Earth First!

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Logo von Earth First!

Earth First! ist ein internationales Netzwerk von radikalen Umweltgruppen, die vor allem durch spektakuläre direkte Aktionen auf sich aufmerksam machten.

Es gibt Earth-First!-Gruppen nach deren eigenen Angaben in Großbritannien, den USA, den Niederlanden, Belgien, der Tschechischen Republik, Kanada, Australien, Nigeria, Italien, Mexiko, der Slowakischen Republik und auf den Philippinen.[1]

Ursprung[Bearbeiten]

Earth First entstand um 1979 im Südwesten der USA. Inspiriert von Rachel Carsons Silent Spring, Aldo Leopolds Land Ethic und Edward Abbeys The Monkey Wrench Gang, plädiert eine Gruppe von Aktivisten für No Compromise in Defense of Mother Earth! (Kein Kompromiss bei der Verteidigung von Mutter Erde). Inspiriert wurde es durch dem US-Umweltaktivisten Dave Foreman, der bis dahin Umweltgutachter und aktives Mitglied der Wilderness Society war. Foreman ließ sich nach eigenen Angaben von dem Buch The Monkey Wrench Gang von Edward Abbey inspirieren. Der verstellbare Schraubenschlüssel (engl. monkey wrench) wurde zum Symbol für Sabotage und zum Markenzeichen von Earth First!.

Earth First seit 1990[Bearbeiten]

Ziel aller Aktionen ist, die Zerstörung der Natur aufzuhalten oder gar rückgängig zu machen. Seit 1990 wurde das Handeln innerhalb der Earth First!-Bewegung verstärkt durch die politische Philosophie des Anarchismus beeinflusst. Der Wandel brachte in verschiedenen Regionen einen Wechsel des primären Medienorgans, Aversionen gegen eine organisierte Führung oder eine Verwaltungsstruktur und einen neuen Trend der Identifikation von Earth First! als eher eine offene Bewegung als eine Organisation. Der Ruck von Earth First! in Richtung offene Bewegung 1992 brachte Mitglieder, die sich weigerten, kriminelle Aktionen einzustellen, dazu, den militanten Ableger Earth Liberation Front zu gründen. Die meisten Mitglieder von Earth First! tendieren zu einem dezentralisierten, lokal informierten Aktivismus, der auf einer gemeinschaftlichen Ethik basiert, während Earth First!-Gegner die Gruppen bezichtigen, sich einer Form des Terrorismus zu bedienen.

Earth-First!-Gruppen organisieren politische Graswurzelaktionen, die legale Formen annehmen können, wie z.B. Proteste, Aufrufe und Aufklärungskampagnen, in Form von zivilem Ungehorsam ausgeübt werden, wie z.B. Baumbesetzungen, Feldbesetzungen, Ankettung an Baufahrzeuge und Straßenblockaden oder die Form der illegalen Sabotageaktionen darstellen, welche von manchen Earth-First!-Mitgliedern als eine Form der ecodefense, also der Verteidigung der Natur verstanden wird. Auch Solidaritätsaktionen mit von Lebensraumzerstörung betroffenen Indigenen sind Teil der Earth-First!-Aktionen, wie z.B. die Kampagne South Pacific Solidarity mit Indigenen auf West Papua.[2]

Selbstverständnis[Bearbeiten]

Earth First! glaubt nicht, dass über Führer, Regierungen oder Firmen die Natur effektiv geschützt werden kann. Daher ist für sie die direkte Aktion das zentrale Mittel um die Zerstörung der Natur selbst zu bekämpfen. Earth First! versteht sich dabei als loses Netzwerk von Individuen, Gruppen und Kampagnen, die für ökologische direkte Aktionen zusammenarbeiten und sich der nicht-hierarchischen Organisierung verpflichtet. Der Name Earth First! soll als Banner funktionieren, der von allen verwendet werden kann, die sich dieser Philosophie nahe fühlen. Ein Slogan von Earth First! besagt: „Wenn du glaubst, dass Aktionen lauter sprechen als Worte, dann ist Earth First! für dich da.“[3]

Aktionen[Bearbeiten]

Aktionsformen von Earth First! sind etwa:

  • Eintreiben von langen Nägeln in Bäume (tree spiking) zum Schutz gegen das Fällen mit Motorsägen
  • Entfernen von Vermessungsmarkierungen für (Straßen-)Bauprojekte
  • Sabotage von Baumaschinen, etwa Einfüllen von Sand in Tanks oder Durchschneiden von Hydraulikkabeln
  • Umkippen von Hochspannungs- und Skilift-Masten

Oberster Grundsatz ist es nach eigenen Angaben, Menschen nicht zu verletzen. Daher werden die Aktionen teilweise hinterher bekannt gemacht. Angeblich beträgt der jährliche Schaden durch solche Aktionen 20 bis 25 Millionen US-Dollar.

Inspiration für viele Earth-First!-Aktivisten ist Foremans Buch Ecodefense – A Field Guide to Monkeywrenching. Die deutsche Übersetzung Notwehr – Sabotage im Namen der Erde ist nicht im Buchhandel erhältlich.[4] Ferner gibt es das Earth First! Journal, das nach eigenen Angaben 15.000 Abonnenten vor allem in den USA hat (2003). Des Weiteren existierte eine Buchreihe namens „Do or Die“ die in England von 1992 bis 2003 jährlich mit einer neuen Publikation erschien und in der sich unter anderem EarthFirst!-Aktivisten in England zu Wort meldeten. Die Buchreihe ist vollständig online.

Mehrfach wurden Mitglieder von Earth-First! im Zusammenhang mit Aktionen bedroht, verletzt oder verhaftet, so auch Foreman, der für sich reklamierte, als erster mit dem Titel „Öko-Terrorist“ bezeichnet worden zu sein.

Entwicklung in Deutschland[Bearbeiten]

Mitte der 1980er Jahre und erneut Mitte der 1990er Jahre bildeten sich auch in Deutschland aktive Earth-First!-Gruppen, zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren jedoch keine derartigen Gruppen mehr bekannt. Ein loses Netz von Aktivisten organisiert ähnliche Aktionen, wie Genfeldbesetzungen, ohne ein bestimmtes Label zu verwenden.

Kritik[Bearbeiten]

Kritiker sagen, Earth First! vertrete eine radikale öko-konservative Ideologie, wonach der Mensch zurückzustehen hat, wenn es um das „Überleben von Mutter Natur“ geht. Wahr ist, dass aus Sicht von Earth First! die Natur um ihrer selbst willen geschützt werden soll und nicht als Lebensgrundlage der Menschen, wobei die lokal betroffenen Menschen für Earth-First!-Aktivisten meist Kooperationspartner darstellen. Earth First! beruft sich dabei auf die von dem norwegischen Philosophen Arne Naess begründete Tiefenökologie und nimmt Anleihen beim Bioregionalismus. Diese Ideologie wurde häufig als menschenverachtend kritisiert, da teilweise Ökosysteme an sich als ähnlich lebenswert wie Menschen bewertet werden, was bedeutet, dass Nachteile für Menschen entstehen können, von denen ausschließlich die Natur profitiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eart first: Kontaktinformation
  2. Welcome to Solidarity South Pacific
  3. "Earth First! Action Update Juli-September 2009", Newsletter des Netzwerkes von Großbritannien.
  4. Einige Aspekte des Buches greift die Broschüre Direkte Aktionen oder Die kleine Blockadefibel auf.