Dortmunder SC 95

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Vereinswappen

Der Dortmunder SC 95 war ein Sportverein aus Dortmund. Die erste Fußballmannschaft spielte sieben Jahre in der damals zweitklassigen II. Division West.

Geschichte[Bearbeiten]

Strukturelle Entwicklung[Bearbeiten]

Der Verein wurde am 10. Mai 1895 als Dortmunder FC 95 gegründet, aber schon zwei Jahre später wieder aufgelöst. Am 27. Oktober 1899 kam es zur Neugründung. Im Jahre 1910 schloss sich der FC Union Dortmund dem DFC an, der am 13. Juli 1913 mit dem BV Dortmund 04 zur Sportvereinigung 95 Dortmund fusionierte. Die Sportvereinigung änderte im Jahre 1919 den Namen in Dortmunder SC 95. Im Jahre 1933 fusionierte der DSC zwangsweise mit dem BC Sportfreunde Dortmund zu Sportfreunde 95 Dortmund. Diese Fusion wurde schon zwei Jahre später wieder gelöst. 1945 wurde der DSC aufgelöst und als Südliche SG Dortmund neu gegründet, in die auch der BC Sportfreunde einfloss. Schon 1951 spalteten die Sportfreunde sich wieder ab. Am 9. Juli 1969 fusionierte der Dortmunder SC 95 mit dem im Jahre 1848 gegründeten TuS Eintracht Dortmund zum TSC Eintracht Dortmund.

Bis zum Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Der 1895 gegründete Dortmunder FC 95 war der älteste Fußballverein der Stadt. Der Verein wurde von Schülern des Realgymnasiums an der Luisenstraße gegründet. Da der Verein im Süden von Dortmund beheimatet war wurden die Spieler als die „Südlichen“ bezeichnet. Der Dortmunder FC gehörte den neun Gründungsvereinen des Rheinischen Spiel-Verbandes. Das erste Spiel der Vereinsgeschichte wurde mit 1:0 gegen SuS Schalke 96 gewonnen. Erste größere Erfolge erzielte zunächst der spätere Fusionspartner BV Dortmund 04, der 1907 und 1909 die Westdeutsche Fußballmeisterschaft erreichte. Bei der zweiten Teilnahme erreichte der BV 04 das Halbfinale, wo die Mannschaft jedoch Preußen Duisburg mit 1:4 unterlag.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der mittlerweile DSC 95 genannte Verein Ruhrgaumeister und erreichte erneut die Westdeutsche Meisterschaft. In der Endrunde belegte die Mannschaft den dritten Platz hinter dem Duisburger SpV und dem Kölner BC 01. Während der 1920er Jahre fiel die Mannschaft jedoch ins Mittelmaß zurück und musste im Jahre 1929 in die Zweitklassigkeit absteigen.

Mit der Einführung der Gauliga Westfalen wollte der Dortmunder Sportkommisar Dr. Paul Wagner den DSC mit dem seinerzeit leistungsstärksten Dortmunder Verein VfL Hörde fusionieren um den Verein in die Gauliga zu bringen. Von Hörder Seite wurde dies abgelehnt. Schließlich fusionierte der DSC mit dem BC Sportfreunde. Der Fusionsverein wurde in die Gauliga aufgenommen, stieg aber gleich wieder ab.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach Kriegsende schaffte der DSC nach zwei Aufstiegen in Folge im Jahre 1953 den Aufstieg in die Landesliga Westfalen, die damals höchste Amateurliga. Schon zwei Jahre später wurden die „Südlichen“ Meister ihrer Staffel, belegten bei der Westfalenmeisterschaft nur den vierten von fünf Plätzen. Ein Jahr später klappte es besser. Ohne Punktverlust sicherte sich der DSC die Westfalenmeisterschaft. In der folgenden Aufstiegsrunde schafften die Dortmunder gemeinsam mit dem VfB Speldorf den Aufstieg in die II. Division West.

Im Vertragsspielerlager belegte der DSC zumeist Positionen im Mittelfeld der Tabelle. 1958 und 1961 betrug der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz lediglich einen Punkt. Zwei Jahre später wurde die Regionalliga als neue zweithöchste Spielklasse eingeführt, für sich die ersten Acht der Saison 1962/63 qualifizierten. Am letzten Spieltag benötigte der DSC einen Sieg beim Mitkonkurrenten Arminia Bielefeld. Durch einen 4:1-Sieg der Bielefelder rutschten die „Südlichen“ auf Platz zwölf und mussten ins Amateurlager absteigen.

Der DSC wurde in der folgenden Saison 1963/64 Meister der Verbandsliga Westfalen 2 und traf in den Endspielen um die Westfalenmeisterschaft auf Eintracht Gelsenkirchen. Nachdem sowohl das Hin- als auch das Rückspiel jeweils unentschieden endeten kam es zu einem Entscheidungsspiel. Hier setzten die Gelsenkirchener im neutralen Castrop mit 2:0 durch. Ein Jahr später stieg der DSC in die Landesliga ab, wo er bis zur Fusion spielte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Leichtathletik[Bearbeiten]

Der Dortmunder SC 95 stellte auch einige erfolgreiche Leichtathleten. Karl-Heinz Wegmann wurde 1956 und 1959 Deutscher Meister im Kugelstoßen. Otto Röhr gewann 1915 die Deutsche Meisterschaft über 110-Meter-Hürden.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON-Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 122.
  •  Dietrich Schulze-Marmeling: Der Ruhm, der Traum und das Geld – Die Geschichte von Borussia Dortmund. Verlag die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-480-4, S. 18-21, 83-84.

Weblinks[Bearbeiten]