Donald Michie

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Donald Michie (* 11. November 1923 in Rangun, Burma; † 7. Juli 2007) war ein britischer Forscher im Bereich der künstlichen Intelligenz. In einem Nachruf der Fachzeitschrift Nature wurde er als „Vater der künstlichen Intelligenz in Großbritannien“ bezeichnet. [1]

Leben[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Michie in der GC&CS im englischen Bletchley Park an der Entzifferung der deutschen Lorenz-Schlüsselmaschine „Schlüsselzusatz SZ 40/42“, von den Engländern Tunny (deutsch: „Thunfisch“) genannt. Zwischen 1945 und 1952 studierte er am Balliol College und an der Universität Oxford Anatomie und Physiologie. 1953 wurde er zum DPhil in Genetik promoviert. Zwischen 1952 und 1958 war er Forschungsassistent an der zoologischen Fakultät der University of London. Seit 1958 lehrte er an der Universität Edinburgh. 1971 wurde er zum DSc in Biowissenschaften promoviert.

Michie war Direktor der Universität Edinburgh's Department of Machine Intelligence and Perception (früher: Experimental Programming Unit) seit dessen Gründung im Jahre 1966. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1984 war er Leiter der Machine Intelligence Research Unit in Edinburgh.

Er lehrte als Gastprofessor an der University of Birmingham, der Russischen Akademie der Wissenschaften, der Oxford University und der Princeton University. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten über künstliche Intelligenz wurde er Mitglied der American Association of Artificial Intelligence. Er war ordentliches Mitglied der British Computer Society, der Royal Society of Edinburgh, Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences und der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Michie wurde mit Ehrendoktorwürden des Council for National Academic Awards (CNAA), der Universität Salford, der Universität Aberdeen, der Universität York und der Universität Stirling ausgezeichnet.

1995 wurde er mit der Achievement Medal of the Institution of Electrical Engineers (UK) für seine Forschungsergebnisse im Bereich der Computeranwendungen und -kontrolle, 1996 mit der Feigenbaum Medal of the World Congress on Expert Systems für seine Entwicklungen in der Mechatronik geehrt. 2001 erhielt er den IJCAI Award for Research Excellence.

Professor Michie war Gründer und Herausgeber des Journals Machine Intelligence. Er war zudem Gründer und Schatzmeister der Human-Computer Learning Foundation, einer britischen Wohltätigkeitsinstitution.

Michie war von 1955 bis 1959 mit der Biologin Anne McLaren verheiratet und ist der Vater des Ökonomen Jonathan Michie. Donald Michie und Anne McLaren starben bei einem Autounfall auf der M 11 zwischen Cambridge und London. [2] Er hinterließ mehrere Kinder und Enkel.[3]

Wirken[Bearbeiten]

Michie war einer der führenden britischen Experten auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und entwickelte 1960 die „Machine Educable Noughts And Crosses Engine“ (MENACE) einem der ersten Programme das "lernen" konnte perfekt Tic-Tac-Toe zu spielen.[4]

Zudem entwickelte er die Grundlagen zur Memoisation, das dazu dient Computerprogramme zu beschleunigen, indem Rückgabewerte von Funktionen zwischengespeichert werden.[5]

Schriften[Bearbeiten]

  • Machine Intelligence, Edinburgh UP 1971, ISBN 0444196064, zusammen mit Bernard N. Meltzer
  • On Machine Intelligence, Edinburgh UP 1974, ISBN 085224262X
  • Expert Systems in the Microelectronic Age, Edinburgh UP 1979, ISBN 0852243812
  • Machine Intelligence and Related Topics, Harwood Academic 1982, ISBN 0677055609
  • Introductory Readings in Expert Systems (Topics in Computer Mathematics), Harwood Academic 1982, ISBN 0677163509
  • Intelligent Systems: The Unprecedented Opportunity, Longman 1984, ISBN 0853128316, zusammen mit Jean E. Hayes
  • The Creative Computer: Machine Intelligence and Human Knowledge, Viking 1984, ISBN 0670800600, zusammen mit Rory Johnston
  • Der kreative Computer. Künstliche Intelligenz und menschliches Wissen., Rasch und Röhring 1987, ISBN 3-89136-037-1, zusammen mit Rory Johnston

Reihe "Machine Intelligence"[Bearbeiten]

  • Machine Intelligence, Edinburgh University Press 1969, ISBN 0852240627, zusammen mit Bernard N. Meltzer
  • Machine Intelligence: Machine Representations of Knowledge No.8, Ellis Horwood 1977, ISBN 0853120587, zusammen mit E.W. Elcock
  • Machine Intelligence: Machine Intelligence and Inductive Learning No.13, Clarendon Press 1993, ISBN 0198538502, zusammen mit Koichi Furukawa, Stephen Muggleton
  • Machine Intelligence: Applied Machine Intelligence No.14, Clarendon Press 1996, ISBN 019853860X, zusammen mit Koichi Furukawa, Stephen Muggleton
  • Machine Intelligence: Intelligent Agents No.15, Oxford University Press 1999, ISBN 0198538677, zusammen mit Koichi Furukawa, Stephen Muggleton

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Margaret Boden: Donald Michie (1923 – 2007). Father of artificial intelligence in Britain. In: Nature, Band 448, S. 765, 2007
  2. http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/england/6281348.stm
  3. John Roycroft: † Donald Michie ('DM') 11xi1923-7vii2007. In: eg 170 (Oktober 2007), S. 156-157
  4. Implementing MENACE, Uppsala University, Department of Information Technology
  5. Memo functions: a language feature with „rote-learning“ properties. Research Memorandum MIP-R-29. Edinburgh, Department of Machine Intelligence & Perception. (1967)

Weblinks[Bearbeiten]