula. Reiseführer, 1991
Panorama am Westende der Halbinsel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dingle-Halbinsel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien