Dunking

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Dunking [ˈdaŋkɪŋ],[1] im Englischen oft auch (slam) dunk genannt, bezeichnet beim Basketball einen Wurf, bei dem der Ball in den Korb gestopft wird. Der Duden definiert ihn als „Korbwurf, bei dem der Werfer so hoch springt, dass er den Ball kraftvoll direkt von oben in den Korb werfen kann“, als Kurzwort auch als „Dunk“ benannt.[2]

Für den Anglizismus Dunking gibt es keine deutsche Entsprechung. In einigen Zeitschriften und Büchern wird es auch mit „stopfen“ übersetzt. Das englische Verb to dunk bedeutet so viel wie eintauchen, eintunken, stippen.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Ein zweihändiger Dunk (Dwight Howard)
Ein einhändiger Dunk (Amar'e Stoudemire)

Anstatt des normalen Wurfs, bei dem der Ball meist unter Korbhöhe abgeworfen wird und im Bogen durch den Ring fällt, muss der Spieler beim Dunking den Ball über Ringniveau führen und ihn dann nach unten drücken. Der Dunk ist daher einer der effektivsten Würfe beim Basketball, da die Distanz zwischen Ball und Korb praktisch Null beträgt. Nur selten „verstopft“ sich der Spieler, in dem er beispielsweise den Basketball an den Ring drückt und dieser so zurückspringt. Für die verteidigende Mannschaft ist ein Dunking ein Zeichen schlechter Abwehrarbeit, da sie einen Wurf aus einer solch geringen Distanz zugelassen hat. Ein Dunking verfügt daher über eine psychologische Wirkung, da es das eigene Team anfeuert und das gegnerische Team einschüchtert. Als Idealfall gilt ein Dunk, der über die ausgestreckten Arme eines Gegners in den Korb gestopft wird und gleichzeitig ein Wurffoul provoziert, so dass der gegnerische Spieler ein Foul und der dunkende Spieler einen zusätzlichen Freiwurf bekommt. Diese sogenannten „Poster Dunks“[3] haben eine besonders starke Wirkung.

Ein Dunking ist beliebt, da es in vielen Variationen ausgeführt werden kann und dadurch noch spektakulärer wird. Zu diesen Variationen zählen besonders Drehungen in der Luft, wie beim 360°-Dunk (engl. 360-degree dunk) oder dem sogenannten „reverse dunk“, bei dem der Spieler rückwärts dunkt. Der „windmill dunk“ bezeichnet einen Dunk, bei dem der Ball in einem Halbkreis von unten nach oben bewegt wird, wie ein Rotorblatt einer Windmühle, und dann durch den Korb gestopft wird. Beim schwierig auszuführenden „between-the-legs slam“ muss der Spieler nach einem langen Anlauf zum richtigen Zeitpunkt abspringen, den Ball in der Luft wahlweise unter das linke oder rechte Bein „hindurchführen“ und ihn dann durch den Ring in den Korb stecken. Weitere Dunkings wie der „monster jam“ oder der „tomahawk“ beinhalten die Führung des Balls hinter den Kopf, um ihn dann in einer mächtigen Bewegung durch den Ring zu stopfen. Andere Varianten sind zum Beispiel eine Drehung des eigenen Körpers um 360 Grad, bevor sich der Spieler an den Korb hängt, oder durch einen besonders weit vom Korb entfernten Absprungpunkt, wie beispielsweise häufig bei Michael Jordan beobachtet. Eine besondere Spielart ist der Alley oop, bei dem der Ball im Sprung gefangen und direkt in den Korb gedrückt wird.

