Fußball-Westfalenliga

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Fußball-Westfalenliga der Männer. Für gleichnamige Liga im Frauenfußball siehe Westfalenliga (Frauenfußball).
Westfalenliga
Logo des FLVWVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Logoformat
Verband Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen
Erstaustragung 1956
Mannschaften 2 × 16
Meister SV Rödinghausen (Staffel 1)
SV Zweckel (Staffel 2)
Rekordmeister SpVgg Erkenschwick, Sportfreunde Siegen (je 6)
Region Gebiet der WestfalenligaVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Kartenformat
↓ 4 Staffeln der
Landesliga Westfalen (VII)

Die Westfalenliga (bis 2008 Verbandsliga Westfalen) ist seit der Saison 2012/13 die zweithöchste Spielklasse des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen im Männerfußball und ist auf der sechsthöchsten Ebene des deutschen Ligasystems angesiedelt. Die amtierenden Meister der Westfalenliga sind der SV Rödinghausen und der SV Zweckel.

Modus[Bearbeiten]

Die Westfalenliga besteht aus zwei Staffeln mit einer Sollstärke von je 16 Mannschaften. In der Regel spielen in der Staffel 1 Mannschaften aus dem Münsterland und Ostwestfalen, während in der Staffel 2 Mannschaften aus dem Ruhrgebiet, dem Sauerland und dem Siegerland spielen. Die genaue Einteilung der beiden Staffeln wird jedes Jahr nach geographischen Gesichtspunkten vorgenommen. Es kommt dabei vor, dass Mannschaften aus der Mitte Westfalens die Staffel wechseln müssen, damit eine einheitliche Staffelstärke gewährleistet ist.

Ein Finale zwischen den Staffelsiegern gibt es nicht, der Meister jeder Staffel steigt in die Oberliga Westfalen auf, sofern in dieser Spielklasse nicht bereits eine Mannschaft desselben Vereins spielt. In diesem Fall rückt ebenso wie bei Verzicht auf den Aufstieg die nächstbestplatzierte, aufstiegsbereite und zugelassene Mannschaft der jeweiligen Staffel nach. Die drei Tabellenletzten jeder Staffel steigen in die in vier Staffeln eingeteilte Landesliga Westfalen ab.

Teilnehmer der Saison 2013/14[Bearbeiten]

Spielorte der Westfalenliga der Staffel 1 (blau) und Staffel 2 (rot) in der Saison 2013/14

In der Spielzeit 2013/14 sind folgende Vereine in der Westfalenliga vertreten:

Staffel 1[Bearbeiten]

Staffel 2[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Westfalenliga wurde 1956/57 als damals drittklassige Verbandsliga Westfalen gegründet und seither stets in zwei Staffeln ausgetragen. Ihre Gründung erfolgte, um eine spielstarke Zwischenstufe zwischen der damals bestehenden 2. Oberliga West und der bis heute noch in fünf Staffeln darunter ausgetragenen Landesliga Westfalen zu schaffen. Auch nach Gründung der Bundesliga 1963/64 sowie der Einführung der 2. Bundesliga 1974/75 blieb die Verbandsliga Westfalen unverändert die dritthöchste Spielklasse im deutschen Ligasystem.

Szene vom 3. Spieltag der Saison 2012/13: Der SV Rödinghausen empfängt im Wiehenstadion den Delbrücker SC

Da die Spielklasse bis 1977/78 gleichzeitig auch die höchste Spielklasse im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen war, trugen die beiden Staffelsieger zusätzliche Endspiele um den Titel des Westfalenmeisters aus. Der Titelgewinn berechtigte anschließend zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur nächsthöheren Liga. Dies war bis 1962/63 die 2. Oberliga West, zwischen 1963/64 und 1973/74 die Regionalliga West sowie ab 1974/75 die 2. Bundesliga.

Erst mit Einführung der übergeordneten Oberliga Westfalen in der Saison 1978/79 wurde die Verbandsliga Westfalen in die vierte Ebene der Ligapyramide zurückgestuft. Der Titel des Westfalenmeisters wurde fortan dem Meister der Oberliga Westfalen verliehen, das Endspiel zwischen den beiden Staffelsiegern entfiel somit. Die beiden Staffelsieger stiegen seither direkt in die Oberliga Westfalen auf. Sofern dort aufgrund der Abstiegssituation aus höheren Ligen freie Plätze vorhanden waren, konnte auch die beiden Staffelzweiten eventuell aufsteigen.

Nach Wiedereinführung der Regionalliga 1994/95 zunächst noch fünftklassig, stellt die Spielklasse seit 2008/09 nach Gründung der 3. Liga jetzt nur noch die sechsthöchste Spielklasse im deutschen Ligasystem dar.

Im Rahmen der Zusammenlegung der Oberliga Nordrhein und Oberliga Westfalen zur NRW-Liga in der Saison 2008/09 wurde die Spielklasse in Westfalenliga umbenannt und war damit auch wieder die höchste Liga des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen. Das Endspiel der beiden Staffelsieger um den Titel des Westfalenmeisters wurde jedoch nicht wieder eingeführt.

Im Zuge der Regionalligareform 2012 ist die Westfalenliga aufgrund der Wiedereinführung der Oberliga Westfalen jetzt wieder die nur noch zweithöchste westfälische Spielklasse.[1]

Bisherige Meister[Bearbeiten]

Verbandsliga als dritthöchste Spielklasse (1956–1978)[Bearbeiten]

Jahr Staffel 1 Staffel 2 Finalergebnisse
1957 SpVg Beckum Sportfreunde Gladbeck 5:1, 3:3
1958 SpVgg Erkenschwick Hombrucher FV 09 2:3, 3:7
1959 SpVg Beckum Sportfreunde Siegen 2:0, 2:1
1960 BV Selm SSV Hagen 1:3, 3:0, 2:1 (in Dortmund)
1961 Germania Datteln Sportfreunde Siegen 0:3, 5:0, 2:0 (in Hagen)
1962 Arminia Bielefeld BV Brambauer (1) 2:1, 0:0
1963 VfB 03 Bielefeld Lüner SV 1:3 (in Hamm)
1964 Eintracht Gelsenkirchen Dortmunder SC 95 1:1, 2:2, 2:0 (in Castrop-Rauxel)
1965 SpVgg Erkenschwick VfL Bochum 1:4, 3:2, 1:1 n.V. (in Recklinghausen) (2)
1966 Hammer SpVg SSV Hagen kein Endspiel (3)
1967 SpVgg Erkenschwick (4) Lüner SV 0:0 n.V. (in Castrop-Rauxel) (5)
1968 SpVgg Erkenschwick SSV Hagen 2:1 (in Erkenschwick) (6)
1969 DJK Gütersloh SG Wattenscheid 09 3:1 (in Hamm)
1970 Eintracht Gelsenkirchen Westfalia Herne 2:1 (in Herne)
1971 Arminia Gütersloh (7) VfL Klafeld-Geisweid 08 1:0 (in Hagen)
1972 STV Horst-Emscher Sportfreunde Siegen 3:1, 0:4 n.V. (6:7 i.E.)
1973 VfB 03 Bielefeld (8) Rot-Weiß Lüdenscheid 2:1 (in Lünen)
1974 SC Recklinghausen TuS Neuenrade 0:3, 2:4
1975 Arminia Gütersloh (9) Westfalia Herne 0:2, 2:4
1976 SC Herford SV Holzwickede 3:1, 1:2
1977 Arminia Gütersloh Rot-Weiß Lüdenscheid 2:6, 2:0
1978 1. FC Paderborn (10) DSC Wanne-Eickel 0:2, 2:1
1 Brambauer gewann das Entscheidungsspiel gegen den SC Dahlhausen mit 1:0.
2 Bochum wurde durch Losentscheid Meister.
3 Hagen verzichtete auf das Endspiel.
4 Erkenschwick gewann das Entscheidungsspiel gegen die SpVgg Herten mit 2:0.[2]
5 Beide Mannschaften verzichteten auf ein Wiederholungsspiel.
6 Hagen verzichtete auf das Endspiel. Es rückte der VfL Schwerte nach.
7 Gütersloh und die Hammer SpVg trennten sich im Entscheidungsspiel 2:2 nach Verlängerung. Das Wiederholungsspiel gewannen die Gütersloher mit 3:2 nach Verlängerung.[3]
8 Bielefeld gewann das Entscheidungsspiel gegen den SC Hassel mit 3:1.[4]
9 Gütersloh setzte sich in den Entscheidungsspielen mit 2:1 und 1:0 gegen den SC Herford durch.[3]
10Paderborn setzte sich in den Entscheidungsspielen mit 1:0 und 1:1 gegen den VfB Rheine durch.[5]

Verbandsliga als vierthöchste Spielklasse (1978–1994)[Bearbeiten]

Jahr Staffel 1 Staffel 2 Weitere Aufsteiger
1979 VfB Waltrop Teutonia Lippstadt
1980 Hammer SpVg STV Horst-Emscher
1981 Eintracht Hamm-Heessen Lüner SV
1982 ASC Schöppingen VfL Bochum Amateure
1983 FC Gohfeld SV Langendreer 04
1984 VfL Reken DJK Hellweg Lütgendortmund (11)
1985 1. FC Recklinghausen SuS Hüsten 09
1986 SC Verl SG Wattenscheid 09 Amateure
1987 SpVg Marl Borussia Dortmund Amateure SC Buer-Hassel
1988 VfB Rheine Sportfreunde Siegen (12)
1989 SpVg Beckum (13) VfR Sölde VfL Bochum Amateure
1990 VfB Hüls Rot-Weiß Lüdenscheid 1. FC Recklinghausen
1991 FC Gütersloh VfL Gevelsberg
1992 Schalke 04 Amateure Sportfreunde Siegen SpVg Brakel, SG Wattenscheid 09 Amateure
1993 TSG Dülmen (14) SV Holzwickede (15)
1994 VfB Hüls Sportfreunde Siegen
11 Lütgendortmund gewann das Entscheidungsspiel gegen die Amateure von Wattenscheid mit 3:2 nach Verlängerung.
12 Siegen gewann das Entscheidungsspiel gegen den VfR Sölde mit 6:4 nach Elfmeterschießen.
13 Beckum gewann das Entscheidungsspiel gegen den 1. FC Recklinghausen mit 7:2.[6]
14 Dülmen gewann das Entscheidungsspiel gegen die Hammer SpVg mit 4:2 nach Verlängerung.
15 Holzwickede gewann das Entscheidungsspiel gegen die Sportfreunde Oestrich mit 1:0.

Verbandsliga als fünfthöchste Spielklasse (1994–2008)[Bearbeiten]

Jahr Staffel 1 Staffel 2 Weitere Aufsteiger
1995 TuS Ahlen Sportfreunde Oestrich SV Rotthausen
1996 TSG Dülmen DJK TuS Hordel
1997 Blau Weiß Post Recklinghausen FC Schalke 04 Amateure VfL Bochum Amateure
1998 FC Eintracht Rheine VfB Kirchhellen SV Lippstadt 08, SV Langendreer 04
1999 Preußen Lengerich 6 Westfalia Herne SC Herford, SV Rotthausen
2000 Lüner SV TSG Sprockhövel
2001 VfB Fichte Bielefeld SC Buer-Hassel Hövelhofer SV
2002 Arminia Bielefeld Amateure TSG Sprockhövel SpVgg Emsdetten 05, Sportfreunde Siegen II
2003 LR Ahlen Amateure SV Schermbeck Vorwärts Kornharpen
2004 Sportfreunde Lotte SpVgg Erkenschwick
2005 Delbrücker SC Westfalia Herne
2006 Hammer SpVg DSC Wanne-Eickel SF Oestrich-Iserlohn 7
2007 SV Schermbeck TSG Sprockhövel SC Wiedenbrück 2000, DJK Germania Gladbeck
2008 VfB Hüls SG Wattenscheid 09
6 Aufgrund einer Spielwertung wurde Preußen Lengerich Meister. Der ursprüngliche Meister SC Herford durfte allerdings ebenfalls aufsteigen.
7 Dem DSC Wanne-Eickel wurde der Aufstieg verweigert.

Westfalenliga als sechsthöchste Spielklasse (seit 2008)[Bearbeiten]

Zwischen 2008 und 2012 diente die Westfalenliga neben der Mittelrheinliga und Niederrheinliga als Unterbau der NRW-Liga. Seit 2012 ist wieder die Oberliga Westfalen der Westfalenliga übergeordnet.

Jahr Staffel 1 Staffel 2 Weitere Aufsteiger
2009 SC Wiedenbrück 2000 TSG Sprockhövel
2010 Westfalia Rhynern SpVgg Erkenschwick
2011 TuS Dornberg TuS Erndtebrück
2012 SV Lippstadt 08 SG Wattenscheid 09 Hammer SpVg, FC Gütersloh 2000, SC Roland Beckum, 1. FC Gievenbeck, SuS Neuenkirchen (alle Staffel 1), SpVgg Erkenschwick, TuS Heven, TuS Ennepetal, TSG Sprockhövel (alle Staffel 2)
2013 SV Rödinghausen SV Zweckel FC Eintracht Rheine

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. flvw.de: Spielklassenstrukturreform verabschiedet
  2. Andy: Saison 1966/1967. SpVgg Erkenschwick, abgerufen am 28. Oktober 2013.
  3. a b  Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON-Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 193.
  4.  Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON-Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 71.
  5.  Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON-Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 421.
  6. Historie der Beckumer Spielvereinigung 10/05 e.V. SpVg Beckum, abgerufen am 28. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]