Dunkings verfügen über eine gewisse Gefahr, dass bei zu viel Krafteinwirkung auf den Korb dieser aus der Halterung reißen oder sogar das ganze Brett, an dem er befestigt ist, zerstört werden kann. Darryl Dawkins hat durch ein Dunking mehrere Male das Plexiglas-Brett der Korbanlage zerstört (engl. „backboard shattering“). Auch Shaquille O’Neal hat es schon geschafft, die ganze Korbanlage zum Zusammensturz zu bringen. Allerdings sind diese Vorkommnisse durch die Einführung und Verbreitung von stabileren Anlagen und durch Federn nachgebende Körbe in jüngerer Zeit sehr selten geworden.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Frühzeit des Basketball galt ein Dunking als verpönt und wurde z.B. in der National Basketball Association als Provokation ausgelegt.[4] In der Collegeliga NCAA war Dunking von 1967 bis 1976 sogar explizit verboten. Spektakuläre Dunks waren damals nur in der kleinen Profiliga American Basketball Association zu sehen, in der athletische Stars wie Julius Erving, Artis Gilmore oder David Thompson ihr Können zeigen konnten. In der ABA wurde 1976 der erste Slam Dunk Contest gehalten, der durch Erving gewonnen wurde: hierbei zeigte er einen der berühmtesten Dunkings der Basketballgeschichte,[5] indem er den Ball von der Freiwurflinie in den Korb stopfte. Als die ABA und die NBA kurz darauf fusionierten, trugen Erving, sein Teamkollege Darryl Dawkins und Mitte der 1980er-Jahre neue Stars wie Michael Jordan und Dominique Wilkins dazu bei, dass die Dunkings endgültig akzeptiert wurden. Vince Carter gelang einer der spektakulärsten Momente des olympischen Basketballturniers 2000, als er buchstäblich über den 2,18 Meter großen Frédéric Weis sprang und den Basketball in den Korb dunkte. Seit der 2000er-Jahren ist auch zu beobachten, dass auch verhältnismäßig kleine Point Guards wie Nate Robinson regelmäßig dunken.

Bei Frauen sind Dunkings seltener. Lisa Leslie schrieb am 30. Juli 2002 Geschichte, als sie als erste WNBA-Spielerin der Geschichte einen Dunking vollführte. Am 3. August 2012 warf die Australierin Elizabeth Cambage den ersten Dunking einer Frau in der Geschichte der Olympischen Sommerspiele.[6]

Slam Dunk Contest[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: NBA All-Star Weekend Slam Dunk Contest

In der NBA wurde eigens der Slam Dunk Contest eingeführt, der jährlich am All-Star-Weekend stattfindet und bei dem vier Spieler der aktuellen Saison gewählt werden, die vor den Augen der Zuschauer das spektakulärste Dunking vollführen. Rekordgewinner ist Nate Robinson mit drei Titeln (2006, 2009, 2010), jeweils zweimal gewannen Dominique Wilkins, Michael Jordan, Harold Miner und Jason Richardson. In der Regel haben etwa zwei Meter große Forwards bzw. Guards die besten Chancen, da sie über die beste Kombination aus Athletik und Körperbeherrschung verfügen, doch Körpergröße ist nicht alles: Der nur 1,70 Meter große Spud Webb gewann 1986 den Slam Dunk Contest, und der nur fünf Zentimeter größere Nate Robinson gewann ihn sogar dreimal.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Dunking – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. manchmal auch als das Dunking bezeichnet; vgl. Duden. Die deutsche Rechtschreibung: Das umfassende Standardwerk auf der Grundlage der neuen amtlichen Regeln.. 24., völlig neu bearb. u. erw. Auflage. Bibliographisches Institut, Mannheim, 2006, ISBN 3411040149.
  2. Dunking, duden.de, abgerufen am 16. Juni 2013
  3. Die Aussage ist, dass der dunkende Spieler den Gegner so spektakulär vorgeführt hat, dass ein Foto davon ein eigenes Poster verdient.
  4. NBA Jam Session: A Photo Salute to the NBA Dunk. History. Seite 22. 1993, NBA Publishing.
  5. The Day the Dunk was born, ESPN.com
  6. welt.de: Erster Frauen-Dunking der Olympiageschichte Zugriff am 4. August 2012.